"... die tolldreisten, machthungrigen Horden,

sie konnten den Geist nicht morden!"

 

 Dem Gepflegten zum Wohle,

den Pflegenden zur Ehre! 

 

 

Rywka Dafner

Rywka Dafner wurde in Zawiercie in Polen geboren. Sie war verheiratet. Ein Geburtsdatum ist nicht bekannt. Die Krankenschwester war als sogenannte Staatenlose im belgischen SS-Sammellager Mechelen interniert. Mit dem Transport V unter der Nummer 457 wurde sie am 25.8.1942 nach Auschwitz-Birkenau deportiert, weshalb befürchtet werden muss, dass sie ermordet wurde.

Ich danke für die Recherche Frau Laurence Schram vom Jüdischen Deportations- und Widerstandsmuseum (JDWM) in der ehemaligen Mechelner Dossinkaserne. http://www.cicb.be/


Lina Jacoba Dalsheim

Lina Jacoba Dalsheim war Krankenschwester und lebte zuletzt in Apeldoorn. Geboren wurde sie in Borger am 16.5.1923. Die Nazis ermordeten sie im KZ Auschwitz am 3.9.1943.

Quelle: Virtuelles Denkmal der Jüdischen Gemeinde der Niederlande: http://www.joodsmonument.nl/


Hendrika Dasberg

Hendrika Dasberg war Krankenschwester im "Centraal Israëlitisch Krankzinnigengesticht Het Apeldoornse Bos" in Apeldoorn. Sie wurde am 13.3.1924 in Amsterdam geboren. Die Achtzehnjährige wurde am 5.2.1943 in Auschwitz ermordet.

Quelle: Virtuelles Denkmal der Jüdischen Gemeinde der Niederlande: http://www.joodsmonument.nl/

Siehe auch: Apeldoornsche Bosch


Ruth Davidow

Ruth Davidow kam aus den USA. Die Krankenschwester kämpfte für die spanische Republik in den Internationalen Brigaden. Nach ihrer Heimkehr plagten sie Schuldgefühle, Spanien verlassen zu haben. Sie fühlte sich wie eine Verräterin, weil sie die kämpfenden Republikaner im Stich ließ. Jahre später erzählte sie, dass damals ein spanischer Bauer zu ihr bemerkte, dass die Leute noch einen realen Krieg bekommen würden, die den Spaniern die Hilfe im Bürgerkrieg verweigern. Die Prophezeiung des Bauern traf ein.

Quelle

http://www.downtownexpress.com/de_43/americanwomen.html


Annie Helene Davids

Annie Helene Davids, geboren am 18.7.1918 in Amsterdam und Regina Elisabeth Davids, geboren am 10.9.1915 in Amsterdam, waren die Töchter von Abraham Davids, geboren am 14.6.1880 in Amsterdam, und Johanna Davids-Frenkel, geboren am 27.11.1885 in Frankfurt am Main. Die Schwestern waren Krankenpflegeschülerinnen im "Centraal Israëlitisch Krankzinnigengesticht Het Apeldoornse Bos". Die Krankenpflegeschülerinnen wurden am 5.2.1943 in Auschwitz ermordet, wo am 17.9.1942 bereits ihre Eltern umgebracht wurden.

Quelle: Virtuelles Denkmal der Jüdischen Gemeinde der Niederlande: http://www.joodsmonument.nl/


Regina Elisabeth Davids

Annie Helene Davids Aus Gerechte-der-Pflege Wechseln zu: Navigation, Suche Annie Helene Davids, geboren am 18.7.1918 in Amsterdam und Regina Elisabeth Davids, geboren am 10.9.1915 in Amsterdam, waren die Töchter von Abraham Davids, geboren am 14.6.1880 in Amsterdam, und Johanna Davids-Frenkel, geboren am 27.11.1885 in Frankfurt am Main. Die Schwestern waren Krankenpflegeschülerinnen im "Centraal Israëlitisch Krankzinnigengesticht Het Apeldoornse Bos". Die Krankenpflegeschülerinnen wurden am 5.2.1943 in Auschwitz ermordet, wo am 17.9.1942 bereits ihre Eltern umgebracht wurden.

Quelle: Virtuelles Denkmal der Jüdischen Gemeinde der Niederlande: http://www.joodsmonument.nl/


Jochem Deleeuw

Jochem Deleeuw wurde am 4.10.1884 in Amsterdam geboren. Der Krankenpfleger war mit Hinda Kabilers verheiratet. Die Nazis erklärten ihn als staatenlos und internierten ihn im belgischen SS-Sammellager Mechelen. Mit dem Transport XIV unter der Nummer 6 wurde er am 24.10.1942 nach Auschwitz deportiert. Es muss befürchtet werden, dass er den Holocaust nicht überlebte.

