Virtuelles Denkmal "Gerechte der Pflege""... die tolldreisten, machthungrigen Horden, sie konnten den Geist nicht morden!"
Halina Dudzikówna wurde am 19.10.1926 in Warschau geboren. Sie hatte noch zwei ältere Schwestern. Da ihr Vater im Ministerium beschäftigt war, wurde die Familie zu Kriegsbeginn nach Równe evakuiert. Am 17.9.1940 marschierte dort die Rote Armee ein. Es kam zu Massenverhaftungen. Als Exilpolen drohte auch ihnen eine Verhaftung. Zuerst gelangte ihr Vater mit den Schwestern durch Hilfe der Armia Krajowa nach Warschau. Nachdem die Fluchthilfe für ihre Mutter und sie ausblieb, schlugen sie sich auf eigene Faust in abenteuerliche Weise nach Hause durch.
In Warschau erlebte die Familie große Not und Hunger. Ein weiteres Problem war der Schulbesuch. Da die höheren Schulen von den deutschen Besatzern geschlossen waren, besuchte sie eine geheime Schule im Untergrund. Sie gehörte zu den Pfadfindern. Sehr früh schloss sie sich dem Widerstand und der Armia Krajowa an. Dort wurde sie zur Sanitäterin ausgebildet. Außerdem erledigte sie Kurierdienste, oft in akuter Lebensgefahr. Sie diente während des Warschauer Aufstandes im Batalionu Miotla, später auch in anderen Einheiten und wurde zweimal mit dem Kreuz der Tapferkeit ausgezeichnet.
Nach der Kapitulation der Armia Krajowa kam sie mit 551 Leidensgenossinnen in das Stammlager X-B in der Nähe von Sandbostel nordöstlich von Bremen, ein Arbeits- und Kriegsgefangenenlager. Von dort wurde sie in das Kriegsgefangenen - Mannschafts - Stammlager Stalag VI C Bathorn verbracht. Dort erlebte sie am 12.4.1945 die Befreiung durch die Panzerdivision von General Maczek. Nach der Befreiung wurde sie nach Großbritannien gebracht. Dort diente sie im Hilfsdienst der Frauen der Polnischen Luftwaffe (WAAF).
Im Juli 1946 kehrte sie nach Polen zurück. Ihre pflegerische Tätigkeit endete. Sie begann ein Medizinstudium an der Universität von Posen. Das Medizinstudium hatte sie sich bereits während des Aufstandes vorgenommen durch ihre Erfahrungen als Sanitäterin. 1947 heiratete sie Tadeusza Jedrzejewskiego. Sie kannte ihn aus der Zeit des Warschauer Aufstandes. Ihr Mann bekam in Warschau Arbeit und so setzte sie ihr Studium in Warschau fort und schloss es dort 1952 ab. Anschließend arbeitete sie in einer orthopädischen Klinik. 1966 erlangte sie den Doktorgrad.
Seit 1956 engagierte sie sich für die Militärveteranen. Ab 1981 gehörte sie dem Vorstand der ZBoWiD, Verband der Kämpfer für Freiheit und Demokratie, an. Außerdem wurde sie in den Hauptvorstand der Warschauer Aufständischenunion gewählt. Halina Jedrzejewska erfuhr in Polen zahlreiche Ehrungen.
Quellen: Wikipedia.pl; Muzeum Powstania Warszawskiego
Ellen Eugenie Friedländer wurde am 13.11.1925 in Berlin geboren wie ihre gesamte Familie. Ihr Vater war der Kaufmann und Abteilungsleiter Adolf Friedländer, geboren am 5.11.1883, und Ida, geborene Bonwitt am 26.2.1885. Ihr älterer Bruder Ludwig Peter wurde am 10.10.1921 geboren. Die Familie wohnte in der Lietzenburger Str. 8A in Berlin-Schöneberg. Als Ellen 6 Jahre alt war, starb ihre Mutter am 22.5.1932.
Für die jüdische Familie spitzte sich die Lage dramatisch zu. Ellens Bruder musste 1937 das Gymnasium verlassen und auf eine jüdische Privatschule wechseln. Ihr Vater verlor aus rassistischen Gründen seine Arbeitsstelle. Ihrem Bruder gelang es im März 1938 mit Unterstützung des Vaters über England nach Australien zu flüchten. Dort änderte er seinen Namen in Louis Peter Freeland.
Im Dezember 1938 wurde Ellen, gerade 13 Jahre alt, von ihrem Vater in einen Kindertransport nach England untergebracht. Es war das letzte Mal, dass Ellen ihren Vater sah. Er wurde aus seiner Wohnung vertrieben, enteignet und am 3.3.1943 nach Auschwitz deportiert und ermordet.
