Spiele: Übersicht

Selbstgemachte Spiele Tierische Redewendungen
Tierische Werbung 50er / 60er Jahre Rebus Redewendungen zum Wetter
Heimatspiele Beschäftigungsprojekt
Gekaufte Spiele  

 

 

 

Selbstgemachte Spiele

Spielen macht Spaß, erhöht die Lebensfreude, stärkt das Gedächtnis, fördert Zusammenhalt und soziale Kontakte, vermittelt Selbstbewusstsein, usw.

Es gibt inzwischen ein reichhaltiges Sortiment an Spiele für Senioren. Allerdings oft genug zu einem stolzen Preis. Spiele kann man aber auch gut alleine herstellen.

Zunächst einmal zu einem Vorurteil: Alte Menschen wünschen keine Wettbewerbssituation. Als grundsätzliche Feststellung ist das Unsinn.

Viele alte Menschen leben erst richtig in einer Wettbewerbssituationen auf und sind dann mit einer grenzenlosen Begeisterung dabei. Sie fühlen sich endlich mal wieder gefordert.

Für andere Alte ist ein Wettbewerb zu stressig und sie fühlen sich nur überfordert.

Wichtig ist, dass man sich sein Klientel ansieht und die Spielregeln an die Ressourcen und Probleme der Betreuten anpasst.  Im Vorfeld muss man sich dazu also Gedanken machen.

Man sollte stets sehr vorsichtig sein, nicht zu verkindlichen. Und Darstellungen in Spielen sollten an der Prägezeit orientiert sein. Heutige Comicfiguren wirken auf ältere Leute oft befremdlich oder krank (Beispielsweise haben die japanischen Figuren häufig Glubschaugen).

Selbsterstellte Spiele haben den Vorteil, dass man sie direkt an sein Klientel orientieren kann. Viele alte Menschen hatten beispielsweise selbst ein oder mehrere Tiere. Für sie wären also Spiele geeignet, in denen Tiere eine Rolle spielen.

Oder man stellt sich Themenpakete zusammen. Im Internet findet man dazu jede Menge Material und Anregungen.

Mit ein bisschen Arbeit und Kreativität lassen sich tolle Sachen machen, die auch betreffs Materialkosten im Rahmen bleiben.  

Auch in der Heilerziehungspflege lohnt es sich, Spiele selber zu machen, die beispielsweise direkt an die Lebenswelt der Klienten oder ihren speziellen Förderbedarf angepasst sind.

 

Beispiele:

 

Tierische Redewendungen

copyright: Heidrun Dreyling-Riesop; kommerzielle Nutzung ohne meine Einwilligung ausgeschlossen.

Ein Beispiel für ein Gedächtnistraining, bei dem die Betreuten Eigenschaften zuordnen sollen, die man in der Umgangssprache Tieren beimisst. Eine Redewendung wird genannt und der Klient soll das Tier zuordnen.

  • Aufgeblasen wie ein  Frosch
  • Geschmeidig wie eine  Katze
  • Mutig wie ein  Löwe
  • Augen wie ein  Adler
  • Schlau wie ein  Fuchs
  • Falsch wie eine  Schlange
  • Meckern wie eine  Ziege
  • Aufpassen wie ein  Luchs
  • Stur wie ein  Esel
  • Scheu wie ein  Reh
  • Schwitzen wie ein  Schwein
  • Einfältig wie ein  Schaf
  • Ackern wie ein  Pferd
  • Singen wie eine  Nachtigall
  • Eitel wie ein  Pfau
  • Frech wie ein  Spatz
  • Stark wie ein  Bär
  • Stumm wie ein  Fisch
  • Schnattern wie die  Ente
  • Albern wie eine  Gans
  • Hungrig wie ein  Wolf
  • Brüllen wie ein  Stier
  • Ängstlich wie ein  Hase
  • Flink wie ein  Wiesel
  • Diebisch wie eine  Elster
  • Stehlen wie ein  Rabe
  • Turteln wie die Tauben
  • Treu wie ein Hund
  • Glitschig wie ein Aal
  • Ein Gedächtnis wie ein Elefant
  • Träge wie ein Faultier
  • Stinken wie ein Wiedehopf
  • Gierig wie ein Vielfraß
  • Stolzieren wie ein Hahn (Gockel)
  • Blind wie ein Maulwurf
  • Dumm wie eine Kuh
  • Gefräßig wie eine Heuschrecke
  • Tramplig wie ein Kamel (Trampeltier)
  • Fleißig wie die Biene(n)
  • Anmutig wie ein Schwan
  • Lästig wie eine Fliege
  • Weise wie eine Eule
  • Feige wie die Ratte
  • Neugierig ausspähen wie ein Kiebitz
  • Listig wie ein Igel
  • Behende wie ein Eichhörnchen
  • Lahm wie eine Schnecke
  • Intrigant wie ein Affe
  • Hinterhältig wie eine Hyäne
  • Arbeitswütig wie ein Biber

 

Man könnte z. B. Kartenpaare herstellen, eine Karte mit dem Tier, eine Karte mit dem Spruch. Noch mehr Spielvarianten erlauben Spielpläne.

