"... die tolldreisten, machthungrigen Horden,

sie konnten den Geist nicht morden!"

 

 Dem Gepflegten zum Wohle,

den Pflegenden zur Ehre! 

 

 

Hadasa Babun
Die Krankenschwester Hadasa Babun wurde am 12.4.1903 in Grodno, damals Polen, geboren. Sie wurde als staatenlos erklärt und im SS-Sammellager Mechelen interniert und mit dem XIX Transport mit der Nummer 353 am 15.1.1943 nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Es muss befürchtet werden, dass sie den Holocaust nicht überlebte.
 
Ich danke für die Recherche Frau Laurence Schram vom Jüdischen Deportations- und Widerstandsmuseum (JDWM) in der ehemaligen Mechelner Dossinkaserne. http://www.cicb.be/

Pauline Juliane Bachrach
Pauline Juliane Bachrach wurde am 10.2.1917 geboren. Die jüdische Krankenschwester stammte aus Hamburg und war zuletzt wohnhaft Rutschbahn 25a. Weiterhin ist bekannt, dass sie dazumal nicht verheiratet war. Am 19.10.1942 wurde sie in das Ghetto Theresienstadt deportiert. In der Rutschbahn 25a erinnert ein Stolperstein an die Krankenschwester.
 
Quellen
Deportation Assembly Points: No. 38 Altonaer Straße/No. 120 Schanzenstraße
Universität Hamburg - Wilhelm Mosel, Deutsch-Jüdische Gesellschaft (ohne Datum)

Emma Bär
Emma Bär wurde am 30.5.1890, Gertrud Bär am 17.4.1888 in Windsbach geboren. Ihre Eltern hießen Leopold und Therese Bär, geborene Kahn. Zuletzt wohnten sie im Jüdischen Krankenhaus Fürth. Ob und welchen Beruf sie erlernten, ist bis jetzt nicht bekannt. Wahrscheinlich hatten sie keinen Pflegeberuf erlernt, da sie im Jüdischen Krankenhaus Fürth in der Pflege und Küche arbeiteten. Die Schwestern mussten ab 1.1.1939 im Jüdischen Krankenhaus das ausgeschiedene „arische“ Personal ersetzen. Emma und Gertrud Bär wurden am 22.3.1942 nach Izbica deportiert und dort vermutlich ermordet. Sie gelten als „verschollen“.
 
Quelle
Israelitische Kultusgemeinde Fürth, Memorbuch, http://www.ikg-fuerth.de/mebutitl.htm
Deportat.listen; – HeimatBl 1988; – Judenkartei; – JMF 1993; – Polizeiamt Fürth Nr.36

Gertrud Bär
Gertrud Bär wurde am 17.4.1888, Emma Bär am 30.5.1890, in Windsbach geboren. Ihre Eltern hießen Leopold und Therese Bär, geborene Kahn. Zuletzt wohnten sie im Jüdischen Krankenhaus Fürth. Ob und welchen Beruf sie erlernten, ist bis jetzt nicht bekannt. Wahrscheinlich hatten sie keinen Pflegeberuf erlernt, da sie im Jüdischen Krankenhaus Fürth in der Pflege und Küche arbeiteten. Die Schwestern mussten ab 1.1.1939 im Jüdischen Krankenhaus das ausgeschiedene „arische“ Personal ersetzen. Emma und Gertrud Bär wurden am 22.3.1942 nach Izbica deportiert und dort vermutlich ermordet. Sie gelten als „verschollen“.
 
Quelle
Israelitische Kultusgemeinde Fürth, Memorbuch, http://www.ikg-fuerth.de/mebutitl.htm
Deportat.listen; – HeimatBl 1988; – Judenkartei; – JMF 1993; – Polizeiamt Fürth Nr.36

Lotte Marianne Baer
Lotte Marianne Baer war die Tochter von Max und Else Baer und wurde am 22.4.1920 in Kattowitz geboren. Sie hatte noch einen Bruder namens Günter Martin Baer. Die Familie wohnte in Karlsruhe in der Sophienstraße.
 
Nach dem Besuch der Volks- und Mittelschule absolvierte Lotte Marianne noch eine zweijährige Handelsschule. Anschließend wurde sie Krankenschwester.
Am 22.10.1940 wurde sie mit ihrer Mutter in das Lager Gurs in Frankreich deportiert. Von dort wurden sie am 2.9.1942 über Drancy nach Auschwitz verschleppt. In Auschwitz gab es kein Lebenszeichen mehr von Lotte Marianne Baer und ihrer Mutter, sodass vermutet werden muss, dass die Frauen direkt nach der Ankunft ermordet wurden. Auch ihr Bruder wurde in Sobibor oder Izbica umgebracht.
 
Quellen
Gedenkbuch für die Karlsruher Juden: Lotte Marianne Baer

Fanny Feiga Bar
Fanny Feiga Bar wurde am 4.10.1918 in Nizankovice in Polen geboren. Sie hatte zwei Berufe, Krankenschwester und Sekretärin. In welchem Beruf sie überwiegend arbeitete, ist nicht bekannt. Für die Nazibehörden galt sie als Staatenlose. Mit dem Deportationszug XVII wurde sie unter der Nummer 633 am 31.10.1942 vom SS-Sammellager Mechelen nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Bis jetzt ist ihr weiteres Schicksal ungeklärt, doch es ist zu befürchten, dass sie den Holocaust nicht überlebte.
 
