Virtuelles Denkmal "Gerechte der Pflege"

"... die tolldreisten, machthungrigen Horden, sie konnten den Geist nicht morden!"


Levie Colthof

 

Der Krankenpfleger Levie Colthof wurde am 7.5.1896 in Opsterland geboren. Er war mit Regina Colthof-Drukker, geboren am 9.7.1907 in Amsterdam, verheiratet. Sie wohnten in der Valckenierstraat 35 II in Amsterdam. Seine Frau wurde in Auschwitz am 3.9.1943 umgebracht. Der genaue Sterbeort des Krankenpflegers ist unbekannt, irgendwo in Polen, es gilt als Sterbedatum der 31.3.1944
 
Quelle: Joods Monument

 
Kaatje Colthof -Troostwijk
 
Kaatje Troostwijk wurde am 23.6.1901 in Zwolle in den Niederlanden geboren. Ihre Eltern waren Arnold Troostwijk, geboren am 16.12.1871 in Zwolle, und Saartje de Leeuwe, geboren am 9.6.1877 ebenfalls in Zwolle. Die Krankenschwester heiratete 1929 in Zwolle den Kaufmann Zadok Colthof, geboren am 30.6.1897 in Gorredijk. Kaatje Colthof-Troostwijk wurde im SS-Sammellager Mechelen als sogenannte Staatenlose registriert. Sie gehörte unter der Nummer 142 dem Transport XXIV an, der am 4.4.1944 zum KZ Auschwitz fuhr. Sie wurde dort im Juni 1944 ermordet. Ihr Mann überlebte und starb am 27.2.1964 in Deventer, ihr Vater wurde am 14.5.1943 in Sobibor ermordet, ihre Mutter starb am 22.2.1945 in Amsterdam.
 
Ich danke für die Recherche Frau Laurence Schram vom Jüdischen Deportations- und Widerstandsmuseum (JDWM) in der ehemaligen Mechelner Dossinkaserne. Weitere Quelle: http://shum.huji.ac.il/~dutchjew/genealog/ndbeli/7457.htm

 
Rosalia (Rosie) Csengeria, geb. Engel
 
Rosalia, auch Rosie gerufen, Engel, wurde am 25.4.1916 geboren. Sie heiratete am 2.8.1936 den Weinhändler Zvi Csengeri. Ob und welchen Beruf sie erlernt hatte, ist bis jetzt unbekannt. Die gutsituierte Familie lebte in Budapest. Am 6.6.1937 gebar sie Zwillinge, ihre Töchter Yehudit und Lea. 1942 wurde ihr Ehemann zur Zwangsarbeit in die Ukraine verschleppt. Mit der deutschen Besetzung von Ungarn im März 1944 begannen sofort die Deportationen der jüdischen Bevölkerung.
 
Am 4. Mai 1944 wurde Rosalia mit ihren Töchtern zunächst in ein Zwischenlager deportiert, dann ins KZ Auschwitz. Yehudit und Lea entgingen ihrer sofortigen Ermordung aufgrund dessen, dass sie Zwillinge waren. Die KZ-Bestie Mengele führte in Auschwitz seine pseudowissenschaftlichen Untersuchungen an Zwillingen durch. Rosalia wurde es gestattet, ihre Zwillinge in das abgeschirmte Camp II zu begleiten, der Ort für Mengeles Menschenversuche. Sie arbeitete dort als Pflegerin.
 
Als sie versuchte, ihre Töchter vor Mengele zu schützen, injizierte er ihr Meningitisviren. Nach einer zweiten Injektion verlor sie ihr Gehör und ihr Sprachzentrum war gestört. Dreimal sollte sie in die Gaskammer geschickt werden und entkam knapp dem Tod. Anfang 1945 wurden die Häftlinge auf die Todesmärsche gejagt. Viele der Zwillinge blieben zurück, auch Rosalie und ihre Mädchen. Ende Januar wurden sie von der Roten Armee befreit. Rosalie hielt sich mit ihren Zwillingen zunächst in Katowice auf.
 
Als sie erfuhr, dass Miriam und Esther Mozes, ebenfalls Zwillinge die in Mengeles Gewalt gewesen waren, in der Nähe in einem Waisenhaus lebten, nahm sie die Mädchen auf und pflegte sie ein halbes Jahr, bis sie in der Lage war, mit den Mädchen in die Heimat zurückzukehren. Ihr Mann hatte wie durch ein Wunder ebenfalls den Holocaust überlebt. Das Ehepaar bekam später noch einen Sohn Michael. 1960 wanderte die gesamte Familie nach Israel aus.
 