Ich danke für die Recherche Frau Laurence Schram vom Jüdischen Deportations- und Widerstandsmuseum (JDWM) in der ehemaligen Mechelner Dossinkaserne. http://www.cicb.be/


Louis Demajo

Louis Demajo wurde am 30.11.1896 in Wien in Österreich geboren. Der Arzthelfer war im belgischen SS-Sammellager Mechelen als sogenannter Staatenloser interniert. Mit dem Transport XIX unter der Nummer 201 wurde er am 15.1.1943 nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Es muss davon ausgegangen werden, dass er ermordet wurde.

Ich danke für die Recherche Frau Laurence Schram vom Jüdischen Deportations- und Widerstandsmuseum (JDWM) in der ehemaligen Mechelner Dossinkaserne. http://www.cicb.be/


Max Demmel

Max Demmel wurde am 4.9.1912 in Ettringen, Landkreis Unterallgäu, geboren. Sein Vater war der Schneider Max Demmel, seine Mutter die Modistin Viktoria Demmel, geborene Böck. Die Familie zog zwischen 1916 und 1919 nach Mickhausen, ein kleines Dorf im Landkreis Augsburg.

Max hatte noch einen älteren Stiefbruder, einen jüngeren Bruder und drei jüngere Schwestern. Zwei weitere Geschwister waren kurz nach der Geburt gestorben. Seine Kindheit war geprägt durch Armut. Das Einkommen seines Vaters als Schneider reichte nicht aus, die kinderreiche Familie ausreichend zu ernähren, sodass die Geschwister bei den größeren Bauernhöfen oft um Lebensmittel baten. Bald trugen die Kinder zum Familieneinkommen bei durch Auftritte als Musiker. Bis auf den Stiefbruder waren die Demmelkinder sehr musikalisch. Max Demmel absolvierte eine kaufmännische Berufsausbildung, arbeitete aber auch zeitweise als Orchestermusiker und Stehgeiger.

Später berichtete Max Demmel, dass er als Katholik sich nicht zum Nationalsozialismus hingezogen fühlte, aber aufgrund seiner für damalige Verhältnisse überdurchschnittlichen Körpergröße zur Waffen-SS eingezogen wurde. 1940 nahm er an der Schlacht um Dünkirchen teil und war auch in Südwestfrankreich am Golf von Biscaya. Nach einer Verwundung wurde er zum Sanitäter ausgebildet. Vermutlich kam er durch diese Verwundung in das Konzentrationslager Flossenbürg. Dort arbeitete er zunächst zeitweise in der Poststelle. Über das Telefon lernte er Gertrud Sendlbeck kennen, die in Floß bei der Post angestellt war. Im Mai 1942 heirateten sie.

Durch diese Heirat bekam Max Demmel massive Probleme. Nicht weil er heiratete, sondern wie er heiratete. Sein Vater hatte die Zivilkleidung seines Sohnes verkauft. Als gläubiger Katholik konnte Max jedoch nicht auf die kirchliche Trauung verzichten. Also erschien er in seiner SS-Uniform vor dem Traualtar. Das Verhältnis der Nazis zur katholischen Kirche war bereits extrem zugespitzt, sodass Max Demmel für diesen Affront abgestraft und für einige Monate nach Herzogenbusch in Holland strafversetzt wurde. 1943 war er wieder bei seiner Frau in Floß. Das Ehepaar bekam einen Sohn. Im KZ Flossenbürg war er nun für das Krankenrevier zuständig.

Das "normale" SS-Personal dort kannte keine Skrupel. Sie quälten die Häftlinge und bereicherten sich immer wieder am Eigentum der Gefangenen, verschafften sich ihre Arbeitskraft für private Zwecke, entwendeten KZ-Zuwendungen wie Lebensmittel, Kleidung, Gerätschaften. Ein SS-Mann verschwand mit der Geldkassette des Lagers. Die SS-Ärzte, die die medizinische und pflegerische Behandlung der Gefangenen eher boykottierten anstatt zu fördern, brannten sich vom Alkohol des Krankenreviers Schnaps. Im Mai 1944 übernahm ein Heinrich Schmitz das Kommando über das Krankenrevier, ein Arzt in Zivil, beschrieben als manisch-depressiv, als unkontrollierter Psychopath. 1943 war er selber Opfer der Zwangssterilisation geworden, ihm war die Zulassung als Arzt entzogen worden. Danach stellte man ihn vor die Wahl, weiterhin in einem Nervenkrankenhaus verwahrt zu werden oder als Arzt in einem Konzentrationslager zu arbeiten. Schmitz setzte sich gerne in Szene. Lud Kommandant, Schutzlagerführer und andere Offiziere zu Operationen ein, die er kettenrauchend vor dem saufenden und qualmenden Publikum durchführte. Oft genug überflüssige Operationen, die meist tödlich endeten. Seine Patienten verhöhnte, erniedrigte, demütigte er. Er förderte absichtlich die Infektion durch Typhus im Lager.