Ich danke für die Recherche Frau Laurence Schram vom Jüdischen Deportations- und Widerstandsmuseum (JDWM) in der ehemaligen Mechelner Dossinkaserne. http://www.cicb.be/

 
Nina Pawlowna Baranowa
Nina Pawlowna Baranowa wurde am 1.12.1923 in Moskau geboren. Die sportliche 17jährige wollte eigentlich Lehrerin werden, war in Moskau Pionierleiterin. Nachdem Hitlers Truppen die Sowjetunion angegriffen hatten, änderte die Jugendliche ihre beruflichen Pläne und ließ sich zur Krankenschwester ausbilden. 1942 meldete sie sich freiwillig zur Front.
 
Das war nichts Außergewöhnliches. Bei den sowjetischen Streitkräften kämpften im II. Weltkrieg bis zu eine Million Frauen in den unterschiedlichsten Bereichen, auch bei direkten Kampfeinsätzen an der Front mit der Waffe. Die Mehrheit der sowjetischen Kriegsteilnehmerinnen diente allerdings im Sanitätswesen. Doch anders wie bei den anderen Armeen wirkten sie nicht nur überwiegend in den Lazaretten, sondern wurden auch direkt an der Front als Sanitätsoldatinnen, Krankenschwestern, Ärztinnen, Feldscher (der Feldscher war in der Roten Armee die unterste Stufe des Militärarztes und ausbildungsmäßig in etwa vergleichbar mit dem deutschen Heilpraktiker) eingesetzt.
 
Nina Baranowa arbeitete zunächst in einem Moskauer Krankenhaus, 1943 wurde sie einem Sanitätsbataillon an der Stalingrader Front zugeteilt. Nach einer Verwundung wurde sie zur Don-Front versetzt. Dort geriet sie in deutsche Kriegsgefangenschaft. Nach Aufenthalten mit etwa 500 weiteren weiblichen Gefangenen in mehreren Kriegsgefanenenlagern wurde sie schließlich in Cholm in Polen interniert. Dort wurde von den Frauen verlangt, den militärischen Status abzulegen, um sie zur Zwangsarbeit verschicken zu können. Über fünfzig Frauen weigerten sich, darunter Nina Baranowa. Die Frauen wurden daraufhin der Gestapo übergeben und im Februar 1944 in das KZ Maidanek verbracht. Am 21.5.1944 wurden sie in das KZ Ravensbrück „evakuiert“.
 
Auch die dortigen schlimmen Haftbedingungen konnten Nina Baranowa nicht brechen. Aus Protest gegen ihre Beschäftigung in der Rüstungsindustrie und unter Berufung auf die Genfer Konvention traten sie und zweiundvierzig andere Rotarmistinnen in Ravensbrück in den Hungerstreik. Sie setzten sich durch und wurden in der Lagerküche von Leipzig-Hasag eingesetzt. Ende März, Anfang April 1945 wurde sie mit anderen Gefangenen auf den Todesmarsch gejagt und unterwegs von der Roten Armee befreit.
 
Erst Ende 1945 kehrte sie nach Moskau zurück. Die späte Rückkehr lässt vermuten, dass auch ihr nicht das „Filtrierungslager“ (siehe Miron Erastovitsch Abramov) erspart wurde. In der Heimat wurde ihr der Neuanfang nicht leicht gemacht. Ihr Vater war an den Folgen einer Kriegsverletzung gestorben und sie musste die Mutter und die drei jüngeren Geschwister versorgen. Persönliche Interessen mussten zurückgestellt werden. Sie blieb unverheiratet.
 
Zunächst arbeitete Nina Baranowa wieder als Krankenschwester. Ab 1946 war sie in einem medizinischen Labor beschäftigt und absolvierte eine Ausbildung an einem Wirtschaftsinstitut. 1958 wurde sie die Leiterin einer Gewerkschaftsbezirksorganisation für den verwaltungsmedizinischen Bereich und ab 1975 stellvertretende Personalleiterin eines medizinisch-technischen Betriebes. Mit 67 Jahren setzte sie sich zur Ruhe.
 
Lange Jahre gehörte sie dem Internationalen Ravensbrück-Kommitee an und war die Vertreterin der ehemaligen russischen Gefangenen. Am 1.11.2002 verstarb Nina Pawlowna Baranowa und wurde am 4.11. in Moskau beigesetzt.
 
Quellen
Dr. Ramona Saavedra Santis, Osteuropa-Institut der Freien Universität Berlin
Weiterführende Informationen: "Mascha + Nina + Katjuscha" Frauen in der Roten Armee 1941 - 45, Deutsch-Russisches-Museum Berlin-Karlshorst, ISBN 3-86153-281-6 oder ISBN 3-86153-282-4

Abraham Barend
Abraham Barend wurde am 31.12.1899 in Amsterdam geboren. Der Krankenpfleger war mit Johanna Betti Barend-Leeser, geboren am 31.10.1896 in Ritterhüde, verheiratet. Das Ehepaar lebte zuletzt in der Keizersgracht 741 huis in Amsterdam. Beide wurden am 16.7.1943 in Sobibor ermordet.
 
Quelle: Virtuelles Denkmal der Jüdischen Gemeinde der Niederlande: http://www.joodsmonument.nl/

Theodore Barkhausen
Theodore Barkhausen wurde am 18.8.1869 als Tochter des späteren Oberkirchenrates Barkhausen und seiner Ehefrau Julie, geb. Kuhn, in Stade geboren. Am 18.11.1905 trat sie in das Kaiserswerther Diakonissenmutterhaus ein und wurde am 7.10.1908 eingesegnet.
 
