Virtuelles Denkmal "Gerechte der Pflege"

"... die tolldreisten, machthungrigen Horden, sie konnten den Geist nicht morden!"


Eins meiner Hauptanliegen ist es, Kolleginnen und Kollegen dem Vergessen zu entreißen. Manchmal bekomme ich Informationen zu Personen, die eventuell Pflegekräfte gewesen sein könnten oder wo die Daten sehr unvollständig sind. Ich bin über jeden Tip dankbar, der dazu führt, das Schicksal weiterer Pflegekräfte aufzuklären.

Nach sicher erscheinenden Quellen entschied ich mich dafür, auch Personen in das "Virtuelle Denkmal" mit unvollständigen Informationen und Lebensdaten aufzunehmen.

  • Einmal verbinde ich damit die Hoffnung, doch noch nähere Informationen zu ihnen zu bekommen.
  • Sie nicht zu erwähnen, würde bedeuten, ihrer nicht mehr zu gedenken. Denn inzwischen ist es ausgesprochen schwierig, die fehlenden Daten zu ermitteln.
  • Um auch diesen Menschen gerecht zu werden, muss man den Mut zur Lücke haben.

Irrtümer sind dadurch nicht ausgeschlossen, aber irren ist besser, als zu vergessen.

 

Wenn jemand Bilder oder Fotos zu den Gerechten der Pflege besitzt, wäre ich ihm für eine Überlassung sehr dankbar.

 

Gesucht werden Informationen zu diesen Pflegekräften:

 

 

Hanička ?

 

Krankenschwester aus Prag, arbeitete auf der Kinderstation in Theresienstadt

 

Quelle: Gedenkstätte im Jüdischen Museum in Prag, Zeitzeugenbericht Vilma A., Edita J., Vera Š.

 


 

Helene Fischer

 


 

Eva Gleichmann (1887 - ?), Krankenschwester, Frankfurt/M

 


 

Minna Hirsch

 

    

 

Anzeigen in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. 3. und  14.11.1901

 


 

Alwine Hortz, (1879 - ?), Frankfurt/M.

 


 

Georg Löw, (1899-?), Frankfurt/M.

 


 

"Maryla" ? 

 

Von dieser Krankenschwester fehlen mir die Daten und der vollständige Name. Sie kämpfte in der Armia Krajowa mit und geriet in deutsche Kriegsgefangenschaft. "Maryla" war im Straflager VIC in Oberlangen interniert.

 


 

Irene

 

Leider konnte ich bisher diese Frau nicht identifizieren. Nachname und andere Daten sind bisher durch Zeitzeugen nicht übermittelt, lediglich der Vorname. Die Kommunistin war gebürtige Ungarin, wurde aber nach der Räterepublik 1918 aus Ungarn nach Österreich ausgewiesen. Sie arbeitete im KZ Ravensbrück im Krankenrevier. Von Mitgefangenen wurde sie als Mensch beschrieben, der nie aufgab und stets Mut und Hoffnung vermittelte, wenn Mithäftlinge verzagten.

 

Doris Maase, eine kommunistische Ärztin, die im KZ Ravensbrück als Häftlingsärztin arbeitete, erinnerte sich an sie: „Für mich war sie die Idealgestalt einer Kommunistin, eine überlegene, kluge Marxistin — also, von der habe ich sehr viel gelernt. Erstmal hat sie gesagt: „Es wird Gymnastik gemacht!" Ich meine, in der Einzelhaft habe ich schon — aber sie hat das organisiert, oben im Schlafsaal, jeden Morgen Gymnastik. Und sie hat mit mir politisch gesprochen, hat erklärt: „Du mußt die Zusammenhänge sehen!“' Ich war ja — naja, ein, zwei Jahre rote Studentengruppe, man hatte was gelesen, aber Schulung in dem MaBe gab's noch nicht. Auf dem Judenblock war Olpa Benario-Prestes Blockälteste. Sie hat sich alle Mühe gegeben, möglichst viele Repressalien vom Judenblock fernzuhalten, und so hat sie verlangt, daß die Politischen nach der Sirene als erste ins Bett gehen. Aber Irene hat gesagt: „Nein, schick die anderen ins Bett, dann haben wir 10 Minuten Zeit zur politischen Diskussion, daß wir untereinander reden können." Sie war eine sehr kluge, überlegene und erfahrene Frau.