Max Demmel versuchte innerhalb seiner Möglichkeiten Widerstand zu leisten. So schob er beispielsweise den Jungen und Jugendlichen, die im Block 19 untergebracht waren, bei Appellen klammheimlich kalziumhaltige Tabletten in den Mund. Vermutlich blieb seine Haltung nicht verborgen, denn es kam zu einem Zwischenfall. Ein anderer SS-Mann wollte ihn erschießen. Sein Leben hatte er der Geistesgegenwart eines anderen SS-Mannes zu verdanken, der das Gewehr beiseite schlug, sodass die Kugel in die Decke ging.

Im April 1945 sollte das Konzentrationslager Flossenbürg nach Dachau verlegt werden. Max Demmel ließ sich von Häftlingen Substanzen spritzen, mit denen er eine Erkrankung vortäuschen konnte und blieb in Flossenbürg. Am 16.4.1945 beschossen Tiefflieger der Alliierten auf dem Bahnhof Floß den Häftlingszug nach Dachau. Max organisierte ein Fahrzeug und brachte die verwundeten und toten Häftlinge des Angriffs in das Konzentrationslager zurück. Ihm war klar, dass versprengte oder zurückkehrende SS-ler ihn dafür an die Wand gestellt hätten. Im Konzentrationslager pflegte er die Verletzten und assistierte den inhaftierten Ärzten Dr. Alain Legeais und Dr. Polak bei den Operationen.

Nach der Befreiung geriet Max Demmel in Kriegsgefangenschaft. Vermutlich war er im Gefangenenlager Weiden. Denn dort entstand durch einen Mitgefangenen eine Zeichnung von ihm. Seine sehr kurze Inhaftierungszeit als SS-Mitglied lässt sich nur dadurch erklären, dass ehemalige Häftlinge aus dem KZ Flossenbürg für ihn aussagten. Die Familie Demmel zog nach der Kriegsgefangenschaft nach Mickhausen, wo das Ehepaar zwei weitere Söhne bekam. Der Neuanfang war schwer. Aufgrund seiner früheren SS-Zugehörigkeit fand er zunächst keine Arbeit. Immer wieder wurde Max Demmel von den Amerikanern zur Spruchkammer vorgeladen, wurde mehrmals nach Dachau gebracht. Dort sagte er als Zeuge der Anklage bei den Verhandlungen in Dachau über die Zustände im KZ Flossenbürg aus.

Er blieb nach dem Krieg mit ehemaligen gefangenen Pflegern und Ärzten aus dem KZ Flossenbürg in Kontakt. Sie setzten sich für ihn ein, intervenierten bis in Regierungsstellen, versuchten nun ihm zu helfen, legten ihm nahe, nach Frankreich überzusiedeln, damit er es leichter habe. Max Demmel blieb in Mickhausen. Ende der 40er oder Anfang der 50er Jahre legte er das Staatsexamen als Krankenpfleger ab. Danach arbeitete er in einem Altersheim in seinem Heimatort im ehemaligen Fuggerschloss.

Nebenbei pflegte er wieder sein Hobby Musik. Er gab Musikunterricht für Geige, Mandoline und Gitarre und konnte so seinem Sohn Gymnasium und Internat in Augsburg finanzieren. Mit seinen Geschwistern und anderen Musikern gründete er eine Tanzkapelle, die bei Tanzveranstaltungen, Hochzeiten und Faschingsbällen aufspielte. Nach dem Tod seines Bruders und Ende der Tanzkapelle übernahm er die Leitung des Kirchenchores. Seine Frau unterstützte ihn als Organistin. Später leitete er noch den Männerchor im Nachbardorf und einen Jugendchor.

Mitte der 70er Jahre besuchte er in Mutters bei Innsbruck Kurt Schuschnigg. Dieser war von 1934 bis 1938 österreichischer Bundeskanzler gewesen. Kurt Schuschnigg war unter anderem auch im KZ Flossenbürg inhaftiert gewesen. Dieser Besuch war einer der wenigen Hinweise auf die Vergangenheit von Max Demmel.

Nach der Auflösung des Altersheimes in Mickhausen arbeitete er bis zur Pensionierung in Augsburg. Am 30.9.1982 starb Max Demmel nach einem langen Krebsleiden in Mickhausen.

