Virtuelles Denkmal "Gerechte der Pflege"

"... die tolldreisten, machthungrigen Horden, sie konnten den Geist nicht morden!"


Irma Gindelhumer

 

Irma Gindelhumer wurde am 5.1.1867 in Thening in Oberösterreich geboren. Sie stammte aus einem christlichen Elternhaus und entschied sich früh, Diakonisse zu werden. 1890 trat sie in das Diakonissenmutterhaus in Gallneukirchen ein und wurde 1895 eingesegnet. Sie machte die Ausbildung zur Krankenschwester und arbeitete anschließend überwiegend in Privatpflegen und der Kinderbetreuung. Ab 1900 betreute sie Menschen mit Behinderung im Martinsstift und im Elise-Lehner-Haus. Mit 71 Jahren hätte sie sich eigentlich zur Ruhe setzen können. Das war nichts für die rührige Frau und so arbeitete sie ab 1937 im Fliednerhof in der Diakonissenanstalt in Gallneukirchen weiter.

 

Unter einem Vorwand wurden am 13.1.1941 die Oberin und Rektor der Einrichtung nach Linz vorgeladen. Auf dem Gelände der Einrichtung fuhren graue Busse vor. Inzwischen hatte es sich herumgesprochen, was es bedeutete, wenn die grauen Gekrat-Busse vor Behinderteneinrichtungen parkten. Die Mörder der T4 - Aktion hatten leichtes Spiel, in der Einrichtung ohne Leitung die Menschen mit Behinderung einzusammeln. Irma Gindelhumer reagierte blitzschnell und versteckte mindestens drei ihrer Zöglinge. Sie wurden nicht entdeckt. 61 Pfleglinge zwischen 2,5 und 77 Jahren wurden an dem Tag zur Gaskammer abtransportiert. Die drei versteckten Mädchen von Irma Gindelhumer überlebten.

 

Jemanden das Leben zu retten, ist die eine Geschichte. Aber die Krankenschwester pflegte bis zu ihrem Tode zwei der Pfleglinge, die sie 1941 vor dem sicheren Tod in Hartheim bewahrte, gab die Verantwortung für diese Menschen nie ab.

 

Irma Gindelhumer starb mit 95 Jahren am 3.3.1962. Am 6.3.1962 fand die ehrwürdige Diakonisse, die sich nie ihrer Taten rühmte, auf dem evangelischen Friedhof in Gallneukirchen ihre letzte Ruhe.

 

Quelle: Diakonie Gallneukirchen / Neuendettelsau


 

Gertrud Glaser

 

Gertrud Glaser wurde am 7.2.1884 in Hindenburg (heute Zabrze) in Oberschlesien (heute Polen) geboren. Sie absolvierte ihre Ausbildung als Krankenschwester 1912. Gertrud gehörte zum Verein für jüdische Krankenpflegerinnen zu Frankfurt am Main. Ab circa 1913 arbeitete sie im Israelitischen Krankenhaus Straßburg. Im I. Weltkrieg setzte sie sich wie viele andere jüdische Pflegekräfte auch bedingungslos für die Verwundetenversorgung ein und arbeitete in Straßburg im Lazarett. Nach dem I. Weltkrieg war sie in der Privatpflege tätig und wohnte bis 1939 im Frankfurter jüdischen Schwesternhaus in der Bornheimer Landwehr 85. Gertrud Glaser überlebte den Holocaust. Es gelang ihr am 2.8.1939 nach Santiago de Chile zu emigrieren.

 

Quelle: http://www.juedische-pflege.de


 

Greta Gobits

 

Greta Gobits war die Tochter von Samuel Gobits, geboren in Amsterdam am 13.1.1890 und Rebecca Gobits-Leeuwin, geboren in Amsterdam am 3.4.1887. Die Krankenschwester wurde am 17.12.1916 in Den Haag geboren und arbeitete in der "Centraal Israëlitisch Krankzinnigengesticht Het Apeldoornse Bos". Sie hatte noch zwei Geschwister, die den Holocaust überleben konnten. Mit ihren Eltern wurde Greta Gobits in das KZ Auschwitz verschleppt und am 19.11.1943 ermordet.