Ellen konnte später in England eine Ausbildung zur Krankenschwester machen und blieb in Großbritannien. Später heiratete sie Bob Jefferies, geboren 1930, mit dem sie eine Tochter, Helen, hatte. Ihr Mann starb bereits 1999.
Ellen Eugenie Jefferies starb am 11.9.2016 in Wales.
Quellen: Wikipedia: Liste der Stolpersteine in Berlin-Charlottenburg; geni.com; YAD VASHEM
Die Krankenschwester Toby Jensky, Till gerufen, wurde am 9.7.1911 in New York geboren. Sie war Krankenschwester und arbeitete in New York City im Beth Israel Krankenhaus. Nach dem Putsch der Faschisten gegen die Spanische Republik und Kriegsausbruch wurde das New Yorker Krankenhaus eine Zentrale für Hilfsorganisationen aus Amerika für medizinische Hilfen in Spanien.
Dr. Edward Barsky aus dem Beth Israel Krankenhaus koordinierte Hilfen und stellte einen medizinischen Trupp zusammen, der unter seiner Leitung ab 1937 für die Abraham Lincoln Brigade in Spanien arbeitete.
Toby Jensky galt eigentlich als unpolitisch, gehörte auch keiner Partei an. Dennoch schloss sie sich der Hilfsgruppe der Abraham Lincoln Brigade an und arbeitete ab April 1937 im amerikanischen Krankenhaus in Villa Paz. Gleichzeitig war sie Verwalterin des American Medical Bureau. Im Januar und Februar 1938 arbeitete sie an der Teruel Front, ab März 1938 wieder in Villa Paz. April 1938 kehrte sie in die USA zurück. In Spanien könnte sie eventuell einen englischen Bildhauer Jason Gurney geheiratet haben, doch genauere Informationen fehlen.
Nach ihrer Rückkehr arbeitete sie wieder im Beth Israel Hospital. Toby Jensky starb 1995 in New York.
Quelle: Abraham Lincoln Brigade Archiv
Die tschechische Journalistin Milena Jesenská, ehemalige Freundin von Franz Kafka (Kafka setzte ihr in seinen Tagebüchern, 1952 erschienen, und in den „Briefen an Milena" ein Denkmal) war die Tochter des bekannten Prager Arztes und Universitätsprofessor Jan Jesensky.
Als die Deutschen die Tschechoslowakei besetzten, schloss sie sich der Widerstandsbewegung an und half Naziverfolgten, ins Ausland zu kommen. 1939 verhaftete sie die Gestapo in Prag. Milena kam in das Untersuchungsgefängnis Dresden. Als sie ins KZ Ravensbrück überstellt wurde, war sie bereits krank. Vermutlich litt sie unter Rheumatismus, hatte ständig geschwollene Hände und ununterbrochen Schmerzen.
Die berufsfremde Milena arbeitete im Krankenrevier. Durch ihre Arbeit konnte sie vielen Frauen das Leben retten, indem sie Blutproben, die nach Berlin zur Untersuchung geschickt wurden, kurzerhand fälschte. Im Winter 1941 versuchte sie, der internierten Lotte Henschel zu helfen. Diese befand sich in einem jämmerlichen Zustand. Es hieß, dass Tb-Kranke entlassen werden sollten.
Milena Jesenská besorgte Lotte Henschel einen positiven Sputumbefund, durch den diese auf die TB-Station gelangte. Der SS-Arzt füllte dann auch den Entlassungsantrag aus. Im letzten Moment bekam Milena Jesenská mit, wohin die „Krankentransporte" wirklich gingen. Milena quälte sich mit Selbstvorwürfen. Ungeachtet dessen, dass sie sich selber in Gefahr brachte, ließ sie hintereinander neue Sputumbefunde von Lotte Henschel anfertigen, die natürlich negativ waren und beharrte auf eine wundersame Ausheilung der Tuberkulose bei dieser Patientin. Endlich konnte sie den SS-Arzt Sonntag von der "Wunderheilung" überzeugen. Lotte Henschel wurde von der Transportliste in den sicheren Tod gestrichen.
Im Winter 1943/44 verschlechterte sich Milenas Gesundheitszustand massiv. Ständig hatte sie Fieber. Der neue SS-Arzt untersuchte sie und stellte fest, dass angeblich eine Niere vereitert sei und riet zu einer Operation. Die Operation überlebte sie zwar, konnte sich aber in den nächsten drei Monaten von ihr nicht wirklich erholen. Milena Jesenska starb am 17. Mai 1944.
Quellen: Wikipedia; Exil-Archiv
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Dr. med. Halina Jedrzejewska-Dudzikówna
Ellen Eugenie Jefferies, geb. Friedländer
Toby (Till) Jensky
Milena Jesenska