Virtuelles Denkmal "Gerechte der Pflege"

"... die tolldreisten, machthungrigen Horden, sie konnten den Geist nicht morden!"


Ida Judith (rechts oben) mit ihrer Familie in Karlsruhe
 
Ida Judith Cabasso, geb. Zimmermann
 
Ida Judith wurde am 31.3.1920 als fünftes Kind der Eheleute Israel Mendel und Liba Nacha Zimmermann in Karlsruhe geboren. Sie besuchte acht Jahre die Markgrafenschule. Danach begann sie zunächst eine Ausbildung zur Modistin und Putzmacherin. Sie brach die Ausbildung ab, da das Klima auf der Gewerbeschule immer antisemitischer wurde. Der Sechzehnjährigen gelang es, nach Palästina auszuwandern. Ihre Eltern und die zwei Brüder Jonas und Moses wurden von den Nationalsozialisten ermordet. Die Geschwister David und Erna konnten nach Palästina und in die USA auswandern. Die ersten zwei Jahre in Palästina lebte sie im Kibbuz Aschdoth Jaakow, später verdiente sie sich als Hausangestellte ihren Lebensunterhalt. Am 14. Juli 1940 heiratete sie ihren Mann Viktor Cabasso. Bis November 1942 arbeitete sie dann als Kinderpflegerin. Ob sie den Beruf erlernt hatte, entzieht sich meiner Kenntnis. Ida Judith verstarb 1997 in Israel.
 
Quellen:"Gedenkbuch für die Karlsruher Juden"

 

Jenny Caro

 

Die Krankenschwester Jenny Caro wurde am 15.5.1910 in Samter (heute Szamotuly) in Polen geboren. Ihr Name ist auf der Deportationsliste vom "24. Osttransport" mit dem Zielort Auschwitz zu finden. Jenny Caro wurde in Auschwitz ermordet.

 

Quellen: Statistik des Holocaust, YAD VASHEM


 
Léa Catz
 
Die Krankenpflegerin Léa Catz wurde am 28.3.1909 in Braila in Rumänien geboren. Ihr Ehemann war Marcel Tuvi. Als sogenannte Staatenlose wurde sie im SS-Sammellager Mechelen interniert. Am 15.1.1943 wurde sie mit dem Transport XVIII unter der Nummer 201 nach Auschwitz deportiert. Es muss davon ausgegangen werden, dass sie den Holocaust nicht überlebte.
 
Ich danke für die Recherche Frau Laurence Schram vom Jüdischen Deportations- und Widerstandsmuseum (JDWM) in der ehemaligen Mechelner Dossinkaserne. http://www.cicb.be/

 
Ludwig Cerny
 
Der Krankenpfleger und Operationsgehilfe Ludwig Cerny wurde am 10.8.1903 in Neunkirchen geboren. Es ist nur bekannt, dass er geschieden war und das er der KPÖ, der Kommunistischen Partei Österreichs angehörte. Im September 1937 verließ er Österreich und schloss sich den Internationalen Brigaden in Spanien an. Nach der Auflösung der Internationalen Brigaden 1938 wurde er in Frankreich verhaftet und von März 1939 bis Juni 1940 in französischen Lagern interniert. Zurück in Österreich kam er in Wien vom 12.10.1940 bis 17.5.1941 in Gestapohaft. Beim Haftantritt wurde er erkennungsdienstlich erfasst, wodurch das Foto entstand. Nach Kriegsende wurde er von der sowjetischen Besatzungsmacht als provisorischer Bürgermeister der Gemeinde Urschendorf nahe Neunkirchen eingesetzt. Ab Oktober 1945 war Ludwig Cerny Oberpfleger im Krankenhaus Neunkirchen.
 
Quelle: DOEW

 
Jenta de Ceulaer-Margulies

 

Die jüdische Krankenschwester Jenta de Ceulaer-Margulies wurde am 5.7.1901 in Strusow geboren, damals Polen, heute Ukraine. In erster Ehe war sie mit Samuel Bau verheiratet. Aus dieser Ehe stammte ihr Sohn Georg Bau, geboren am 2.4.1937 in Wien. Dann heiratete sie am 29.3.1942 Joseph Louis de Ceulaer, geboren am 25.1.1890, ein Nichtjude, für den es die dritte Ehe war. Dadurch wurde sie die Stiefmutter von Georges De Ceulaer. Zunächst wohnten sie in Antwerpen in der Rolwagenstraat 28, ab dem 20.5.1942 in Borgerhout, Langstraat 21.

 

Sie bekam ein weiteres Kind, Gilbert De Ceulaer. Sie sollte bereits im Sommer 1942 verhaftet und deportiert werden, es wurde aber zurückgestellt, da ihr Sohn erst drei Monate alt war. Am 15.1.1943 stand ein Lastwagen vor dem Haus der Familie de Ceulaer, verhaftete das Ehepaar und brachte sie weg. Jentas Mann kam in das Gefängnis in der Antwerpener Begijnenstraat. Jenta wurde am 16.1.1943 im Sammellager Mechelen inhaftiert. Die Nazis erklärten sie im Lager als staatenlos, obwohl sie durch die Heirat die belgische Staatsangehörigkeit besaß. Als Ehefrau eines Nichtjuden und Mutter eines "Mischlings" hätte sie eigentlich vor einer Deportation geschützt sein müssen.

 

Ihr Mann wurde im März 1943 aus dem Gefängnis entlassen und er und Jentas Stiefsohn gingen sofort nach Mechelen und sprachen in der Kommandantur vor. Es half nichts. Mit dem Transport XX wurde sie und ihr Sohn am 19.4.1943 als Transportnummer 6 und 7 nach Auschwitz deportiert. Das war der Zug, den drei junge Männer, Youra Livchitz, Jean Franklemon und Robert Maistriau, mit ungeheuerem Mut und Dreistigkeit stoppten, um Deportierten die Flucht zu ermöglichen. Jenta und ihrem sechsjährigen Sohn Georg Bau aus erster Ehe gelang nicht die Flucht. Es gab nie mehr ein Lebenszeichen von Jenta de Ceulaer-Margulies und ihrem Sohn. Ein Sterbedatum ist nicht bekannt.

 

Kurz nach dem Krieg versuchte ihre Familie alles, ihr Schicksal aufzuklären. Ihr Sohn Gilbert De Ceulaer, ein Kleinkind zu ihrer Deportation und sein Stiefbruder Georges De Ceulaer schalteten auch Vermisstenanzeigungen in Zeitungen, um etwas über ihr Schicksal und das ihres Stiefbruders zu erfahren. Gilbert wuchs umsorgt bei Adoptiveltern auf und erfuhr erst mit zwölf Jahren, dass sein Adoptivvater sein Stiefbruder Georges De Ceulaer war. Sein Vater und Adoptivvater oder Stiefbruder hatten das Geld aus der Entschädigung der Kriegsopfer für ihn verwahrt, mit dem er sein Medizinstudium finanzieren konnte.

 

Gilbert De Ceulaer, der keine Erinnerung an seine Mutter und Stiefbruder besaß, besuchte mit über 70 Jahren die Gedenkstätte in Auschwitz- Birkenau. Als er im Register von Auschwitz I den Namen seiner Mutter fand, wenn auch falsch geschrieben, reagierte er sehr emotional.

 

Quelle: Deportationsliste XX Mechelen - Auschwitz; Marc Michiels; Erik Van Eycken; Ich danke für die Unterstützung bei der Recherche Frau Laurence Schram vom Jüdischen Deportations- und Widerstandsmuseum (JDWM) in der ehemaligen Mechelner Dossinkaserne


 

 

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