Quelle: United States Holocaust Memorial Museum

 
Fajga Cukierman
 
Fajga Cukierman wurde am 3.11.1916 in Siedlec in Polen geboren. Ihr Ehemann war Samuel Czupper. Sie hatte zwei Berufe, Schneiderin und Krankenschwester. Nach der Besetzung Belgiens wurde sie als staatenlos erklärt und in das SS-Sammellager Mechelen gesperrt. Mit dem Transport XVIII verschleppten die Nazis sie unter der Nummer 641 nach Auschwitz-Birkenau, sodass befürchtet werden muss, dass sie nicht überlebte.
 
Ich danke für die Recherche Frau Laurence Schram vom Jüdischen Deportations- und Widerstandsmuseum (JDWM) in der ehemaligen Mechelner Dossinkaserne.

 
Janina Czaja-Waluda
 

Janina Czaja-Waluda wurde 1921 in Osownicy nahe dem Fluss Bug geboren. Als siebzehnjährige Gymnasiastin erlebte sie 1939 einen Transport von Verwundeten und meldete sich als Sanitäterin. Daraufhin nahm sie als Sanitäterin am polnischen militärischen Widerstand gegen Deutschland teil. Janina Czaja-Waluda arbeitete in Kasachstan, Persien, Irak, Palästina, Syrien, Ägypten und Italien. Später betonte sie, dass die polnische Armee oft fern der Heimat nur für eins gekämpft hat: die Befreiung Polens. Sie war maßgeblich in der Schlacht um Monte Cassino beteiligt. In Polen gilt diese Schlacht als ein nationales Symbol für den Tod tausender polnischer Soldaten, die auf Seiten der Alliierten für die Befreiung Europas vom Nationalsozialismus ihr Leben ließen.

 

Sie erhielt mehr als 30 Medaillen und Orden und wurde für ihre Arbeit unter anderem mit der Florence-Nightingale-Medaille des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz ausgezeichnet. Unermüdlich trat sie nach dem II. Weltkrieg für die Rechte der polnischen Veteranen ein und erinnerte daran, dass Polen die viertgrößte Armee gegen Nazideutschland gestellt hatte. Keinem anderen Land war es gelungen, unter deutscher Besatzung eine funktionierende Armee aufzubauen und sie kritisierte immer wieder, dass diese Tatsachen nicht ausreichend von den Alliierten gewürdigt wurde.

 

2004 nahm sie als eine von vier Veteranen zu den Feierlichkeiten zum 60. Jahrestag der Schlacht von Monte Cassino teil. Die persönliche Audienz bei Papst Johannes Paul II. schilderte sie als unvergessliches Erlebnis. Die Präsidentin der Veteranen Wejherowo Starosta wurde 85 Jahre alt. Zuletzt lebte sie in Gdynia. Am Sonntag, den 21.5.2006 starb Jane Czaja-Waluda nach kurzer Krankheit.

 
Quelle:german-foreign-policy.com: Interview mit Janina Czaja-Waluda 30.05.2005

 
Margit Czernetz
Margit Czernetz wurde am 25.9.1910 in Wien geboren. Ihre Familie kam ursprünglich aus Ungarn. Nach der Schulzeit arbeitete sie als Näherin und absolvierte gleichzeitig eine Fortbildungsschule. 1926 schloss sie sich den österreichischen Sozialisten an und engagierte sich als Bildungsreferentin. 1932 bis 1933 leitete sie das Kinderheim "Jugend in Not" und erlernte anschließend den Beruf der Kinderkrankenschwester im Mautner Markhofschen Kinderspital.
 
Ab 1934 wirkte sie aktiv im sozialistischen Widerstand Österreichs mit. Im Jahre 1938 musste sie nach England emigrieren. Dort heiratete sie 1939 Karl Czernetz. Auch in England blieb sie durch den Club der Österreichischen Sozialisten politisch aktiv.
 
Im Exil blieb sie vor dem Krieg nicht verschont. Sie berichtete über die Bombenangriffe auf London: "In der ersten Nacht, in der ich in London war, hat es grauenhafte Angriffe gegeben, und furchtbar viele Bomben sind gefallen. Wie ich überhaupt sechsmal bombardiert worden und verschüttet gewesen bin. Das erste Mal in East End, dann in Hampstead, dann sind wir auf der Oxford Street, da war ich mit meinem Mann zusammen, direkt bombardiert worden von oben, da sind Tiefflieger geflogen mit Maschinengewehren und haben auf der Oxford Street die Leute abgeschossen....... Dann habe ich die V2 und V1 erlebt....... Die V1 hat schreckliche Zerstörungen zuwege gebracht, aber die V2 hat ganze Straßen niedergelegt."
 
Das Ehepaar Czernetz kehrte 1945 nach Österreich zurück. Frau Czernetz arbeitete nicht mehr in der Pflege, sondern widmete sich dem Aufbau der SPÖ (Sozialdemokratische Partei Österreichs) und übernahm politische Ämter, überwiegend im Bildungsbereich. Margit Czernetz verstarb am 2.1.1996 in Wien.
 
Quellen:Weblexikon der Wiener Sozialdemokratie
 
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