 

Quelle: Joods Monument


 

Samuel Benedictus de Goede

 

Samuel Benedictus de Goede war Krankenpfleger und wurde in Amsterdam am 29.5.1908 geboren. Er lebte in Amsterdam in der Onbekendegracht 11 h mit seiner Ehefrau und einem Kind, die Beide den Holocaust überlebten. Der Krankenpfleger wurde am 31.7.1941 im KZ Mauthausen ermordet. Am 15.8.1941 erschien eine Traueranzeige dazu im Joodsche Weekblad.

 

Quelle: Joods Monument


 

Johanna Gödelmann

 

Die Krankenschwester Johanna Gödelmann geborene Cahn erblickte am 11.9.1909 in Mannheim das Licht der Welt. Sie war Stellvertreterin der Oberin Pauline Maier  im Israelitischen Krankenhaus Mannheim. Johanna Gödelmann hatte einen beschränkten Schutz durch ihre sogenannte Mischehe mit dem Kunstmaler Jakob Gödelmann, der am 2.5.1898 in Böbingen geboren wurde und dort am 22.3.1980 starb. Pauline Maier begleitete 1940 freiwillig den Deportationszug nach Gurs und übertrug Johanna Gödelmann die Verantwortung für die im Krankenhaus verbliebenen Patienten.
Ende 1941 wurde das jüdische Krankenhaus in der Mannheimer Collinstraße für "Polizeizwecke" beschlagnahmt. Johanna Gödelmann organisierte den Umzug der Kranken in das Würzweilersche Haus, das jüdische Alten- und Pflegeheim.
Johanna Gödelmann überlebte den Holocaust und starb am 19.1.1975 in Mannheim.
Quellen: Karen Strobel, Stadtarchiv Mannheim - Institut für Stadtgeschichte

 

Karoline (Karola) Götze, geb. Faber

 

Karoline Faber wurde in Bengel in der Rheinprovinz (heute  Landkreis Bernkastel-Wittlich in Rheinland-Pfalz) am 7.4.1920 geboren. Ihre Eltern waren Rosa, geborene Wolf am 13.2.1887 in Mertloch, und Samson, geboren am 16.6.1880 in Bengel. Die Familie wohnte zunächst in Bengel und zog im I. Weltkrieg nach Köln in die Kölner Neustadt in die Stolzestraße. Dort wohnte auch Karoline mit ihrem Mann. Karoline oder Karola war mit Willi Jacob Götze, geboren am 11.9.1921 in Barmen-Elberfeld in Wuppertal verheiratet. Die jüdische Krankenschwester hatte im „Israelitischen Asyl für Kranke und Altersschwache“ in Köln gearbeitet. Welchen Beruf ihr Mann hatte und ob er auch im jüdischen Krankenhaus beschäftigt war, ist nicht feststellbar.

 

Sie wurde zusammen mit ihrem Mann, ihren Eltern und mit mindestens acht Kollegen in Köln im Durchgangslager Müngersdorf Fort V inhaftiert, bevor sie nach Berlin verschleppt und im 27. "Osttransport" am 29.1.1943 mit der Nummer 280 nach Auschwitz deportiert wurde. Ihr Mann hatte die Nummer 279, die Eltern Nummer 856 und 857. Alle gelten als verschollen. Da sie in Auschwitz nicht registriert wurden, ist davon auszugehen, dass sie am Ankunftstag ermordet wurden.

 

Karoline Götze wurde 22 Jahre, ihr Mann 21 Jahre alt.

 

Quellen: YAD VASHEM; Statistik und Deportation der jüdischen Bevölkerung aus dem Deutschen Reich

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