Über seine Zeit im Konzentrationslager Flossenbürg hatte er überwiegend geschwiegen. Seine dortige Haltung, seine Zivilcourage kehrte er nie heraus. Er war ganz einfach in der SS-Uniform Mensch geblieben und hatte versucht, sich treu zu bleiben. Anscheinend war es für ihn eine Selbstverständlichkeit. Der Blick auf die Geschichte lehrt etwas anderes.

 

Quellen

Berichte von Überlebenden, unter anderem Jack Terry

Maximilian Demmel (Sohn von Max Demmel)

Ich danke besonders der Familie Demmel für die Lebensbeschreibung und das Bildmaterial (Im Virtuellen Denkmal Gerechte der Pflege).


Geertje Regine Denneboom

Geertje Regine Denneboom, geboren am 21.8.1924 in Beilen, war die Tochter von Joël Denneboom, geboren am 5.2.1894 in Beilen, und Martha Hoogstraal, geboren am 14.6.1892 in Leens. Sie hatte zwei Schwestern, eine jüngere Schwester namens Elli Hermanna Denneboom, geboren am 22.3.1929 in Beilen und Carolina Geertje, von der keine Daten bekannt sind.

Die Krankenschwester arbeitete in der "Centraal Israëlitisch Krankzinnigengesticht Het Apeldoornse Bos". Ihre Schwester und Mutter wurden am 8.10.1942 in Auschwitz ermordet, ihr Vater am 7.2.1945 im KZ Groß Rosen. Geertje Regine Denneboom wurde am 25.1.1943 in Auschwitz umgebracht. Von der Familie überlebte nur die Schwester Carolina Geertje.

Quelle: Virtuelles Denkmal der Jüdischen Gemeinde der Niederlande: http://www.joodsmonument.nl/


Hans Dennstädt

Hans Dennstädt war Krankenpfleger und im Konzentrationslager Dachau inhaftiert. Trotz der eigenen Bedrohung setzte er seine gesamten Energien im Krankenrevier dafür ein, das Leben seiner Mithäftlinge durch seine Arbeit zu retten.

Quellen

Stanislav Zámecnik: Das war Dachau, Internationale Stiftung von Dachau, Fischer Taschenbuch Vlg., Januar 2007, ISBN 978-3-596-17228-3


Lilly Madeleine Derenberg

Lilly Madeleine Derenberg wurde am 4.10.1906 geboren. Die jüdische Krankenschwester stammte aus Hamburg und war zuletzt wohnhaft Laufgraben 37. Weiterhin ist bekannt, dass sie dazumal nicht verheiratet war. Am 19.10.1942 wurde sie in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Es entzieht sich meiner Kenntnis, ob sie überlebte.

Quellen

Deportation Assembly Points: No. 38 Altonaer Straße/No. 120 Schanzenstraße

Universität Hamburg - Wilhelm Mosel, Deutsch-Jüdische Gesellschaft (ohne Datum)


Hertha Deutsch, geb. Strauch

Hertha Strauch wurde am 24.6.1897 in Saint-Avold im Elsaß als Tochter eines wohlhabenden jüdischen Kaufmanns geboren. Mit 18 Jahren meldete sie sich als freiwillige Rotkreuz-Krankenschwester und erlebte den I. Weltkrieg bis 1916 in Metz im Lazarettdienst. Ihre Tagebuchaufzeichnungen aus dieser Zeit bildeten die spätere Grundlage für ihren Antikriegsroman "Die Katrin wird Soldat", den sie unter dem Pseudonym Adrienne Thomas veröffentlichte.

1916 zog die Familie nach Berlin. Nach der Machtergreifung 1933 floh sie vor den Nationalsozialisten zuerst in die Schweiz, dann nach Wien, 1938 nach Frankreich und schließlich in die USA. Dort heiratete sie 1941 Julius Deutsch. 1947 kehrte das Ehepaar nach Europa zurück und ließ sich in Wien nieder. Ihre Flucht quer durch Europa schilderte Adrienne Thomas in dem Buch "Reisen Sie ab, Mademoiselle!", das 1947 erschien. Hertha Deutsch verstarb am 7.11.1980 in Wien.

Quellen

Weblexikon der Wiener Sozialdemokratie


Erna Devries-Kaufmann

Erna Devries-Kaufmann wurde am 1.6.1893 in Keulen geboren. Sie wohnte in der Prinsenstraat 22 II - a in Amsterdam und arbeitete in der Hauskrankenpflege. Die Krankenschwester wurde am 27.8.1943 in Auschwitz umgebracht.