Das ist das Gute an selbstgemachten Spielen: man kann sie immer abwandeln und ergänzen. Und so gibt es auch die verschiedensten Spielvarianten. Beispielsweise werden Tierkarten gemischt und an die Teilnehmer verteilt. Auf dem Tisch liegt verdeckt der Stapel mit den Eigenschaften der Tiere. Der Spielleiter liest die Redewendung vor, wer die richtige Tierkarte dazu auf den Tisch legt, bekommt den Spruch und hat ein Pärchen. Wer die meisten Pärchen hat, hat gewonnen.

Die Karten liegen alle offen auf den Tisch und die Teilnehmer müssen Spruch und Tier zuordnen.

Es werden Spielpläne (besser mit Tieren in Graustufen) vorbereitet mit den möglichen Lösungen. Die Redewendung wird vorgelesen, wer das Tier errät, bekommt die Spielkarte. Wer zuerst eine Reihe auf seinem Spielplan gelegt hat, hat gewonnen. Wer Karten doppelt hat, versucht mit den Mitspielern zu tauschen.

Auch eine Memory-Variante wäre möglich.

Es ergeben sich also viele Möglichkeiten. Ausschlaggebend für die Spielidee sind immer die Vorraussetzungen des Klientels. Man muss nicht das gesamte Spiel "abspielen". Teile des Spieles können zum Beispiel auch einen guten Einstieg für ein Biografisches Gespräch darstellen. 

Mit den unterschiedlichen Spielvarianten, die auf das Klientel individuell angepasst werden können, lohnt es sich, das Spiel einmal sorgfältig auszuarbeiten. Papier, Farbdrucker, Schere (Ecken rund schneiden), Laminierfolien und -gerät - mehr braucht man nicht. Geldmangel der Einrichtung gilt nicht. Klar "pfeifen" die sozialen Einrichtungen "auf dem letzten Loch". Aber wir wollen mit unseren Betreuten auch Spaß haben - ein bisschen Kreativität, einige Gedanken und Arbeit (Wobei uns die Betreuten gerne helfen und dann auch superstolz auf ihr Ergebnis sind) - und das "Zocken" kann losgehen. Leben kann manchmal ganz einfach sein.

 

Tierische Werbung 50er / 60er Jahre

copyright: Heidrun Dreyling-Riesop, kommerzielle Nutzung ohne meine Einwilligung ausgeschlossen.

 

Im Innendeckel des Spiels klebt dieser Hinweis:

Tierische Werbung 50er / 60er Jahre

Werbung verbreitet Informationen über ein Angebot, oft an ausgesuchte Zielgruppen. Werbung stimuliert und beeinflusst, um erwünschte Handlungen, Gefühle oder Gedanken bei anderen Menschen auszulösen und zu steuern. Tiere gelten als besonders wirksame emotionale Werbeträger. Durch Medien wie Zeitung, Zeitschrift, Radio, Fernseher, Film wird Werbung ständig wiederholt und brennt sich so tief im Gedächtnis der Konsumenten ein. Bei aller berechtigten Kritik gegen Werbung kann man sie aber auch zum Gedächtnistraining und Biografiearbeit nutzen. Gerade die Tiere in der Werbung eröffnen in der Arbeit bei Menschen mit Demenz eine niedrige Hemmschwelle, geringere Ängste vor „Versagen“ und wecken Emotionen. Bekannte Werbeslogans setzen Verknüpfungen zu anderen Erinnerungen.  

