Virtuelles Denkmal "Gerechte der Pflege"

"... die tolldreisten, machthungrigen Horden, sie konnten den Geist nicht morden!"


Slata Brailovski

 

Slata Brailovski wurde am 15.5.1885 in Odessa in der Ukraine geboren. Die Ukraine gehörte damals zur Sowjetunion. Die Krankenschwester war im belgischen SS-Sammellager Mechelen interniert. Am 29.8.1942 wurde sie unter der Nummer 599 mit dem Deportationszug VI nach Auschwitz deportiert, sodass davon ausgegangen werden muss, dass sie den Holocaust nicht überlebte.

 

Ich danke für die Recherche Frau Laurence Schram vom Jüdischen Deportations- und Widerstandsmuseum (JDWM) in der ehemaligen Mechelner Dossinkaserne.


 

Josef Brandstätter

 

Über Josef Brandstätter ist wenig bekannt. Er wurde am 12.3.1905 in Allerheiligen bei Judenburg geboren. Der ledige Österreicher, von Beruf eigentlich Schneidergehilfe, kämpfte ab April 1937 in den Internationalen Brigaden in Spanien als Sanitäter. Am Ebrobogen wurde er schwer verwundet. Im Oktober 1938 kam er nach Frankreich. Vom 30.8.1940 bis 29.4.1945 befand er sich in Dachau. Nach 1945 ging Josef Brandstätter nach Graz und wurde Angestellter der Steiermärkischen Gebietskrankenkasse.

 

Quelle: DOEW


 

Elsa Brandström

 

Elsa Brandström wurde am 26.3.1888 als Tochter eines schwedischen Gesandten in Russland in St. Petersburg geboren. Nach Ausbruch des I. Weltkrieges ließ sich die Lehrerin als Krankenschwester beim Roten Kreuz ausbilden. Danach pflegte sie überwiegend russische Soldaten, aber auch verletzte deutsche Kriegsgefangene als Schwester der russischen St.-Georgs-Schwestern in dem Petersburger Lazarett „Nicolai-Spital“. Sie bekam das Elend der deutschen Kriegsgefangenen mit, die nach Sibirien geschickt wurden.

 

Über das schwedische Rote Kreuz versuchte sie die Lage der Kriegsgefangenen zu verbessern, organisierte Hilfstransporte mit Kleidung, Decken, Nahrungsmitteln und Medikamenten. Brandström fuhr selber nach Sibirien, überwachte dort im Auftrag des Internationalen Roten Kreuzes die Spendenverteilung und leistete unmittelbare humanitäre Hilfe. Dort erkrankte sie selber lebensgefährlich an Flecktyphus, blieb aber trotzdem. Die Kriegsgefangenen nannten sie „den Engel von Sibirien“. Erst als ihr Vater 1920 im Sterben lag, kehrte sie nach Schweden zurück. Auf der Heimreise nahm man Elsa Brandström in Omsk als Geisel fest. Bolschewistische Kommissare wollten sie als Spionin erschießen. Nach sieben Wochen kam sie frei, weil kriegsgefangene deutsche Kommunisten für sie bürgten.

 

1922 erschien ihr Buch „Unter Kriegsgefangenen in Rußland und Sibirien 1914 - 1920“, in dem sie ihre Erlebnisse niederschrieb. Nach dem Tod ihres Vaters siedelte sie nach Deutschland über. Mit dem Erlös ihres Buches und Spenden baute sie zwei Sanatorien für heimkehrende Kriegsgefangene auf und ein Kinderheim für Kriegswaisen.

 

Als die Nationalsozialisten an die Macht kamen, versuchte das Regime, Elsa Brändström für ihre Ziele zu gewinnen. Die blonde, blauäugige Schwedin, die soviele Deutsche verehrten, passte in die Nazipropaganda. Elsa Brandström, die 1929 den Professor Robert Uhlig geheiratet hatte, emigrierte 1934 mit ihrer kleinen Tochter nach Amerika. Ihr Mann passte gar nicht in die Nazipropaganda: als christlicher Sozialist war er ein erklärter Gegner der Nationalsozialisten.

 

In Amerika beteiligte sich Elsa Brandström an Hilfsaktivitäten für andere Flüchtlinge aus Deutschland und Österreich. Sie eröffnete in Cambridge ein Restaurant, in dem Emigranten einen Arbeitsplatz fanden. Bei Kriegsende sammelte sie Spenden, um besonders den Kindern im Nachkriegsdeutschland zu helfen. Im Februar 1945 reiste sie nach Schweden, um weitere Hilfe zu organisieren. Sie hatte auch einen Besuch in Deutschland geplant. Zu dieser Reise kam es nicht mehr. Elsa Brandström war an Knochenkrebs erkrankt und starb am 4.3.1948 in Cambridge in Massachusetts.