Im April 1909 wurde Schwester Theodore nach Jerusalem geschickt. Sie sollte die Bauarbeiten der Auguste-Viktoria-Stiftung beaufsichtigen. Als 1914 die Bauarbeiten abgeschlossen waren, brach der I. Weltkrieg aus. In diesem Krieg vertrat sie nachhaltig die Ansicht, dass sie keine Feinde, nur Christen kenne, zeigte aber auch gegenüber anderen Religionen Toleranz. Durch ihre neutrale und tolerante Haltung im Krieg wurde ihr das ägyptische Internierungslager in Helouan erspart, wo normalerweise deutsche Bürger interniert wurden.
 
Ab 1923 war sie die Leiterin des Kaiserswerther Diakoniehospitals in Jerusalem. Sie blieb ihrem Grundsatz treu und pflegte und behandelte Patienten gleich welcher Nationalität oder Religion. 1927 wurde durch ein Erdbeben das Gebäude schwer beschädigt, sodass auf die Diakonisse erhebliche Aufbau- und Reparationsarbeiten zukamen.
 
Die Machtübernahme der Nationalsozialisten machte sich in Jerusalem nur allmählich bemerkbar. Im Gegensatz zu vielen anderen Diakonissen weigerte sich Theodore Barkhausen vehement, der NSDAP oder NS-Frauenschaft beizutreten. Diese buhlten um ihren Beitritt gewissermaßen als Aushängeschild vor Ort. Aber die Diakonisse blieb bei ihren Prinzipien. Obwohl sie in Jerusalem nicht vergleichbar die politischen Realitäten der Nationalsozialisten erfuhr, hegte sie gegen die braunen Machthaber ein tiefes Misstrauen.
 
Die Konsequenzen waren für sie nicht absehbar, aber durch ihre unbeirrbare Haltung konnte sie auch im II. Weltkrieg vor Ort bleiben. Das Diakonissenhospital arbeitete so weiter unter Leitung eines englischen Arztes. Allerdings entging sie nicht allen Repressalien. Am 4.6.1940 wurde sie interniert. Während ihrer Internierung blieb sie nicht tatenlos, gründete in den Internierungslagern Sarona und Wilhelma ein Hospital für die Internierten und leistete Jugendarbeit. Nach Ausbruch des jüdisch-arabischen Krieges konnten die Engländer nach Übergriffen auf die Deutschen nicht mehr deren Schutz gewährleisten und lösten die Internierungslager auf. Schwester Theodore ging bis 1950 nach Jerusalem ins Aussätzigen-Asyl, am 9.7.1950 kehrte die 81jährige ins Mutterhaus nach Kaiserswerth zurück. Am 1.11.1959 verstarb Theodore Barkhausen in Kaiserswerth.
 
Quellen
Ruth Felgentreff: Diakonisse Theodore Barkhausen
In: Evangelische Kirche in Deutschland, Mitteilungen aus Ökumene und Auslandsarbeit 2002

 
Cläre Barwitzky
Cläre Barwitzky wurde 1913 in Neisse/Oberschlesien geboren. Eigentlich wollte sie Lehrerin werden. Da die Lehrerakademie überfüllt war, ging sie als Sekretärin in die Pfarrei Notre-Dame-Saint-Alban in Lyon in Frankreich. Von 1933 bis 1935 absolvierte sie in Freiburg eine Ausbildung zur Seelsorgehelferin. Danach ging sie nach Frankreich zurück. Mit Kriegsbeginn wurde ihr Aufenthalt in Frankreich problematisch. Sie zog zu einer Freundin, die in St. Etienne an der Loire eine Familienpflege-Einrichtung leitete. Dort arbeitete sie als Familienpflegerin.
 
Mehr und mehr jüdische Mädchen suchten Schutz in dem Heim der Familienpflege. Papiere wurden gefälscht, um die Mädchen mit Ausweisen auszustatten. Außerdem lebten 30 jüdische Kinder in Chamonix versteckt, die sie pflegte und versorgte.
 
Mit der Befreiung Frankreichs endeten für Cläre Barwitzky jedoch nicht die Probleme. Sie erzählte:
Ein unvergessliches Ereignis hat dieser Zeit ihren Stempel aufgedrückt. Wir hatten 2 jüdische Zwillingsmädchen, 14 Jahre alt. Eine davon war in einem Sanatorium, um eine Tuberkulose auszukurieren. Eines Tages erhielten wir die Nachricht, dass die Mutter der beiden zu Besuch kommen wollte. Es war eine der Jüdinnen, die in Auschwitz gewesen waren. Als man das KZ liquidieren wollte, schickte man etwa 100 am Leben Gebliebene zu Fuß in Richtung Dresden. Es waren alles vom Tode Gezeichnete. 8 davon erreichten Dresden lebend. Eine dieser 8 war die Mutter unserer Zwillinge. Ich hatte die Tochter an die Bahn geschickt, um die Mutter abzuholen. In der Zwischenzeit bereitete ich ein kleines Frühstück für uns drei. Ich flehte zu Gott und unseren Schutzengeln, uns in dieser Situation zu helfen. Wir saßen nun also am Tisch. Die Mutter erzählte ein bisschen und plötzlich sagte sie: ´Wenn ich jetzt ein deutsches Kind in Händen hielte, ich glaube, ich würde ihm am nächsten Stein den Schädel zerschmettern!´ Die Tochter unterbrach sie und sagte: ´Mama, das tätest du nicht. Sie hier, Frl. Cläre. Sie ist Deutsche. Sie hat uns die ganze Zeit über unter Einsatz ihres Lebens beschützt.´ Die Frau blieb 8 Tage. Zum Abschied sagte sie mir: ´Ich habe verstanden!´ Welch ein Seelengröße.
 
