Virtuelles Denkmal "Gerechte der Pflege""... die tolldreisten, machthungrigen Horden, sie konnten den Geist nicht morden!"
Maria Katharina Clara Schumacher wurde am 23.4.1887 in Pfaffendorf bei Koblenz als Ältestes von acht Kindern geboren. Nach der Schulzeit absolvierte sie eine kaufmännische Lehre und arbeitete mehrere Jahre in einem Tuchgeschäft. 1909 trat sie als Novizin in das Kloster der Heilig-Geist-Schwestern in Koblenz ein. Wegen einer Lungenerkrankung musste sie 1913 das Kloster wieder verlassen. Nach ihrer Genesung trat sie dem Dritten Orden des heiligen Franziskus bei. In der Nachkriegszeit des I. Weltkrieges war sie in der Haus- und Armenpflege und der Familienbetreuung tätig. 1920 eröffnete sie mit drei Schwestern in Koblenz ein Heim für Hilfsbedürftige. Daraus entstand ein Jahr später der "Hauspflege- und Hilfsverein Koblenz-Ehrenbreitstein", aus dem sich unter ihrer Leitung 1923 die "Vereinigung der Caritasschwestern vom Dritten Orden des heiligen Franziskus" entwickelte.
Im August 1923 reiste Schwester Augustina mit einer Schwester auf Bitten des Bonifatius-Werkes von Koblenz nach Sachsen. In Dresden errichtete die rührige Ordensschwester ein Waisen- und Ledigenheim. In Goppeln wurde 1927 ein Mutterhaus eingeweiht. Ein Jahr später erlangte die neue Schwesterngemeinschaft "Nazarethschwestern von der Familiencaritas" die kirchenrechtliche Anerkennung, als dessen Oberin Schwester Maria Augustina benannt wurde. Die inzwischen 33 Ordensschwestern und 13 Postulantinnen betreuten Familien bei Erkrankung der Mutter, nahmen Säuglinge und Kleinkinder auf und pflegten Alte und Sterbende.
Im Nationalsozialismus bekamen die Schwestern Schwierigkeiten, weil die Nazis ihren Alleinanspruch auf die Kindererziehung erhoben. Die drohende Schließung des Säuglings- und Kinderheims unterblieb aber, da der sächsische Gauleiter für die Kinder keine anderweitige Unterbringung fand und die Finanzierung des Kinderheimes in Eigenregie den "kinderfreundlichen" Machthabern zuviel war.
Das Kriegsende traf den Orden hart. Die Bombenangriffe auf Dresden vom 13. zum 14. Februar 1945 kosteten sechs Nazareth-Schwestern das Leben, Einrichtungen wurden zerstört, das Kinderheim musste evakuiert werden. Am 8.5.1945, dem Tag der Kapitulation, saß Schwester Maria Augustina an der Pforte des Klosters, als ein betrunkener russischer Soldat mit Maschinenpistole eindrang. Sie wollte die Mitschwestern vor ihm warnen. Der Betrunkene feuerte auf die Ordensfrau, die vor dem Eingang des Refektoriums bluüberströmt zusammenbrach. Ein polnischer Zwangsarbeiter, zufällig in der Nähe, hörte die Schüsse und überwältigte den Täter, sodass keine weitere Schwester verletzt wurde. Schwester Maria Augustina, die das Ende der braunen Diktatur herbeigesehnt hatte, erlebte nicht mehr die Befreiung.
Quellen: Bistum Dresden-Meissen
Maria Irena "Hanka" Schultz - Hibner
Maria Irena Schultz - Hibner wurde am 25.3.1926 in Warschau geboren. Sie gehörte zur Armia Krajowa und arbeitete während des Warschauer Aufstandes als Sanitäterin und Krankenpflegerin im Krankenhaus am Luftwaffenstützpunkt „Luzyce“ mit Anna Dyrlacz. Informationen zu ihrem weiteren Leben fehlen bisher.
Quelle: Encyklopedia Medyków Powstania Warszawskiego
Karola David wurde am 25.8.1911 in Karlsruhe geboren. Ihre Eltern waren der Kaufmann Max Joseph David, geboren 10.3.1872 in Malsch bei Ettlingen, und Nanette, geborene Löb am 6.12.1871 ebenfalls in Malsch. Das Ehepaar hatte fünf Kinder, Karola war die jüngste. Elsa, geboren 1901, Joseph, geboren 1903 und Alfred, geboren 1908, wurden wie Karola in Karlsruhe geboren, Erwin, geboren 1909, in Malsch.
Der Vater Max Joseph starb früh am 12.1.1914. Informationen zu seinem Tod sind nicht auffindbar, auch nicht, wie die Mutter mit fünf Kindern alleine durchkam, ob sie beispielsweise in irgendeiner Form Hilfe bekam. Die Familie lebte in der Klauprechtstraße 4 in der Südweststadt von Karlsruhe.