Quelle: Virtuelles Denkmal der Jüdischen Gemeinde der Niederlande: http://www.joodsmonument.nl/


Helene Dianiska

Die Krankenpflegerin Helene Dianiska wurde am 12.12.1890 geboren. Helene Dianiska war slowakische Staatsangehörige. Am 3.1.1942 wurde sie von der Gestapo Wien verhaftet und erkennungsdienstlich erfasst. Man warf ihr ein "Vergehen nach dem Heimtückegesetz" vor. Dieser Tatvorwurf wurde sehr willkürlich ausgelegt und basierte in der Regel auf eine Denunziation. Eine regimefeindliche Bemerkung, Kritik, einfach nur die Feststellung eines wahren Sachverhaltes oder die Rache eines Denunzianten konnten dazu führen, dass jemand ins Visier der Gestapo geriet. Anscheinend kam die Krankenpflegerin glimpflich davon, denn es ist nicht bekannt, dass gegen sie weiter ermittelt oder ein Prozess eröffnet wurde. Allerdings mussten Menschen, die bereits einmal der Gestapo in die Fänge gefallen waren, höllisch aufpassen, da eine einmalige Aufmerksamkeit von der Geheimpolizei oftmals reichte, auch weiterhin überwacht zu werden.

Quellen

Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW)


Louis Dikker

Der Krankenpfleger Louis Dikker, geboren am 16.1.1886 in Amsterdam, war mit Emalia Dikker-van der Kaars, geboren am 3.4.1886 in Leeuwarden, verheiratet. Das Ehepaar wohnte in der Transvaalstraat 120 II in Amsterdam. Beide wurden am 24.9.1942 im KZ Auschwitz ermordet.

Quelle: Virtuelles Denkmal der Jüdischen Gemeinde der Niederlande: http://www.joodsmonument.nl/


Bertha Diependaal

Bertha Diependaal wurde am 26.3.1891 in 's Hertogenbosch in den Niederlanden geboren. Als sogenannte Staatenlose wurde sie im belgischen SS-Sammellager Mechelen interniert. Die Krankenschwester war mit Arnold Knoek verheiratet. Am 15.1.1943 wurde sie mit dem XVIII. Transport unter der Nummer 538 nach Auschwitz-Birkenau deportiert, wo sie vermutlich ermordet wurde.

Ich danke für die Recherche Frau Laurence Schram vom Jüdischen Deportations- und Widerstandsmuseum (JDWM) in der ehemaligen Mechelner Dossinkaserne. http://www.cicb.be/


Maria Dinghofer

Die Krankenschwester Maria Dinghofer arbeitete in der Heil- und Pflegeanstalt Gugging und verweigerte eine Mittäterschaft an Euthanasieverbrechen. Siehe Franz Amreiter.

Quellen

Gerhard Fürstler: Krankenpflege in der Zeit des Nationalsozialismus

Österreichischer Gesundheits- und Krankenpflegeverband, 03.02.2005


Isobel Dodds

Isobel Dodds aus Neuseeland war Krankenschwester, eine enge Freundin von Renè Shadbolt und kämpfte auf der Seite der Internationalen Brigaden in Spanien (siehe dort) gegen den Faschismus.

Siehe auch: Radio New Zealand National: Spanish Civil War (ohne Datum)


Rosa Döcker

Die Krankenschwester Rosa Döcker arbeitete in der Heil- und Pflegeanstalt Gugging und verweigerte eine Mittäterschaft an Euthanasieverbrechen. Siehe Franz Amreiter.

Quellen

Gerhard Fürstler: Krankenpflege in der Zeit des Nationalsozialismus

Österreichischer Gesundheits- und Krankenpflegeverband, 03.02.2005


Emmy Dörfel

Die kommunistische Krankenschwester wurde 1908 in Plauen geboren. Bereits 1933 wurde sie bei einer Hausversammlung der KPD in Berlin-Charlottenburg verhaftet. Nach ihrer Entlassung gründete sie im Jüdischen Krankenhaus in Berlin eine illegale Parteigruppe. Wieder in Lebensgefahr musste sie schließlich nach Paris emigrieren. 1937 schloss sie sich den Internationalen Brigaden in Spanien an und arbeitete für die Interbrigadisten in Lazaretten (siehe Auguste Guttmann). Danach kämpfte sie aktiv in der französischen Resistance mit. 1941 kehrte sie freiwillig nach Deutschland zurück und wurde von der Gestapo verhaftet. Sie kam in das Konzentrationslager Ravensbrück, später dann nach Buchenwald in die Außenstelle Coburg. Im April 1945 gelang ihr die Flucht.