Später nahm das Haus eine jüdische Familie auf. Der als Hausmeister beschäftigte Vater wurde von Schwester Cläre dabei erwischt, dass er den größeren Mädchen nachstieg. Sie stellte ihn freundlich, aber bestimmt zur Rede. Kurz danach bat ein französischer Soldat am Fenster um Essensreste für hungernde deutsche Kriegsgefangene. Cläre Barwitzky half. Der Hausmeister, der ihr die frühere Zurechtweisung nachtrug, zeigte sie anonym an.
 
Darüber berichtete sie:
Die Polizei kam und verlangte von der Leiterin der Familienpflege, dass sie mich verklagen müsse. Sie antwortete: ´Wir sollen eine Frau verklagen, die ihr Leben riskiert hat, um in Chamonix diese Judenkinder über ein Jahr zu beschützen, damit sie nicht ins KZ verschleppt würden?! Niemals!´ Der Advokat, der mit der Sache befasst war, antwortete: ´Dann werde ich klagen!´ 
 
Schließlich setzte sich Abbé Glasberg für sie ein, der im Pariser Ministerium für Ausländer saß, und bereinigte die Angelegenheit. Aber das Vertrauensverhältnis im Heim war zerstört. Nach diesem Vorfall ging Cläre Barwitzky zuerst nach Paris und kehrte dann nach Deutschland zurück, wo sie wieder als Seelsorgehelferin arbeitete. Sie starb am 10.3.1989 in Meiningen. Bereits zu DDR-Zeiten sollte sie als "Gerechte der Völker" ausgezeichnet werden. Doch sie lehnte ab, denn sie wollte nicht zum Politikum als "antifaschistische Friedenskämpferin" gemacht werden. 1991 wurde ihr der Ehrentitel posthum verliehen.
 
Quellen
Herta Dotzauer: Schwester Cläre Barwitzky
RU-Kurier - Zeitschrift für den Religionsunterricht, Bistum Würzburg, 2003

Stefanie Bauer
Über die 1913 geborene Österreicherin Stefanie Bauer, Rufname Steffi, ist wenig bekannt. Sie war Röntgenassistentin und kämpfte bei den Internationalen Brigaden (siehe Auguste Guttmann). In Spanien war sie mit Paula Draxler (siehe dort; es existiert ein Bild der beiden Frauen aus Albacete) befreundet. Stefanie Bauer überlebte die Nazizeit und starb 1992.

Chrisje Beek
Die Krankenschwester Chrisje Beek wurde am 25.7.1891 in Amsterdam geboren. Zuletzt hatte sie in der Mesdagstraat 14 I in Amsterdam gewohnt. Dort lebte sie anscheinend mit ihren Verwandten Jansje und Rebecca Elizabeth Beek zusammen.Bisher ist nicht bekannt, welches Verwandtschaftsverhältnis bestand. Die Krankenschwester wurde am 27.8.1943 in Auschwitz ermordet. Auch ihre Verwandten überlebten nicht den Holocaust.
 
Quelle: Virtuelles Denkmal der Jüdischen Gemeinde der Niederlande: http://www.joodsmonument.nl/

Louise Beerenborg
Louise Beerenborg aus den Niederlanden wurde am 17.10.1899 in Zevenbergen geboren. Sie wohnte zuletzt in der Nieuwe Vijzelstraat 3 huis in Amsterdam. Die Krankenschwester wurde in das KZ Auschwitz verschleppt und dort am 10.9.1943 getötet.
 
Quelle: Virtuelles Denkmal der Jüdischen Gemeinde der Niederlande: http://www.joodsmonument.nl/

Erna Behling, geb. Behnke
Erna Behling, geborene Behnke, kam am 5.10.1884 in Hamburg zur Welt. Es könnte sein, dass sie beim Roten Kreuz gelernt und gearbeitet hatte, da ein undatiertes Foto von ihr existiert, dass sie in der Rot-Kreuz-Tracht zeigt. Wann sie der KPD beitrat, ist nicht bekannt, auf jeden Fall war sie am Hamburger Aufstand 1923 bereits beteiligt, bei dem sie den Spitznamen „die rote Krankenschwester“ erhielt. Dieser bewaffnete Aufstand war von den Kommunisten im Oktober 1923 losgeschlagen worden. Sie nahmen an, dass die Bevölkerung auf ihrer Seite aktiv am Aufstand eingreifen würde, da die wirtschaftliche und politische Krise in Deutschland sich so zugespitzt hatte, dass im Lande eine extreme Unzufriedenheit herrschte. Die Bevölkerung unterstützte den Aufstand jedoch nicht aktiv, sodass der Aufstand nach einigen Tagen scheiterte.
 
Vermutlich war Erna Behling nach dem Aufstand, wie viele MitstreiterINNEN auch, in Haft. 1939 heiratete sie Friedrich August Behling. Mit ihrem Mann gehörte sie einer kleinen Widerstandsgruppe an, die wiederum zum Netz der “Bästlein-Jacob-Abshagen-Gruppe“ gehörte. Unter anderem war eine Aufgabe dieser Widerstandsgruppe, die Rundfunksendungen der Alliierten abzuhören und die Nachrichten zu verbreiten, um die Nazipropaganda zu durchbrechen. Ende 1944 wurden die Behlings denunziert und verhaftet. Erna Behling kam mit den anderen festgenommenen Frauen als Schutzhäftling der Gestapo in die Gestapofrauenanstalt Fuhlsbüttel. Im April 1945 sollten die Frauen ins KZ Neuengamme verlegt werden.
 