Inhalt

Ackermanns Schlüsselgarn (Elefant), Bärenmarke (Bär), Camel (Kamel), Erdal (Frosch), Esso (Tiger), Haribo (Bär), Hör Zu (Igel), Milka (Kuh), Salamander (Salamander), Schwäbisch Hall (Fuchs), Bärenpils (Bär), Büssing (Löwe), Deutsche Grammophon (Foxterrier), Hoffmann (Katze), Hustinetten (Bär), Jägermeister (Hirsch), Lufthansa (Kranich), Pelikan (Pelikan), Pril (Ente), Rachengold (Papagei), Schildkröt (Schildkröte), Steiff (Bär)

Spiele

Spiele machen Spaß, befreien von Verpflichtungen, Zwängen, unterbrechen den Alltag. Grundsätzlich gilt: Alle Spiele müssen an den Ressourcen, Bedürfnissen, Erlebniswelt der Klienten ausgerichtet werden. Spielregeln können daher nicht starr sein, sondern müssen individuell angepasst werden. Das Spiel gestattet unzählige Spielvarianten und ist somit individuell anpassbar.

Memory

Zum Beispiel Zuordnung der entsprechenden Slogans zu den dargestellten Produkten.

Biografie

Beispielsweise werden nur einzelne Bereiche benutzt zum Aufbau eines biografischen Gespräches.

Bingo

Eine Wettbewerbssituation nehmen, entgegen anderer Darstellungen, alte Menschen mit oder ohne Demenz sehr wohl gerne an. Auch alte Menschen haben ein Recht auf Erfolgserlebnisse und können einen bemerkenswerten Ehrgeiz entwickeln. (Für das Bingo muss ein Satz Bärenwerbung entfernt werden.)

Viel Spaß!

 

Beispiele für die Spielkarten:

    

Auch für dieses Spiel wurden Spielpläne und Gewinnkarten erstellt:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abgerundet wurde das Spiel durch einen geeigneten massiven Pappkarton, der mit farbigen Karton beklebt und gestaltet wurde.

 

Das Spiel wurde durch Schüler der SP 10 bei einem Projekttag in einer Tagesklinik für Demenzkranke getestet. Zusätzlich hatten wir kleine Stofftiere mit, die in dem Spiel vorkamen, um auch die taktile Wahrnehmung zu fördern.

Ein Problem war, dass die Schüler viele alte Werbung nicht kannten. Daher machten sie sich vorher Notizen. Im ersten Ausbildungsjahr hatten die Schüler noch nicht die Sicherheit mit Beschäftigungen. Spätestens, als die alten Menschen anfingen, die Werbeslogans zu singen, war das Eis gebrochen. Die Schüler bekamen recht schnell Sicherheit im Umgang mit dem Spiel und es entwickelten sich bald biografische Gespräche.

Das Spiel wurde angenommen. Durch die zahlreichen Spielvarianten und Anpassung der Regeln konnten alle Gäste der Tagesklinik in das Spiel einbezogen werden. 

 

Und noch eine Idee:

 

Rebus zu Redewendungen zum Wetter

copyright: Heidrun Dreyling-Riesop; kommerzielle Nutzung ohne meine Einwilligung ausgeschlossen.

Ein Spiel für eine Gruppe. Es werden zwei Bildkarten hingelegt. Die dazu gehörende Redewendung soll erraten werden. Die Lösungen sind nicht immer einfach und sollen gemeinsam über Gespräche gefunden werden. Die unterschiedlichen Schriften sind beabsichtigt. Die zwei Spielkarten, die zu jeder Redewendung gehören, sind absichtlich farblich angepasst, um die Rätsel bei Bedarf leichter zu machen. Es gibt noch zahlreiche Redewendungen zum Wetter, sodass das Rebus problemlos erweitert werden kann. Auch hier gäbe es zahlreiche Spielvariationen.

 

Auch nach der Lösung ergeben sich Gesprächsstoffe.

  • Woher kennen Sie das Sprichwort / die Redewendung?
  • Was sagt diese Redewendung aus? Welche Bedeutung steckt dahinter? Beispiel: "Die Fahne nach dem Wind drehen" ist ja eigentlich keine Redewendung zum Wetter, sondern sagt etwas aus zur Meinungsbildung.
  • Auf  welche Jahreszeit passt das Wetter? Passt heute das Wetter zu der Jahreszeit?
  • Was haben Sie als Kind bei einem solchen Wetter getan?

Wetter ist immer gut. Über das Wetter kann man endlos reden und viele biografische Details und stories erfahren.