 

Das Leben im KZ hat seine Eigengesetzlichkeit. Es ist ja nicht so, daß man plötzlich dadurch, daß man von der Welt abgeschnitten ist, keine Aufgaben mehr hätte. Ich war im Krankenrevier, und da hatte ich mich über eine Kommunistin, eine Genossin, mal so geärgert, daß ich sagte: „Hier bleibe ich nicht mehr, ich melde mich raus zur Außenarbeit." Da hat Irene gesagt: „Was fällt dir ein, du bist doch nicht im Revier, weil's dir Spaß macht, sondern weil wir dich eingesetzt haben. Du hast unser Vertrauen. Und du bleibst so lange, wie wir meinen, daß es so richtig ist." Sie hat mir eine vernünftige, die politische Beurteilung der Situation beigebracht. Ich habe ihr sehr viel zu verdanken. Und außerdem hat sie gesagt: „Du wirst mal eine anständige Ärztin!" Das war mir so wichtig! Sie hat mir also ein geistiges Rückgrat gegeben und mich in jeder Beziehung gestärkt.

 

Später bin ich dann auf den politischen Block gekommen. Meine Familie hatte erreicht, daß ich nach den Nürnberger Gesetzen als arischer Mischling eingestuft wurde. Und Irene wurde deportiert, sie kam zur Vergasung. Sie hatte ihren Ehering, das war alles, was ihr geblieben war, einer tschechischen Genossin gegeben und gesagt: „Gib ihn Doris." Die hat ihn aber nicht rausgekriegt. Die Politischen wußten, sie gehen in den Tod. Und es bedrückt, es belastet mich bis heute: daß Irene inmitten von diesen Spießern, diesen — ja, daß sie nicht mal anständig sterben konnte! Es hat fürchterliche Szenen gegeben bei der Vergasung, und sie konnte nicht einmal so, wie sie sich die ganze Zeit verhalten hatte, würdig, sterben. Mich belastet das noch immer. Verstehst Du?“

 

Bisher konnte ich eine Dr. Irene Langer, geborene Kornhäuser am 31.10.1895, ermitteln. Sie stammte aus Österreich, lebte vor der Inhaftierung in Göttingen, Deutschland, und in Wien, Österreich. Sie kam also nicht aus Ungarn. Allerdings ist nirgends der Geburtsort verzeichnet. Vielleicht in Ungarn? Vor dem KZ Ravensbrück war sie im KZ Lichtenburg. Als Ärztin ist es wahrscheinlich, dass sie im Revier als Häftlingsärztin und nicht in der Pflege arbeitete, obwohl die Trennung zwischen medizinischer und pflegerischer Versorgung im Revier so nicht gegeben war. Außerdem wurden viele Ärzte im Revier auch als Pflegekräfte eingesetzt. Die Informationen passen allerdings auf die Todesumstände. Dr. Irene Langer wurde am 16.3.1942 in Bernburg an der Saale, eine der T4-Mordfabriken, vergast.

 


 

Unbekannte Krankenschwester aus Spanien

 

Der damalige Chef des Lyoner Netzes der Resistance Franz Marek beschreibt in seiner Autobiographie:

"Zu einer Kette von Verhaftungen kam es, weil ich für einen Boten ein Haus angegeben hatte, in dem eine Französin wohnte, die uns einst ihre Wohnung zur Verfügung gestellt hatte. Ich konnte nicht wissen, daß die Wohnung gerade in dieser Woche von einem unserer Sympathisanten der Gestapo angegeben worden war. Der Bote, eine Krankenschwester aus Spanien, lief den Gestapo-Leuten direkt in die Hände. Bevor sie sich durch einen Sprung aus dem Fenster das Leben nahm, hatte sie unter Folter die Adresse ihres Mannes angegeben - bei dem die Gestapo dann eine Liste von Leuten fand, die wir nach Wien geschickt hatten............"

 


 

Polnischer Pfleger

 

Im KZ Flossenbürg arbeitete im Krankenrevier als Krankenpfleger ein gebürtiger Pole. Clement Meis, ein Überlebender, berichtete, dass er von ihm gut versorgt wurde  und der Mann alles Menschenmögliche getan hatte, um die Pein seiner Mitgefangenen zu mildern. Leider sind mir keine weiteren Details von dem Pfleger bekannt.

 


 

Unbekannter Häftling aus dem KZ Flossenbürg

 

Dieser Häftling pflegte einen Monat lang seinen Mithäftling Ferdinand Knobloch. Knobloch war bereits von seinen tschechischen Mitgefangenen aufgegeben worden, weil niemand mehr an eine Genesung glaubte: "Der stirbt sowieso!" Im Tuberkuloseblock nahm sich ein todkranker Gefangener Knoblochs an. Er war als Homosexueller inhaftiert. Bis zu seinem eigenen Tode pflegte er Ferdinand Knobloch aufopferungsvoll. Name oder andere Daten sind mir nicht bekannt. Mir fehlen auch Informationen, woran der Häftling starb. Wahrscheinlich wäre eine Tuberkulose, er könnte aber auch an den Folgen seiner Zwangskastration verstorben sein.