Nach der Befreiung arbeitete sie zunächst in der Entnazifizierungskommission. 1950 zog sie nach Ostberlin und nahm wieder ihre Tätigkeit als Krankenschwester auf. Am 28.6.1963 wurde der unerschrockenen Frau in Dresden die Florence-Nightingale-Medaille verliehen, die höchste Auszeichnung des Internationalen Roten Kreuzes. Am 18.5.2002 starb Emmy Dörfel.

Quellen

Ravensbrückblätter Dezember 2002: Nachruf Emmy Dörfel

Siehe auch: 

Wikipedia: Emmy Dörfel

HaGalil Lexikon: Emmy Dörfel


Rudolf Dörner

Der Österreicher Rudolf Dörner, geboren am 25.3.1907, arbeitete als Manager für Theater und Artistik. Eigentlich war er jedoch Krankenpfleger und im zweiten Weltkrieg nutzte er seine dort erworbenen Kenntnisse auf besondere Art. Nicht jeder Mann fühlte sich dazu berufen, für den Führer an der Front den Heldentod zu sterben. Es glaubte auch nicht jeder an Sinn oder Legitimation des Krieges. Eine Wehrdienstverweigerung war kaum möglich. Gegen Wehrdienstverweigerer gingen die Nazis extrem hart vor. Wer den Dienst an der Waffe ablehnte, sei es aus politischen Überzeugungen, Gewissensgründen oder einfach aufgrund von Angst um seine Gesundheit und Leben, wurde in der Regel mit der Todesstrafe bestraft. Auch auf Desertation stand die Todesstrafe. In ihrer Verzweiflung kamen immer wieder Soldaten auf die Idee, sich den sogenannten „Heimschuss“ zu setzen. Das heißt, dass sie sich selbst verstümmelten, um nach Hause zu kommen. Damit verstießen sie gegen Paragraph 5 KSSVO (Kriegssonderstrafrechtsverordnung), „Zersetzung der Wehrkraft“. Und Wehrkraftzersetzung wurde ebenfalls mit der Todesstrafe geahndet. Im militaristischen Nationalsozialismus war eine Verweigerung zum Kriegsdienst nicht nur ein militarisches Delikt. Wer den Dienst an der Waffe ablehnte, gleich, aus welchen Gründen, demonstrierte automatisch Widerstand gegen das System.

Eine Selbstverstümmlung konnte auch aufgrund der Unberechenbarkeit böse ausgehen, auch wenn sie nicht entdeckt wurde, und bleibende massive Gesundheitsbeeinträchtigungen hinterlassen. Rudolf Dörner setzte seine pflegerischen und medizinischen Kenntnisse ein, um das Risiko für die Betroffenen relativ gering zu halten. Er gehörte einer Widerstandsgruppe an, die versuchte, Soldaten wehrdienstuntauglich zu machen. Dazu verabreichte er Pulver oder Injektionen, um die Front- und Wehrdiensttauglichkeit kalkulierbar herabzusetzen.

Bereits im Januar wurden Mitglieder der Widerstandsgruppe festgenommen. Rudolf Dörner wurde von der Gestapo Wien am 3.3.1944 verhaftet. Er wurde mit Leidensgenossen nach Berlin-Moabit überstellt und vom Reichskriegsgericht wegen "Wehrkraftzersetzung durch Beihilfe zur Wehrdienstentziehung von Wehrdienstpflichtigen" zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde am 15.4.1945 durch Erschießung auf dem Schießstandgelände in Weiden in der Oberpfalz vollstreckt.

 

Quellen

Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW): Rudolf Dörner


Maria Agnes Gräfin zu Dohna

Heinrich Graf zu Dohna, der der Widerstandsgruppe um Ludwig Beck und Carl Goerdeler angehörte und am 14.9.1944 hingerichtet wurde, hat in der Literatur einen festen Platz. Man muss aber intensiv fahnden, um auf den Namen Maria Agnes Gräfin zu Dohna, geborene Borcke, zu stoßen. Sie war nicht nur seine treusorgende Ehegattin und Mutter einer Tochter und drei Söhnen, sondern kämpfte ebenfalls bewusst im Widerstand. Von Dohna gehörte aktiv der Bekennenden Kirche an. Deshalb, und nicht nur aus reiner „Sippenhaft“, wurde sie am 21. Juli 1944 verhaftet und in das KZ Ravensbrück verschleppt. Es ist bekannt, dass Heinrich Graf zu Dohna ein Generalmajor a. D. war. Fast unbekannt ist, dass Maria Agnes Gräfin zu Dohna im KZ im Krankenrevier und nach dem Krieg als Rotkreuzschwester arbeitete.

 

Quellen

Ausstellung "Christliche Frauen im Widerstehen gegen den Nationalsozialismus" in der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück


Paula Draxler

Die Österreicherin Paula Draxler, geboren 1902, war Krankenschwester und Sekretärin. Sie kämpfte bei den Internationalen Brigaden (siehe Auguste Guttmann). 1944 war sie in Gestapohaft. Dort soll sie umgebracht worden sein oder Selbstmord begangen haben.