 

Der ganz besondere Hit sind aber

 

Heimatspiele

und die muss man selber machen, weil das Klientel für derartige Spiele zu klein ist. Die Herstellung würde sich für keine Firma lohnen oder das Spiel wäre viel zu teuer. Man besorge sich ein circa 1 m² großes Brett, stabil, aber leicht. Oder sehr festen Karton (da könnte man das Spielfeld zusammenklappen). Man kann dieses Brett nun mit einer vergrößerten Landkarte bekleben, oder mit einer Collage gestalten oder selber malen. Darauf  kommen die Spielfelder. Spielfiguren (z. B. einen kleinen Minibus oder ´VW-Käfer`oder Wanderer etc ) und Würfel kann man preiswert erwerben. Das unten ist ein mehr wie grober Entwurf, um zu verdeutlichen, was gemeint ist.

Start der Spielfiguren wäre das Flosser Altenheim (hellblaues Gebäude). Die Orte auf der Karte sind der Einzugsbereich, aus dem die Klienten kommen.

"Heute machen wir einen Ausflug, müssen aber abends zurück sein, sonst verpassen wir das Abendbrot". Und nun geht´s los. Auf jedem blauen Feld, auf dem man landet, muss man eine Antwort zu dem Ort geben (Man kann natürlich auch Ereigniskarten machen und sich zahlreiche Fragen zur Region einfallen lassen, z. B. auch Bräuche, Sehenswürdigkeiten, typisches Essen, Gasthäuser, Kirchen, etc). Theoretisch könnte man das Spiel verschärfen, dass bei einer falschen Antwort der Spieler in den letzten Ort zurück muss. Das kommt auf das Klientel an.

Ein Spiel in dieser Art fesselt nicht nur die Klienten. Es ist unglaublich, was man für Details aus der Region erfährt. Und die Alten genießen es, mit ihren Kenntnissen der Region glänzen zu können. Endlich interessiert sich mal jemand für ihren Heimatort. Man braucht auch kein biografisches Gespräch anzuleiern - die stories fliegen einem von ganz alleine zu. Als Start- und Endziel das Altenheim zu wählen, hat natürlich auch seinen tieferen Sinn.

Ein Spiel in dieser Art ist übrigens auch gut für die HEP geeignet, um zum Beispiel die Orientierung in der Einrichtung oder in der Umgebung zu fördern.

In der HEP ist es auch sinnvoll, über die Herstellung von Spielen nachzudenken, besonders dann, wenn man ganz gezielt etwas fördern möchte. Memory, Mensch-ärger-dich-nicht und Tastbretter sind ja ganz schön - aber ein bisschen mehr Auswahl darf es schon sein.

 

 

 

Beschäftigungsprojekt "Wilder Westen"

 

Western im Kino:  Zwölf Uhr mittags  Verfilmungen von Karl May  Der Schatz im Silbersee  Spiel mir das Lied vom Tod  Die Söhne der großen Bärin  Django 

 

Das Internet bietet viele Möglichkeiten für eine Beschäftigungsmaßnahme, die man mit etwas Engagement und Kreativität erstellen kann, wenig kostet und trotzdem Spaß macht. Man kann Videos oder alte Aufzeichnungen nutzen, sich Informationen verschaffen und sich über den "Zeitgeist" informieren. Klar kostet diese Recherche Zeit - aber abgespeichert kann man es immer wieder nutzen.

Früher hatte das Kino einen erheblich höheren Stellenwert als heute. Ins Kino gehen war ein Ereignis. Und über Kinofilme unterhielt man sich in der Familie, mit Bekannten oder Arbeitsskollegen endlos. In den 50er, 60er Jahren war ein Fernseher keine Selbstverständlichkeit. Wer einen Fernseher hatte, hatte es zu einem gewissen Wohlstand gebracht. Wenn die Titelmelodie von "Bonanza" aus dem eher gequälten Lautsprecher des Fernsehers erscholl, dann war einfach "Ruhe im Schacht". Die ganze Woche freute man sich darauf und die Nachbarn, die noch keinen Fernseher hatten, freuten sich tierisch über ihre Einladung. Und wussten ganz genau, dass sie pünktlich zu erscheinen haben.

Die Narben aus dem II. Weltkrieg waren noch frisch. Amerika war das Land der Verheißung. Und die Western versprachen Gerechtigkeit, starke Männer (im Gegensatz zu den zerbrochenen Heimkehrern aus der Kriegsgefangenschaft), Recht, Ordnung, Gesetz. Und vor allem erkannte man sofort, wer "böse" und wer "gut" war. Der Traum von Weite und Freiheit.

Western waren "In". Warum dann nicht mal ein Beschäftigungsprojekt zu diesem Thema?

Spielerisch: Wer erkennt die Titelmusik? Welcher Western war es? Was geschah in diesem Western? An welche Schauspieler erinnert man sich?