 


 

Unbekannte Krankenschwester aus Antwerpen

 

Diese jüdische Krankenschwester aus Antwerpen arbeitete im Internierungslager Gurs (siehe Friedel Bohny-Reiter und Elsbeth Kasser) im Frauenlazarett. Namen und andere Lebensdaten sind mir unbekannt.

 


 

Unbekannte Krankenschwester

 

Die gelernte Krankenschwester weigerte sich aus Glaubensgründen (Bibelforscherin) im KZ Ravensbrück, Blutwurst zu essen und erhielt deswegen 25 Stockhiebe, an deren Folgen die entkräftete Frau wenige Stunden später starb.

 


 

Unbekannte Krankenschwester

 

Von dieser jüdischen Krankenschwester besitze ich keinerlei weitere Informationen. Sie könnte eventuell aus Tschechien stammen.

 


 

Unbekannte Krankenschwester

 

Diese Krankenschwester war als Bibelforscherin im Konzentrationslager Ravensbrück aus Glaubensgründen inhaftiert. Sie arbeitete im Krankenrevier. Sie wurde dabei ertappt, ein Neugeborenes vor dem Ertränken zu retten. Daraufhin musste sie in den "Strafblock" zum Außendienst und Steine schleppen. Dabei kam sie gleich am ersten Tag unter ungeklärten Umständen ums Leben.

 


 

Unbekannte Hebamme aus Höxter

 

Gertrud Löwenstein, geborene Wallhausen, erwartete im September 1938 in Höxter ihr erstes Kind. Das Krankenhaus lehnte eine Geburtshilfe bei der Mitbürgerin ab, da sie als Jüdin galt. Die Hebamme, von der bisher keine Lebensdaten bekannt sind, widersetzte sich der Anweisung und leistete Geburtshilfe.

 


 

Zeugin Jehovas im KZ Ravensbrück

 

Nachname und andere Daten sind leider bisher nicht bekannt. Die Zeugin Jehovas arbeitete im KZ Ravensbrück im Krankenrevier. Als bei einem Apell eine kommunistische Mitgefangene zusammenbrach, eilte die Kinderpflegerin ihr zu Hilfe. Dafür wurde sie vom Wachpersonal erschlagen.

 


 

 

Gesucht werden Informationen zu diesen Krankenschwestern aus dem Israelitischen Krankenhaus in St. Pauli / Hamburg. Bisher sind Rosa Bernstein (Sitzend vorne rechts) und Oberin Klara Gordon (Sitzend vorne links) identifiziert.

 


 

Gesucht werden Informationen und Daten zu dieser jüdischen Krankenschwester, die im Waisenhaus im Ghetto Kovno in Litauen zwischen 1941 und 1943 gearbeitet hat.

 

Zu ihren Lebensdaten und weiteres Schicksal fehlen leider bisher Informationen.

 

Ihre Kollegin war Hanna Noszik.

 

 


 

Gesucht werden Informationen und Daten zu dieser jüdischen Krankenschwester, die im Waisenhaus im Ghetto Kovno in Litauen zwischen 1941 und 1943 gearbeitet hat.

 

Zu ihren Lebensdaten und weiteres Schicksal fehlen leider bisher Informationen.

 

Ihre Kollegin war Hanna Noszik.

 


 

Wer hat Informationen zu diesen Krankenschwestern aus Breslau?

Das Bild entstand vor dem Jüdischen Krankenhaus Breslau, dass dazumal mit 350 Betten und sieben Fachrichtungen eins der modernsten und größten Krankenhäuser in Breslau war.

 

Es stand für alle Konfessionen offen, somit könnten auch ehemalige nichtjüdische Patienten Informationen haben.

Hat jemand Informationen, ob noch Unterlagen zu dem Krankenhaus existieren oder noch besser, Personalakten? Und wenn ja, wo?

 

 


 

Camp de Gurs (1940-1943)

Wer hat Informationen zu 

diesen beiden Pflegekräf-

ten? Wie heißen sie?

 

Gehörten sie zu einer Hilfs-

organisation oder waren es inhaftierte Frauen? Wie könnte man ihre Identität klären?

 


 

Frankfurter Krankenschwester

Die Krankenschwester wurde 1934 fristlos entlassen, weil sie sich von einem jüdischen Arzt behandeln ließ.

 


 

Krankenschwester der Düsseldorfer Kinderklinik

Die Krankenschwester dieser Kinderklinik soll denunziert worden sein.


 

 

Wer kann diese Krankenschwestern identifizieren: Jüdisches Krankenhaus Berlin, 1936? Bislang ist nur Rosalie Heimann bekannt.

 

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