Dazu die Zeitzeugin Ellen Katzenstein: „Die Frauen ahnten nicht, was ihnen bevorstand. Da kein Gerichtsverfahren gegen sie lief, nahmen sie an, sie würden vielleicht mit einem kurzen Übergang im ‚Hüttengefängnis' entlassen werden. Alle befanden sich in freudiger Erregung. Sie zeigten sich gegenseitig die Bilder ihrer Männer und Kinder (Erika Etter wusste nicht, dass ihr Mann bereits hingerichtet war), richteten ihre Kleidung so nett wie möglich her. Erika, die jüngste, trug weiße Kniestrümpfe. Die Haare wurden hübsch gelegt und Lippenstifte ausgeliehen.“ Im KZ Neuengamme wurde Erna Behling am 22.4.1945 (so jedenfalls das offizielle Datum) und siebzig andere Menschen ohne Gerichtsurteil ermordet.

Else Behrend-Rosenfeld
Else Behrend-Rosenfeld, geboren 1891, war Fürsorgerin und trat vor 1933 der SPD bei. Sie übernahm als Wirtschaftsleiterin das Ghetto Berg am Laim im Osten von München. Wie viele kam sie durch die NS-Wirren zur Pflege. Sie musste im jüdischen Altersheim des Ghettos arbeiten und die Bewohner bis zu ihrer Deportation pflegen. Später beschrieb sie, wie Gestapoleute mit den Alten umsprangen:
 
Bald darauf wurde mir die Ankunft der Gestapobeamten gemeldet, bestehend aus vier Männern und zwei Frauen. Ich zeigte ihnen die für die Arbeit vorbereiteten Räume. Aber sie zeigten wenig Interesse dafür, sondern wünschten das Stück Garten zu sehen, das uns die Klosterfrauen überlassen hatten und von dem sie höchst befriedigt waren. ´Lassen Sie uns Liegestühle herausschaffen und Ihren Hausmeister ein Fässchen Bier holen!´, war die mich etwas verblüffende Anweisung, die ich erhielt. Wunderliche Welt! Drinnen im Hause die fünfundzwanzig Menschen, die ihrer Durchsuchung harrten, ehe sie von allem, was ihnen lieb war, Abschied nehmen mussten, hier im Garten die sechs unbekümmert lachenden und schwatzenden Beamten, die, ohne einen Gedanken an ihre Opfer zu verschwenden, nur daran dachten, wie sie es sich wohl sein lassen könnten! Hermann schleppte das Fässchen Bier herbei, und bald konnten wir schon von weitem die vergnügt sich gehenlassenden Männer hören, hin und wieder unterbrochen von einem hellen Frauenlachen. Die beiden Frauen, jung und hübsch und gut gekleidet, machten mir einen sehr unangenehmen Eindruck. Dass sie sich mit den Männern draußen so laut und ungeniert vergnügten, verstärkte meine Abneigung noch. Erst gegen elf Uhr, als das Fässchen bis zur Neige geleert war, gingen sie alle an ihre Arbeit. Sie fassten nicht gerade sanft zu, auch die Frauen hatte ich richtig eingeschätzt, sie behandelten unsere Leute entsetzlich schlecht. Sogar Frau Rosen, die Frau des Schwerkriegsbeschädigten, kam mit rotgeweinten Augen wieder aus dem Zimmer ...
 
Doch sie konnte auch von Zeichen der Solidarität in dem Ghetto, dass in einem Teil des Klosters der Barmherzigen Schwestern untergebracht war, berichten:
Am späten Abend wurde ich gerufen, zwei Klosterschwestern wollten mich sprechen. Ich fand beide beladen mit zwei großen Säcken, der eine voll echten guten Kakaos (den es schon lange nicht mehr zu kaufen gibt, auch nicht auf Marken), der andere voll mit feinem Zucker. Sie seien beauftragt von der Frau Oberin und der gesamten Schwesternschaft, dies als Zeichen ihres Mitfühlens mit uns allen zu überreichen. Außerdem sollten sie uns sagen, dass morgen ein besonderer Bittgottesdienst für die von uns Fortgehenden abgehalten würde. Wir sollten wissen, dass sie sich uns in unserem Leid schwesterlich verbunden fühlten ...
 
1942 gelang es ihr, den Häschern zu entkommen und unterzutauchen. Sie flüchtete 1944 in die Schweiz und ging 1946 nach Großbritannien. Erst 1953 kehrte sie nach Deutschland zurück. Else Behrend-Rosenfeld verstarb im Jahre 1970.
 
Quellen
Berg am Laim Kalender 1998: Else Behrend-Rosenfeld

Hilda Bell
Von der Krankenschwester fehlen sämtliche Lebensdaten. Sie arbeitete für die Internationalen Brigaden (siehe dort) in Spanien und kam vermutlich aus den USA.
 
(Quelle: Martin Sugarman, AJEX - Jewish Military Museum)

Mozes Bendensohn
Der Krankenpfleger Mozes Bendensohn wurde am 27.9.1898 in Bialestakow, vermutlich Polen, geboren. Die Nazis stuften ihn in Belgien als staatenlos ein. Am 31.10.1942 wurde er mit der Nummer 272 im Deportationszug XVI vom SS-Sammellager Mechelen ins KZ Auschwitz verschleppt. Es ist zu befürchten, dass der Krankenpfleger den Holocaust nicht überlebte.
 
