Virtuelles Denkmal "Gerechte der Pflege"

"... die tolldreisten, machthungrigen Horden, sie konnten den Geist nicht morden!"


Sara Dunkelblum

 

Sara Dunkelblum wurde am 19.8.1902 in Krakau, Polen, geboren. Sie war von Beruf Zahnärztliche Assistentin. Die Nazis stuften sie in Belgien als staatenlos ein. Sie wurde im SS-Sammellager Mechelen interniert und am 24.10.1942 mit der Nummer 38 im Deportationszug XIV ins KZ Auschwitz verschleppt. Aufgrund der fehlenden Registrierung in Auschwitz muss befürchtet werden, dass sie direkt nach ihrer Ankunft ermordet wurde.

 

Ich danke für die Recherche Frau Laurence Schram vom Jüdischen Deportations- und Widerstandsmuseum (JDWM) in der ehemaligen Mechelner Dossinkaserne.


 

Herman Dupont

 

Herman Dupont wurde in Amsterdam am 31.8.1910 geboren. Der Krankenpfleger war der Sohn von Samuel Dupont, geboren in Amsterdam am 1.6.1882 und Rebekka Dupont-Reindorp, geboren in Leeuwarden am 25.6.1880. Er hatte noch einen jüngeren Bruder namens Hartog, geboren in Leeuwarden am 28.2.1920. Die Familie wohnte in der Ruyschstraat 88 huis in Amsterdam. Seine Eltern und sein Bruder wurden nach Sobibor deportiert und dort ermordet. Der Sterbeort des Krankenpflegers Herman Dupont ist unbekannt, als Sterbedatum gilt der 31.3.1944.

 

Quelle: Joods Monument


 

Reintje Duveen

 

Der Krankenpfleger Reintje Duveen lebte in der Jekerstraat 61 II in Amsterdam. Er war in Zwolle am 22.6.1883 geboren worden. Reintje Duveen wurde nach Sobibor deportiert und dort am 2.7.1943 ermordet.

 

Quelle: Joods Monument


 

Mozes Dwinger

 

Der Krankenpfleger Mozes Dwinger wurde am 13.9.1920 in Groningen geboren. Er wohnte zuletzt in Apeldoorn. Er wurde deportiert, sein Sterbeort ist bisher nicht bekannt, sein Sterbedadum ist der 31.3.1944.

 

Quelle: Joods Monument


 

Anna „Krystyna“ Dyrlacz geb. Klobukowska

 

Anna Dyrlacz wurde am 29.5.1818 geboren. Ihre Eltern waren Wincenty und Halina, geborene Grzybowska. Sie absolvierte die Krankenpflegeausbildung an der Warszawska Szkola Pielegniarstwa (WSP) im Kurs XXXIII und erlangte 1939 das Diplom.

 

Anna gehörte von Anfang an dem bewaffneten Widerstand gegen die deutschen Besatzer an. Vom 1.9.1939 bis Juni 1940 arbeitete sie in der chirurgischen Abteilung des Militärkrankenhauses Ujazdowski. Dort wurden hunderte Soldaten und kämpfende Zivilisten eingeliefert, die nach dem deutschen Überfall auf Polen versuchten, Warschau gegen die Invasoren zu verteidigen.

 

Da sich die Wehrmacht angeblich immer auf ihren Eroberungszügen wie die reinen Gentlemen aufführten, werden es wohl „bolschewistische negroide Juden“ gewesen sein, die als Landser verkleidet polnische Krankenhäuser unter dem Roten Kreuz zerschossen und zerbombten. 600 Tote im Ujazdowski-Krankenhaus bezahlten mit ihrem Leben die Missachtung des Roten Kreuzes der „Ehrenmänner“ in deutschen Uniformen. Von dem größten Warschauer Militärkrankenhaus blieben nur wenige Restgebäude stehen. Anna berichtete, dass polnische Krankenschwestern und Sanitäterinnen, die Verwundete bergen wollten, gezielt von deutschen Scharfschützen erschossen wurden, sodass die Bergung fast nur nachts möglich war. Ihre Aussage deckt sich mit unzähligen anderen Berichten von Zeitzeugen. Die gezielten Angriffe auf Krankenschwestern, Sanitäter und Ärzten sollte die polnische Bevölkerung demoralisieren.