 

Leider ist die große Frau in den letzten Jahrzehnten in Vergessenheit geraten, beziehungsweise ihr Andenken nicht mehr entsprechend gewürdigt worden. Aus Sicht der Pflege wurde oftmals behauptet, dass sie angeblich nie gepflegt, sondern ausschließlich organisatorische Arbeiten verrichtet hätte. Elsa Brandström war zwar aus der gehobenen Gesellschaft, hatte aber dennoch eine zu dieser Zeit völlig normale Krankenpflegeausbildung genossen und war sich anscheinend nie zu fein, als Krankenschwester eine Bettpfanne zu leeren. Ihre angebliche Nähe zu den Nationalsozialisten ist nichts anderes als eine böse Verleumdung, denn sie konnte wohl kaum etwas dafür, dass die Nazis versuchten, Namen und Image der Frau zu mißbrauchen. Sie sympathisierte in keiner Form mit den braunen Machthabern. Der „Engel von Sibirien“ sollte gerade in Deutschland den Ehrenplatz haben, der ihm zusteht.

 

Quellen: Wikipedia


 

Hildegard Braun

 

Der einzige Hinweis auf diese Pflegekraft ist die Suchanzeige in der Zeitschrift "Der Weg Zeitschrift für Fragen des Judentums", Jahrgang 1, Nummer 5, Berlin 29. März 1946. Wenn Hildegard Braun von Theresienstad nach Auschwitz gebracht wurde, war die Wahrscheinlichkeit, dass sie überlebt hat, ausgesprochen gering. Die Angaben in der Anzeige reichen leider nicht aus, um ihr Schicksal zu klären. Es gab mehrere Frauen mit diesem Namen, aber in der Datenbank von YAD VASHEM und Bundesarchiv ist keine Hildegard Braun von Berlin nach Theresienstadt deportiert worden.

 

Quelle: Der Weg Zeitschrift für Fragen des Judentums, Jahrgang 1, Nummer 5


 

Sophia Bremer

 

Sophia Bremer wurde am 27.6.1919 in Amsterdam geboren. Ihr Vater war Simon Bremer, geboren am 17.6.1891 in Amsterdam. Ihre Mutter hieß Branca Koperenberg, geboren am 12.7-1895 in Amsterdam. Die Arzthelferin heiratete in Amsterdam am 1.9.1913 Elias Bremer. Am 6.1.1941 wurde ihre Tochter Karin Bianca Irene in Amsterdam geboren. Als sogenannte Staatenlose war sie im belgischen SS-Sammellager Mechelen interniert. Mit dem XX. Deportationszug wurde sie unter der Nummer 1236 am 19.3.1943 in das KZ Auschwitz-Birkenau deportiert. Am 23.4.1943 wurde sie dort ermordet. Auch ihr Kind, ihren Mann und ihre Eltern hatten die Nazis in Auschwitz umgebracht.

 

Ich danke für die Recherche Frau Laurence Schram vom Jüdischen Deportations- und Widerstandsmuseum (JDWM) in der ehemaligen Mechelner Dossinkaserne; Moshe ben Leib Bremer's Stamboom


 

Hannah Brilleman, geb. Berlinger

 

Hannah Brilleman, geborene Berlinger, wurde 1918 in Berlichingen an der Jagst geboren. Sie war das Jüngste von zehn Kindern des Rabbiners Berlinger. Die Familie Berlinger war seit dreihundert Jahren in Berlichingen ansässig. Juden und Katholiken lebten über Jahrhunderte friedlich miteinander und tolerierten ihre unterschiedlichen Religionen. So verwundert es nicht, dass Hannah die katholische Schule besuchte. Später berichtete sie in einem Interview (SWR2, Die papiernen Kinder - Der Weg der Hannah Brillemann und Bella Leitner aus der Reihe: Berlichingen in Israel, Klaus Schirmer):

 