Ich danke für die Recherche Frau Laurence Schram vom Jüdischen Deportations- und Widerstandsmuseum (JDWM) in der ehemaligen Mechelner Dossinkaserne. http://www.cicb.be/

Bartha Bendik
Die Krankenschwester Bartha Bendik wurde am 18.7.1911 in Veendam geboren. Zuletzt lebte sie in Apeldoorn in Jachtlaan 204. Dort lebte sie mit Marcus und Anna Bendik zusammen, das Verwandtschaftsverhältnis ist noch unklr. Alle drei Menschen wurden am 27.11.1942 in Auschwitz ermordet.
 
Quelle: Virtuelles Denkmal der Jüdischen Gemeinde der Niederlande: http://www.joodsmonument.nl/
 
Siehe auch: Apeldoornsche Bosch http://www.gerechte-der-pflege.net/wiki/index.php/Apeldoornsche_Bosch

Emma Bendix
Emma Bendix wurde am 26.1.1895 in Coesfeld/Westfalen geboren. Ihre Eltern waren Karl Bendix, geboren am 4.8.1868 und Rosalia Bendix, geborene Isack. Die Krankenschwester israelitischen Glaubens zog am 1.6.1939 aus Heidelberg in die Collinistr. 47/49 ins israelitische Krankenhaus in Mannheim. Am 6.12.1940 verzog sie nach Werlte bei Hümmling und kam am 29.12.1940 zurück in die Collinistr. 47. Am 31.1.1942 musste sie ins jüdische Altersheim nach B 7, 3 wechseln. Am 24.4.1942 wurde sie laut Mitteilung der Gestapo nach dem Osten "evakuiert". Emma Bendix gilt als verschollen, als Sterbeort wird Izbica in Polen angenommen.
 
Quellen
Karen Strobel, Stadtarchiv Mannheim - Institut für Stadtgeschichte

Arthur Bengs
 
Arthur Bengs arbeitete im Krankenhaus Moabit in Berlin. Bis Hitlers Machtergreifung arbeiteten in diesem Hause viele jüdische Ärzte. Moabit, ein Arbeiterbezirk, war rot, wählte überwiegend KPD oder SPD. Auch Arthur Bengs galt als politisch links und wurde deshalb im April 1933 im Zuge "der Säuberung" des Krankenhauses entlassen. Seine Arbeitspapiere wurden von der Personalverwaltung einbehalten, was einem Berufsverbot gleichkam. Er war kein Einzelschicksal in diesem Krankenhaus. Drei seiner Kollegen wählten den Freitod. Fast jede zehnte Pflegekraft wurde entlassen. Einige wurden später durch den krassen Mangel an Pflegekräften wieder eingestellt, jedoch ständig bespitzelt und mit Repessalien bedroht. Das Moabiter Krankenhaus war kein Einzelfall. Was dort geschah, geschah auch in anderen Krankenhäusern. Nur, das bis jetzt in anderen Häusern die Personalpolitik in dieser Zeit kaum aufgearbeitet wurde.
 
Quellen
Dr. Christian Pross; "Nicht misshandeln", ISBN 3-88725-109-1

Emma Benkert
Emma Benkert wurde in Berlin geboren und verstarb vermutlich 1945. Sie gehörte der Freigewerkschaftlichen Schwesternschaft an, die 1933 aufgelöst wurde. Aus mir bis dahin nicht bekannten Gründen saß Frau Benkert 1,5 Jahre im Zuchthaus und wurde 1933 fristlos entlassen. Frau Benkert emigrierte nach Prag.

Cyrla Berenhout-Zelmanovitch
Cyrla Zelmanovitch wurde am 22.6.1902 in Konin in Polen geboren. Die Krankenschwester war mit Joseph Berenhout verheiratet. Als sogenannte Staatenlose wurde sie im belgischen SS-Sammellager Mechelen eingesperrt, bevor sie mit dem XVII. Transport unter der Nummer 764 am 31.10.1942 nach Auschwitz verschleppt wurde. Es muss davon ausgegangen werden, dass sie den Holocaust nicht überlebte.
 
Ich danke für die Recherche Frau Laurence Schram vom Jüdischen Deportations- und Widerstandsmuseum (JDWM) in der ehemaligen Mechelner Dossinkaserne. http://www.cicb.be/

Sara Bergmann
Am 12. August 1942 forderten die Deutschen die jüdischen Einwohner in Sosnowitz auf, sich auf dem Fußballplatz in der Sw.-Jana-Straße zu versammeln. Der Judenrat verbreitete Flugblätter, die verkündeten, dass der Grund für diese Anordnung die Ausgabe neuer Kennkarten an die jüdische Bevölkerung sei. Die Untergrundbewegung wies die jüdische Bevölkerung an, sich nicht zum Sammelpunkt zu begeben, da es sich in Wahrheit um eine Deportation in ein Vernichtungslager handelte.
 
Dennoch folgten 26000 Juden der Anweisung des Judenrates und gingen in die Falle. Fredka Kozuch und Sara Bergmann, die als Krankenschwestern im jüdischen Krankenhaus arbeiteten und sich in ihren weißen Kitteln frei auf dem Platz bewegen konnten, hatten je drei Kittel angezogen. Die überzähligen Kittel steckten sie Frauen und Müttern zu, die darunter sogar ihre Kinder verstecken konnten.
 