Quellen

Hans Landauer, Erich Hackl: Lexikon der österreichischen Spanienkämpfer 1936-1939, Verlag der Theodor Kramer Gesellschaft, Wien


Benjamin Dresden

Die Familie Dresden lebte in Amsterdam und wurde auch dort geboren. Benjamin Dresden, geboren am 12.6.1906, war Krankenpfleger und mit der Krankenschwester Betsy Dresden-van Straten, geboren am 9.3.1906, verheiratet. Das Ehepaar zwei Kinder, die Tochter Sophia, geboren am 9.11.1931, und den Sohn Samuel Benjamin, geboren am 12.12.1932. Die Familie wurde nach Auschwitz deportiert. Betsy Dresden-van Straten wurde nach der Ankunft mit ihren Kindern am 28.9.1942 ermordet, Benjamin Dresden am 31.1.1943.

Quelle: Virtuelles Denkmal der Jüdischen Gemeinde der Niederlande: http://www.joodsmonument.nl/


Betsy Dresden-van Straten

Die Familie Dresden lebte in Amsterdam und wurde auch dort geboren. Benjamin Dresden, geboren am 12.6.1906, war Krankenpfleger und mit der Krankenschwester Betsy Dresden-van Straten, geboren am 9.3.1906, verheiratet. Das Ehepaar zwei Kinder, die Tochter Sophia, geboren am 9.11.1931, und den Sohn Samuel Benjamin, geboren am 12.12.1932. Die Familie wurde nach Auschwitz deportiert. Betsy Dresden-van Straten wurde nach der Ankunft mit ihren Kindern am 28.9.1942 ermordet, Benjamin Dresden am 31.1.1943.

Quelle: Virtuelles Denkmal der Jüdischen Gemeinde der Niederlande: http://www.joodsmonument.nl/


Mietje Drukker

Mietje Drukker wurde am 24.5.1907 in Amsterdam geboren und lebte in Den Haag, Fluwelen Burgwal 24. Die Krankenschwester arbeitete in der Hauskrankenpflege. Sie wurde in Auschwitz am 7.9.1942 ermordet.

Quelle: Virtuelles Denkmal der Jüdischen Gemeinde der Niederlande: http://www.joodsmonument.nl/


Rosette Drukker

Rosette Drukker war Krankenschwester gewesen. Sie wurde am 8.8.1870 in Assen geboren und wohnte zuletzt in der Holendrechtstraat 8 III in Amsterdam. Rosette Drukker wurde in das KZ Auschwitz deportiert und dort umgebracht. Als Sterbedatum gilt der 19.2.1943.

Quelle: Virtuelles Denkmal der Jüdischen Gemeinde der Niederlande: http://www.joodsmonument.nl/


Martha Drumm, geb. Decker

Martha Decker erblickte am 21.11.1910 in einer sozialdemokratischen Bergarbeiterfamilie im saarländischen Wiebelskirchen das Licht der Welt. Ungerechtigkeiten und die Erkenntnis, dass man sich gegen Armut wehren muss, waren Anlass für ihre Mitgliedschaft in der SPD. 1933 heiratete sie Hermann Drumm, mit dem sie nicht nur ihre politischen Ansichten teilte, sondern auch die Liebe zur Natur.

Als in Deutschland die Nazis die Regierungsgeschäfte übernahmen, wirkte sie im Saargebiet aktiv für die Schaffung einer Einheitsfront. Berichtet wird, dass sie wiederholt Flugschriften über die Grenze ins Deutsche Reich brachte. Nachdem die Abstimmung im Januar 1935 zu Gunsten Hitlerdeutschlands ausging, musste das Ehepaar nach Frankreich emigrieren.

Als Franco 1936 in Spanien putschte, gingen viele Antifaschisten dorthin, um an der Seite der jungen Republik zu kämpfen. In Paris absolvierte sie vorher einen Schnellkurs des Roten Kreuzes und ging im Februar 1937 als Sanitäterin nach Albacete. Ihr Mann kämpfte als Leutnant in der 3. Kompanie des „Thälmann-Bataillons“ und fiel am 1. September 1937.

Martha war zu diesem Zeitpunkt im 5. Monat schwanger. Trotzdem arbeitete sie weiter als OP-Schwester bis 14 Tage vor der Geburt ihres Kindes. Nachdem die Interbrigadisten im Oktober 1938 Spanien verließen, ging sie mit ihrem Sohn Hermann wieder nach Frankreich. Durch die Solidarität französischer Freunde gelang es ihr, sich rechtzeitig vor dem Zugriff der Gestapo im April 1943 zu entziehen.