„........Handarbeit haben wir gehabt bei den Nonnen. Und wenn der Pfarrer Religionsunterricht gegeben hat, sind wir in ein anderes Haus gegangen und wir hatten einen jüdischen Religionslehrer, ja, bei dem haben wir dann jüdischen Unterricht bekommen. Manchmal haben sie uns Judenstinker ausgeschimpft. Manche, wenn man irgendwie Streit hatte oder so. Und da haben wir gesagt: Die Juden sind wir und die Stinker seid ihr. Aber im Allgemeinen haben wir uns sehr gut verstanden. Es war immer ein gutes Verhältnis miteinander, doch, doch. Man hat gebetet dort in der Schule, am Anfang von der Schule, aber wir brauchten nicht mitzubeten und wenn sie Lieder gesungen haben christliche, also kirchliche Lieder, haben wir auch nicht mitsingen müssen. Und es war eine sehr gute Zusammenarbeit. Ich muss ehrlich sagen: Es war wunderbar dort. Erstens: Der Pfarrer von Berlichingen in der Zeit war ein sehr guter und loyaler Mensch, er war der Boss von Berlichingen, mehr als der Bürgermeister. Und dadurch haben die Nazis nicht viel Halt gehabt in Berlichingen, es waren nur einige, die bei der Nazi-Partei waren. Aber später dann sind sie doch ja, doch einige sind bei der SA gegangen usw................“

 

Die Eintracht endete mit dem Nationalsozialismus. Vergleichsweise harmlos war noch der 1.4.1933 in Berlichingen. Im gleichen Interview erzählte sie:

 

„............Am 1. April in 33, das war auf einem Samstag, und da hat man in ganz Deutschland verboten, dass die Juden die Geschäfte aufmachen dürfen und vor jedem jüdischen Geschäft im ganzen Land haben SA-Leute gestanden. Bei uns vor der Türe hat auch ein SA-Mann gestanden, von auswärts, keiner von Berlichingen. Mein Bruder Jacob und ich sind auf dem Balkon oben gestanden und haben ihn ausgelacht: Hahaha, du stehst da. Unser Geschäft ist doch geschlossen. So hat er zu uns gemacht, aber hat nichts getan, so waren wir Kinder. Wir waren sowieso geschlossen am Sabbat, haben doch nie das Geschäft aufgehabt. Und wir haben gesagt: Einmal im Leben ist es gelungen, in Deutschland alle jüdischen Geschäfte geschlossen zu sein, ausgerechnet der Hitler hat das gemacht. [lacht] ............“

 

1934 mit 15 Jahren schickten die Eltern Hannah zur Unterstützung der älteren Schwester Sheva nach Amsterdam, die dort geheiratet hatte. Hier begann Hannah ihre Ausbildung zur Krankenschwester. Nach der Besetzung der Niederlande konnte sie untertauchen und unter verschiedenen Identitäten überleben. Ihrer älteren Schwester gelang es nicht. Sie und ihr kleiner Sohn wurden in Westerbork interniert und von dort in den Tod deportiert. Hannahs restlicher Familie gelang 1936 die Emigration nach Palästina. Heute lebt Hannah Brilleman in Jerusalem.

 

Quelle Klaus Schirmer: SWR2, Die papiernen Kinder - Der Weg der Hannah Brillemann und Bella Leitner aus der Reihe: Berlichingen in Israel


 

Rosalie Ruth ten Brink

 

Die Krankenschwester Rosalie Ruth ten Brink wurde am 16.6.1916 in Bramsche geboren. Zuletzt lebte sie in den Niederlanden in Apeldoorn. Die Nazis ermordeten sie am 5.2.1943 in Auschwitz.

 

Quelle: Joods Monument


 

Johanna  Brinkmann

 

Johanna  Brinkmann wurde 1886 geboren. Am 1.10.1906 begann sie im Israelitischen Krankenhaus in Hamburg ihre Ausbildung zur Krankenschwester. Sie und Selma Meyer waren die ersten Schülerinnen der neuen hauseigenen Krankenpflegeschule, die 1909 mit dem Schwesterndiplom erfolgreich die Ausbildung beenden konnten. Nach dem Tod der Oberin Klara Gordon trat sie deren Nachfolge inmitten des Naziterrors an und musste im Grunde genommen den Niedergang des Israelitischen Krankenhauses organisieren und verwalten: Die finanziellen Probleme, die angeordnete Schließung der Krankenpflegeschule, das Ausbleiben der nichtjüdischen Patienten, der Entzug der Kassenleistungen, die Emigration vieler Ärzte und Schwestern, der erzwungene Umzug von St. Pauli in die Johnsallee, Deportationen usw. Bei allem Engagement war es unmöglich, die Demontage des Krankenhauses durch die Nazis aufzuhalten. Im Juni 1941 gelang ihr noch die Flucht in die USA. Johanna  Brinkmann starb im September 1957 in den Vereinigten Staaten.

 

Quelle: Israelitisches Krankenhaus in Hamburg


 

Luba Brisker

 

Luba Brisker wurde 1904 in Russland geboren. 1922 kam sie in die USA. Sie gehörte zu den Krankenschwestern, die freiwillig in den Internationalen Brigaden arbeiteten.

 

Quelle: Martin Sugarman, AJEX - Jewish Military Museum


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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