"... die tolldreisten, machthungrigen Horden,

sie konnten den Geist nicht morden!"

 

 Dem Gepflegten zum Wohle,

den Pflegenden zur Ehre! 

 

Pflegende der Armia Krajowa

Am 2.10.1944 musste die polnische Heimatarmee, Armia Krajowa, nach dem Warschauer Aufstand kapitulieren. Zuerst wurde die geschlagene polnische Armee wie eine Verbrecherbande behandelt, es kam zu Erschießungen, Deportationen, Einsatz zu Zwangsarbeiten. Nach dem Kapitulationsvertrag vom 2.10.1944 in Ozarow musste ihnen jedoch der Kriegsgefangenenstatus zuerkannt werden. Damit unterstand die Restarmee der Wehrmacht. Laut Kapitulationsurkunde besaßen die weiblichen Kriegsgefangenen die gleichen Rechte wie die männlichen.

In der polnischen Heimatarmee hatten circa 5000 Frauen gedient, in der Organisation, der Versorgung, im Nachrichtendienst, in der Sabotage, in der Information, der Propaganda und besonders im Sanitätswesen. Von ihnen gerieten etwa 3000 in Gefangenschaft, unter ihnen viele Krankenschwestern und Sanitäterinnen. Die Kriegsgefangenen wurden zunächst in den Durchgangslagern Pruszkow und Ozarow zusammengefasst. Verwundete kamen in das Lazarettlager in Zeitheim, darunter auch 586 Frauen. Eine weitere Gruppe der Verwundeten wurde nach Altengrabow und Groß – Lübars gebracht. In diesem Transport waren etwa 445 Frauen.

1.721 Gefangene wurden im Straflager VIC in Oberlangen interniert. Das Lager Oberlangen, ehemaliges Konzentrationslager in sumpfigen Gebieten des Emslandes, war eigentlich aufgrund der unzureichenden Lebensbedingungen aus dem Verzeichnis der Kriegsgefangenenlager gestrichen. Dort erwartete die polnischen Frauen verhehrende Lagerbedingungen: morsche überfüllte Holzbaracken, unzureichende Heizmöglichkeiten, unzumutbare Hygieneeinrichtungen, Wassermangel, schlechte Ernährung.

Dazu kam ein ständiger Druck auf die Frauen, auf den Status der Kriegsgefangenen zu verzichten. Als Zivilpersonen hätte man sie in der Industrie einsetzen können. Die Frauen blieben standhaft und ließen sich auch nicht durch Drohungen einschüchtern. Es lag auch daran, dass einige Offiziere ihren Offiziersgrad verheimlicht hatten, um ihre Kameradinnen begleiten zu können. Sie sorgten unter diesen menschenunwürdigen Verhältnissen dafür, dass die Disziplin aufrechterhalten wurde, stützten die jungen Mädchen, sorgten für kulturelle Abwechslungen, organisierten das Lagerleben. Am 12.4.1945 wurde das Lager Oberlangen um 18.00 Uhr von Soldaten der Ersten Panzerdivision unter General Maczek befreit. Wieviele Krankenschwestern, Sanitäter und Sanitäterinnen der polnischen Heimatarmee insgesamt in Kriegsgefangenschaft oder ums Leben kamen, ist bisher nicht feststellbar.

 

Ich danke für diese Recherche Janina Skrzynska.


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