Karola machte eine Ausbildung zur Krankenschwester und Kinderkrankenschwester, wo ist nicht bekannt. Die Familie begriff anscheinend sehr schnell, dass sie keine Zukunft im Deutschen Reich haben. Ihr Bruder Alfred konnte nach Kanada, ihre Mutter und die anderen Geschwister in die USA entkommen. Wann sie Karlsruhe verließen, konnte nicht ermittelt werden. Auf jeden Fall waren sie im Adressbuch von Karlsruhe im Jahr 1937 nicht mehr verzeichnet. In der Klauprechtstraße 4 wohnte 1937 die Witwe von David David, ein Bruder von Karolines Vater.
Sie selber emigrierte am 22.2.1933 in die Niederlande. Zu diesem Zeitpunkt galt die Niederlande für jüdische Menschen aus Deutschland als ein sicheres Land. Wo Karola nach der Emigration arbeitete, konnte bis jetzt nicht herausgefunden werden. Vermutlich lernte Karola ihren Mann erst in den Niederlanden kennen. Kurt Johann Schulz wurde am 19.4.1913 in Mannheim geboren, emigrierte in die Niederlande am 4.9.1933, arbeitete und studierte an der Technischen Universität Delft Maschinenbau. Sein Studium schloss er mit Auszeichnung ab. Am 7.9.1938 heirateten Karola und Kurt in Den Haag. Beide waren inzwischen niederländische Staatsbürger. Ihr Glück hätte perfekt sein können, als sie am 30.9.1940 ihre Tochter Hannah Thea Schulz bekamen, die in Gouda geboren wurde.
Doch im Mai 1940 überfiel Nazideutschland die neutrale Niederlande und der Naziterror holte sie ein. Kurz vor der Geburt ihrer Tochter am 25.9.1940 musste das Ehepaar zwangsweise Delft verlassen und nach Reeuwijk ziehen, wo sie im Raadhuisweg E 68 eine neue Bleibe fanden. Karolas Mann konnte als Maschinenbauingenieur dennoch am 6.9.1941 an der Technischen Universität Delft mit der Dissertation „Über den Spannungszustand in perforierten Platten“ promovieren.
Am 26.9.1942 kam die Familie in das Durchgangslager Westerbork, wurde aber zurückgestellt und am 29.9.1942 freigelassen, weil man seine Fähigkeiten als Bauingenieur kriegswichtig benötigte. Im August 1943 war es endgültig vorbei. Die Familie kam am 3.8.1043 wieder in das Durchgangslager Westerbork. Am 31.8.1943 wurden sie in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert.
Eine Mutter mit einem Kleinkind hatte bei der Selektion im KZ Auschwitz keine Chance. Aber auch Karolas Ehemann bekam anscheinend keine Registrierung. Die Familie wurde ermordet.
Karola Schulz, Dr. Kurt Johann Schulz und ihre zweijährige Tochter Hannah Thea wurden später für tot erklärt, als Todesdatum gilt der 3.9.1943.
In Reeuwijk erinnert eine Gedenktafel an die ermordeten jüdischen Einwohner, auch an die Familie Schulz. In der Technischen Universität Delft existiert eine Gedenkplatte an Naziopfer aus der Universität, auf der auch Dr. K. J. Schulz vermerkt ist.
Quellen: Joods Monument; Gedenkbuch für die Karlsruher Juden; Gedenkbuch Bundesarchiv; YAD VASHEM; In Memoriam - Nederlandse oorlogsslachtoffers; Adressbuch Karlsruhe 1930, 1937; United States Holocaust Memorial Museum; Arolsen Archiv; geni.com
Malvina Schwartz, geb. Katzenbaum
Malvina Schwartz, geb. Katzenbaum wurde am 11.11.1901 in Satu Mare geboren. Vermutlich hielt sich die jüdische Krankenpflegerin als Flüchtling in Belgien auf. 1943 war sie im Sammellager Mechelen inhaftiert. Die Nazis hatten sie als staatenlos erklärt. Ihr Name stand auf der Deportationsliste von Mechelen nach Auschwitz mit dem Transport XX vom 19.4.1943. Das war der Zug, den drei junge Männer, Youra Livchitz, Jean Franklemon und Robert Maistriau, mit ungeheuerem Mut und Dreistigkeit stoppten, um Deportierten die Flucht zu ermöglichen. Ob sie die Chance zur Flucht hatte, ob sie in Auschwitz ankam, ist ungewiss.
Quelle: Deportationsliste XX Mechelen - Auschwitz
Berta Schweitzer
Die jüdische Krankenschwester wurde am 1.9.1910 in Karlsruhe geboren. Sie hatte eine Tochter namens Maria Hilda Rosa, geboren 31.8.1939, mit der sie in Karlsruhe in der Gerwigstraße 47 lebte. Am 1.3.1943 wurde sie mit ihrer dreijährigen Tochter nach Theresienstadt deportiert, später nach Auschwitz, wo Beide als "verschollen" gelten.
Quellen: Gedenkbuch für die Karlsruher Juden Eigene Webseite von Beepworld Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular! |
Schwester Maria Augustina oder Maria Catharina Clara Schumacher
Karola Schulz, geb. David