 

Bis zum 1. August 1944 arbeitete Anna im Krankenhaus in der Czerniakowskiej 231. Auf Anordnung der Armia Krajowa wurde ein geheimes Krankenhaus am Luftwaffenstützpunkt „Luzyce“ aufgebaut, was sie mit organisierte. Sie leitete im Warschauer Aufstand das Pflegepersonal an diesem Standort. Am 5.8.1944 musste das Krankenhaus nach Opaczy evakuiert werden, dann in die Wälder von Kampinoskiej. Anna beteiligte sich an der Evakuierung von Verwundeten aus verschiedenen Warschauer Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen und riskierte dabei immer wieder ihre Freiheit und ihr Leben. 1945 war sie völlig erschöpft und erkrankte an Hepatitis.

 

Nach ihrer Genesung arbeitete sie in der Krankenstation der BOS (Biura Odbudowy Stolicy = Büro zum Wiederaufbau der Hauptstadt), später in der Dermatologischen Klinik der Medizinischen Universität in Warschau. Sie heiratete den Dermatologen Dr. Tadeusz Dyrlacz und bekam zwei Töchter. Kurz vor ihrer Hochzeit wurde ihr Vater verhaftet. Er wurde beschuldigt, mit der Narodowe Sily Zbrojne (NSZ) zusammengearbeitet zu haben, eine polnische, antikommunistisch, katholisch-nationalistisch und konservativ ausgerichtete Untergrundorganisation, was allerdings nicht stimmte. Ihr unschuldiger Vater wurde zu einer zehnjährigen Haftstrafe sowie Beschlagnahme von Eigentum und Entzug der Bürgerrechte verurteilt.

 

Anna wurden die Besuche beim Vater erschwert und sie selber für ihre Zugehörigkeit zur Armia Krajowa angegriffen. Im kommunistischen Polen war kein Platz für ein von der Sowjetunion unabhängiges Polen. Die stalinistische Marionettenregierung stellte den Warschauer Aufstand als das Werk eines Haufen Irrer dar, die Schuld hatten an der Zerstörung Warschaus. Stalins Speichellecker konnten Eins nicht gebrauchen: Ein souveränes Polen mit freiheitsliebenden, unabhängigen Menschen. Eine Anerkennung der Armia Krajowa durch den Verbrecher Stalin hätte bedeutet, rechtfertigen zu müssen, warum die Rote Armee die polnische Bevölkerung im Stich ließ und seelenruhig bei einem der größten Massaker zusah.

 

Durch eine Erkrankung ihres Mannes musste Anna wieder arbeiten. Durch Zufälle ging sie nicht zurück in die Pflege, sondern in die Kosmetik, spezialisiert auf Hautprobleme. Sie begründete in dem Bereich eine Ausbildung. Zeit ihres Lebens kämpfte sie für das Gedenken an die verstorbenen Kollegen in der Armia Krajowa und initiierte zwei Gedenktafeln. Später erfuhr Anna in Polen zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen für ihren Einsatz bei der Armia Krajowa und auch die Florence Nightingale Medaille.

 

Anna „Krystyna“ Dyrlacz starb am 7.9.2011.

 

Quellen: Wirtualne Muzeum Pielęgniarstwa Polskiego; Encyklopedia Medyków Powstania Warszawskiego


 

Simon Dzentselsy

 

Simon Dzentselsy wurde am 12.5.1906 in Leipzig geboren. Er wohnte in Arnhem, Amsterdamscheweg 1. Dort war bis 1942 das Jüdische Kinderheim, in dem wenige Mädchen und überwiegend Jungen wohnten. Die Kinder stammten hauptsächlich aus Rotterdam. Sie waren durch den Krieg und Bombenangriffe auf Rotterdam nach Arnhem gebracht worden. Am 11.12.1942 wurde das Kinderheim durch die Nazis geräumt und die Kinder in das „Polizeiliche Judendurchgangslager Kamp Westerbork“ verschleppt. Dieses KZ in den Niederlanden war ein Durchgangslager. Von hier starteten die Deportationszüge, überwiegend nach Auschwitz und Sobibor. Aus dem Kinderheim wurde dann vorübergehend eine Klinik und der Sitz des Jüdischen Rates Arnhem.

 

Auch der Krankenpfleger Simon Dzentselsy wurde deportiert. Er wurde am 24.9.1943 in Auschwitz ermordet.

 

Quelle: Joods Monument; "Joodse Arnhemmers 1933 1945", ISBN10: 9075879202 | ISBN13: 9789075879209


 

 

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