An diesem Tag spielten sich unglaubliche Szenen ab. Es fand eine Selektion unter der Leitung von Gestapo-Chef Dr. Hans Dreier aus Ostpreußen statt. Die Versammelten wurden in drei Gruppen eingeteilt. In der ersten Gruppe waren Leute, die in kriegswichtigen Betrieben arbeiteten; sie konnten, mit roten Ausweisen ausgestattet, nach Hause gehen.
 
Bei der Selektion wurden Familien getrennt: Frauen, ältere Männer und Kinder wurden an einem gesonderten Platz, der von SS-Leuten bewacht wurde, konzentriert, um deportiert zu werden. Kinder wurden von SS-Leuten mit Gewalt aus den Armen ihrer Mütter gerissen, wenn diese rote Arbeitsausweise besaßen, und brutal an den Platz für die Auszusiedelnden gezerrt. Kindern, die sich nicht von ihren Müttern trennen wollten und sich den Gestapo-Leuten wild widersetzten, wurden die Schädel zertrümmert und die Mütter wurden einfach niedergeschossen. Der Mut zweier Krankenschwestern half, wenigstens vereinzelte Leben zu retten.

Elsie Berg
Elsie Berg wurde am 25.2.1923 in Keulen geboren. Sie wohnte zuletzt in Apeldoorn. Die neunzehnjährige Krankenschwester wurde am 25.1.1943 in Auschwitz ermordet.
 
Quelle
Virtuelles Denkmal der Jüdischen Gemeinde der Niederlande: http://www.joodsmonument.nl/
Siehe auch: Apeldoornsche Bosch

Cécile Berkowitch, geb. Serebriany
Cécile Serebriany wurde am 10.10.1911 in Brüssel in Belgien geboren und war die Ehefrau von Mordouch Berkowitch. Sie wurde von den Nazis im eigenen Land als staatenlos erklärt. Die Praxis, Juden als staatenlos einzustufen diente dazu, ausländische Interventionen für die betroffenen Menschen zu unterbinden. Cécile Berkowitch war im SS-Sammellager Mechelen. Unter der Nummer 925 wurde sie am 15.9.1942 mit dem Transport X nach Auschwitz deportiert. Es muss angenommen werden, dass die Krankenpflegerin den Holocaust nicht überlebte.
 
Ich danke für die Recherche Frau Laurence Schram vom Jüdischen Deportations- und Widerstandsmuseum (JDWM) in der ehemaligen Mechelner Dossinkaserne. http://www.cicb.be/

Emilie Berlin, geb. Maas
Emilie Berlin, geborene Maas am 7.11.1856 in Lambsheim bei Mannheim, war die Tochter von Jakob und Amalie bat Max Lafo. Sie heiratete den Kaufmann Louis Berlin am 18.9.1876 in Mannheim. Es ist nicht bekannt, ob und welchen Beruf sie hatte. Aber anscheinend hatte sie im I. Weltkrieg im Lazarettdienst gearbeitet, denn im April bekam sie das König-Ludwig-Kreuz für Heimatverdienste während der Kriegszeit, im Oktober 1916 das Dienstauszeichnungskreuz für freiwillige Krankenpflege und am 12.12.1920 die preußische Rot-Kreuz-Medaille III. Klasse verliehen. Emilie Berlin emigrierte 1939 unter dem zunehmenden Terror der Nationalsozialisten in die Niederlande. Dort geriet sie nach der Besetzung der Niederlande wieder in die Fänge des braunen Mobs und wurde in das KZ Westerbork verschleppt, wo sie am 19.7.1943 durch die Strapazen umkam.
 
Quelle: Israelitische Kultusgemeinde Fürth, Memorbuch, http://www.ikg-fuerth.de/mebutitl.htm
HeimatBl 1988; – Judenkartei; – JMF 1993; – Stammbaum B.IX; – EinwohnMeBo; – Trau-Register; – Polizeiamt Fürth Nr.81

Elisabeth Bernheim
Elisabeth Bernheim wurde am 20.8.1920 in Riedlingen geboren. Ihre Eltern waren Albert, geboren 1885 in Buchau, und Irma Bernheim, geborene Oettinger 1893 in Riedlingen. Elisabeth hatte zwei jüngere Brüder. Erich, der sich später Eric nannte, wurde am 9.7.1922, Kurt am 19.2.1931 geboren. Die Eltern betrieben in Riedlingen am Marktplatz 15 ein Textilgeschäft, dass sie von Irmas Vater Ernst Oettinger übernommen hatten. Zu dem Geschäft gehörte noch ein Magazingebäude in der Mühlgasse 3. Da Albert Bernheim auch Geschäfte in den umliegenden Dörfern mit seinen Waren belieferte, besaß die Familie schon sehr früh ein Auto. Elisabeths Mutter half im Geschäft neben zwei bis drei Angestellten.
 
Schleichend hatte sich nach der Machtergreifung die Bedrohung entwickelt. Der Boykott jüdischer Geschäfte war im April 1933 nur ein Auftakt. Die Kunden betraten oder verließen danach lieber durch die Hintertür das Geschäft. Die Kinder wurden von einigen Sportveranstaltungen, die am Samstag stattfanden, ausgeschlossen. Bestimmte Klassenkameraden mieden die Bernheimkinder. DieEltern erkannten die Gefahr, versuchten, zu emigrieren. Sie hätten zwei Zertifikate zum Preis von jeweils 1000 Dollar nach Palästina erhalten können. Weil das Geschäft nicht so kurzfristig verkauft werden konnte und das Bargeld fehlte, konnten die Eltern nicht zugreifen.
 