Sie ging in den Untergrund und war Mitglied der Résistance. In Frankreich hatte sie ihren neuen Lebensgefährten Sepp Strasser kennengelernt. Mit ihm bekam sie 1945 wieder im Saarland ihre Tochter Katja. 1946 zogen sie nach Rosenheim in Bayern, 1956 siedelten sie in die DDR über und lebten in Karl-Marx-Stadt und später in Berlin.

Das Rote Kreuz verlieh ihr die Florence Nightingale Medaille, die DDR ehrte sie mit dem Vaterländischen Verdienstorden in Bronze. Gestorben ist Martha Drumm am 18. Januar 2002

Verfasser des Artikels: Michael Quetting, Quelle: Erika Klug in Bies/Bernard; Saarländerinnen gegen die Nazis, Saarbrücken 2004


Sara Dunkelblum

Sara Dunkelblum wurde am 19.8.1902 in Krakau, Polen, geboren. Sie war von Beruf Zahnärztliche Assistentin. Die Nazis stuften sie in Belgien als staatenlos ein. Sie wurde im SS-Sammellager Mechelen interniert und am 24.10.1942 mit der Nummer 38 im Deportationszug XIV ins KZ Auschwitz verschleppt. Aufgrund der fehlenden Registrierung in Auschwitz muss befürchtet werden, dass sie direkt nach ihrer Ankunft ermordet wurde.

Ich danke für die Recherche Frau Laurence Schram vom Jüdischen Deportations- und Widerstandsmuseum (JDWM) in der ehemaligen Mechelner Dossinkaserne. http://www.cicb.be/


Herman Dupont

Herman Dupont wurde in Amsterdam am 31.8.1910 geboren. Der Krankenpfleger war der Sohn von Samuel Dupont, geboren in Amsterdam am 1.6.1882 und Rebekka Dupont-Reindorp, geboren in Leeuwarden am 25.6.1880. Er hatte noch einen jüngeren Bruder namens Hartog, geboren in Leeuwarden am 28.2.1920. Die Familie wohnte in der Ruyschstraat 88 huis in Amsterdam. Seine Eltern und sein Bruder wurden nach Sobibor deportiert und dort ermordet. Der Sterbeort des Krankenpflegers Herman Dupont ist unbekannt, als Sterbedatum gilt der 31.3.1944.

Quelle: Virtuelles Denkmal der Jüdischen Gemeinde der Niederlande: http://www.joodsmonument.nl/


Reintje Duveen

Der Krankenpfleger Reintje Duveen lebte in der Jekerstraat 61 II in Amsterdam. Er war in Zwolle am 22.6.1883 geboren worden. Reintje Duveen wurde nach Sobibor deportiert und dort am 2.7.1943 ermordet.

Quelle: Virtuelles Denkmal der Jüdischen Gemeinde der Niederlande: http://www.joodsmonument.nl/


Mozes Dwinger

Der Krankenpfleger Mozes Dwinger wurde am 13.9.1920 in Groningen geboren. Er wohnte zuletzt in Apeldoorn. Er wurde deportiert, sein Sterbeort ist bisher nicht bekannt, sein Sterbedadum ist der 31.3.1944.

Siehe auch: Apeldoornsche Bosch


Simon Dzentselsy

Simon Dzentselsy wurde am 12.5.1906 in Leipzig geboren. Er wohnte in Arnhem, Amsterdamscheweg 1.

Dort war bis 1942 das Jüdische Kinderheim, in dem wenige Mädchen und überwiegend Jungen wohnten. Die Kinder stammten hauptsächlich aus Rotterdam. Sie waren durch den Krieg und Bombenangriffe auf Rotterdam nach Arnhem gebracht worden. Am 11.12.1942 wurde das Kinderheim durch die Nazis geräumt und die Kinder in das „Polizeiliche Judendurchgangslager Kamp Westerbork“ verschleppt. Dieses KZ in den Niederlanden war ein Durchgangslager. Von hier starteten die Deportationszüge, überwiegend nach Auschwitz und Sobibor. Aus dem Kinderheim wurde dann vorübergehend eine Klinik und der Sitz des Jüdischen Rates Arnhem.

Auch der Krankenpfleger Simon Dzentselsy wurde deportiert. Er wurde am 24.9.1943 in Auschwitz ermordet.

Quelle:

Virtuelles Denkmal der Jüdischen Gemeinde der Niederlande: http://www.joodsmonument.nl/

Margo Klijn, "Joodse Arnhemmers 1933 1945", ISBN10: 9075879202 | ISBN13: 9789075879209


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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