Von 1932 bis 1935 besuchte Elisabeth Bernheim die Riedlinger Lateinschule. Anschließend absolvierte sie vom Oktober 1935 bis September 1936 die jüdische Frauenfachschule in Wolfratshausen. 1937 ging sie nach Bad Freienwalde und arbeitete dort ein Jahr als Sprechstundenhilfe bei dem jüdischen Arzt Dr. Fritz Happ. Anschließend besuchte sie das Kindergärtnerinnenseminar von Nelly Wolffheim in Berlin-Charlottenburg. Am 1. März 1939 wurde die Einrichtung geschlossen.
Elisabeths Eltern schickten den jüngeren Bruder Erich 1935 auf ein deutsch-jüdisches Internat in Südschweden, um ihm eine schulische Ausbildung ohne Reperessalien bieten zu können. Nachdem der fünfjährige Kurt 1936 in der örtlichen Presse angegriffen wurde, weil sich das Kind „deutschfeindlich“ geäußert habe, brachten die Eltern ihn zu seiner Sicherheit in ein Kinderheim im Schwarzwald.
 
Die Progromnacht lief zunächst für die Bernheims glimpflich ab. Ihr Geschäft wurde auf Anordnung des Bürgermeisters von Polizisten bewacht. Kein Wunder, denn kurz Zeit später beschlossen die Eltern, beizugeben und das Geschäft zu verkaufen. Der Käufer war ein hohes Tier bei den örtlichen Nazis. Bevor die Eltern am 10.1.1939 in ein Mietshaus nach Stuttgart umziehen mussten, gelang es ihnen, ihre drei Kinder nach England zu schicken.
 
Im Frühjahr 1939 kam Kurt mit einem Kindertransport nach England und fand Aufnahme bei einer Familie Lennard im Londoner Stadtteil Hampstead Heath. Kurz darauf kam auch Elisabeth, die als Haushaltshilfe und Kindermädchen zu einer Familie nach Edinburgh ging. Ein Jahr vorher war ihre Cousine Eva Oettinger nach Großbritannien emigriert, von der sie die Stellung übernehmen konnte. 1943 zog sie nach Leeds, weil ihr Bruder dort lebte und arbeitete als Verkäuferin. Schließlich begann sie eine Ausbildung zur Hebamme.
 
Ihr jüngerer Bruder Erich entkam am 27.8.1939 aus Nazideutschland. Kurz danach war die Grenze nach England durch den Kriegsausbruch dicht. Er meldete sich später freiwillig zu einer jüdischen Brigade und begann im Juli 1945 in Stuttgart die Suche nach den Eltern. Im September 1946 erfuhren die Geschwister vom Suchdienst des Roten Kreuzes, dass ihre Eltern am 1.12.1941 nach Riga deportiert worden waren. Im April 1947 berichtete ihnen eine Überlebende, dass die Mutter vermutlich am 26.3.1942 dort erschossen wurde. Den Vater hatte man im Juli 1943 nach Auschwitz deportiert und ermordet. Elisabeth Bernheim blieb in Leeds und arbeitete dort als Hebamme fast 30 Jahre.
 
Quelle
Erich Bernheim: Mein Leben bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs. Hg. und übersetzt von Christoph Knüppel (Erinnerungen, die Erich Bernheim aus Riedlingen im Dezember 1982, kurz vor seinem Tod für seine Angehörigen niederschrieb. http://alemannia-judaica.de/images/Images%20114/Bernheim%20Erinnerungen.htm

Henriette Bernheim, geb. Gombertz
Henriette Bernheim, geborene Gombertz am 8.1.1902 in Krefeld, war die Ehefrau von Ernst Bernheim, geboren am 6.8.1888 in Trier. Das Ehepaar hatte zwei Kinder, Tochter Roselies und Sohn Wolfgang, geboren am 8.2.1928. Die letzte Adresse in Deutschland der Krankenpflegerin war in Trier in der Bonnerstraße 43. In Belgien wurde sie als staatenlos erklärt und im SS-Sammellager Mechelen interniert. Am 15.9.1942 wurde sie unter der Nummer 992 mit dem X. Transport nach Auschwitz deportiert, wo sich ihre Spur verliert. Ihr Ehemann wurde am 7.10.1942 in Auschwitz ermordet. Auch ihr Sohn Wolfgang kam in Auschwitz ums Leben. Nur ihre Tochter Roselies überlebte von der Familie den Holocaust und lebt heute in Brüssel.
 
Ich danke für die Recherche Frau Laurence Schram vom Jüdischen Deportations- und Widerstandsmuseum (JDWM) in der ehemaligen Mechelner Dossinkaserne. http://www.cicb.be/
Kulturverein Kürenz e.V., Dr. Thomas Schnitzler, Arbeitsgemeinschaft Frieden e.V. Trier, Stolpersteine in Trier - ein Projekt des Kölner Künstlers Gunter Demnig, http://www.stolpersteine-trier.de/

Joseph Beugeltas
Joseph Beugeltas wurde in Amsterdam am 8.8.1914 geboren. Er wohnte zuletzt in der Eerste Sweelinckstraat 22 III in Amsterdam. Der Krankenpfleger wurde im KZ Auschwitz am 27.6.1943 ermordet.
 
Quelle: Virtuelles Denkmal der Jüdischen Gemeinde der Niederlande: http://www.joodsmonument.nl/

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 


Kostenlose Homepage von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!