Und ganz schnell ist man bei den stories. Was bedeutete ein Kinobesuch? Auf was musste man alles verzichten, um endlich auch einen Fernseher zu besitzen? Wie verbrachte man den Fernsehabend? Und wie bereitete man ihn vor? Welche Vorstellungen hatte man von Amerika? Und wie war man mit seinem Leben in Deutschland einverstanden und zufrieden?

Western hielten damals Einzug in die Kinos, Fernseher, Schlager, Kinderspielzeug. Es war Unterhaltung, schöne Erinnerungen. An gute Erinnerungen denkt man gerne zurück. Gute Erinnerungen sind eine Ressource. Die sollte man nutzen. 

 

Western im Kino

 

 

Zwölf Uhr mittags (Originaltitel High Noon) (1952)

Der in Schwarzweiß gedrehte Western gilt als Klassiker der Filmgeschichte. Will Kane ist ein anerkannter Marshal einer Kleinstadt und hat gerade geheiratet, eine sehr fromme Quäkerin. Deshalb gibt er ihr zuliebe den Marshal-Posten ab. Der neue Marshal ist noch nicht da, wird aber in Kürze eintreffen. Da erreicht die Kleinstadt die Nachricht, dass ein begnadigter Bandit, den der Marshal mal ins Gefängnis brachte, mit Kumpanen sich an ihm rächen will. Will Kane verlässt zunächst die Kleinstadt auf Drängen seiner Frau und Mitbürgern, kehrt dann aber wieder um. Seine Frau stellt ihn vor die Wahl: entweder er flieht mit ihr oder sie verlässt die Stadt mit dem 12 Uhr Zug, der Zug, mit dem der Bandit erwartet wird.

Der Marshal bleibt. Er will nicht sein Leben lang vor diesem Banditen wegrennen und er befürchtet, dass die Kleinstadt, die dieser Bandit einst mit Terror überzogen hat, wieder durch diesen in Gewalt und Unrecht versinkt. Damit wäre seine jahrelange Arbeit, in dieser Stadt Recht und Ordnung aufzubauen, zerstört. Es gibt nur ein Problem: Niemand unterstützt ihn. Die Bewohner der Kleinstadt richten sich sogar gegen ihn aus Angst vor dem Banditen. Lediglich ein Krüppel und ein kleiner Junge bieten ihm ihre Hilfe an.

Der Marshal muss alleine gegen die Bande kämpfen. Seine Frau will um zwölf Uhr mit dem Zug die Stadt verlassen, mit dem der Bandit eintrifft. Als sie die ersten Schüsse hört, besinnt sie sich und kehrt zurück. Entgegen ihrer religiösen Überzeugung erschießt sie einen Helfer des Banditen, um ihren Mann zu retten. Der Bandit kann sie als Geisel nehmen, doch als sie sich von ihm losreißt, wird auch er vom Marshal erschossen.

Am Ende laufen die Bewohner der Stadt zusammen, um ihn als Helden zu feiern, doch Will Kane wirft ihnen den Marshalstern verächtlich vor die Füße und verlässt mit seiner Frau die Stadt.

 

Frank James (Gary) Cooper, geboren am 7. Mai 1901 in Helena, Montana, gestorben am 13. Mai 1961 in Beverly Hills, Kalifornien, verkörperte als Schauspieler sehr geradlinige, ehrliche, zumeist schweigsame Heldenfiguren. „Zwölf Uhr mittags“ war sein bekanntester Film.

Die zweite Hauptrolle spielte Grace Kelly, geboren am 12. November 1929 in Philadelphia, Pennsylvania, gestorben durch einen Autounfall am 14. September 1982 in Monaco. Den Film „Zwölf Uhr mittags“ kann man als ihren Durchbruch als Schauspielerin im Film sehen. 1955 gewann sie den Oscar, 1956 heiratete sie Fürst Rainier III. von Monaco. Damit wurde sie Fürstin Gracia Patricia von Monaco und beendete ihre Schauspielerkarriere. Ihr Leben als Fürstin und ihr tragischer Tod ging in den deutschen Boulevardblätter rauf und runter.

 

 

Verfilmungen von Karl May

 

 

Karl Friedrich May wurde am 25.2.1842 in Ernstthal im Königreich Sachsen geboren und starb am 30.3.1912 in Radebeul. Er studierte zunächst Lehramt, wurde aber wegen Diebstählen vom Studium ausgeschlossen und das erste Mal zu sechs Wochen Haft verurteilt. 1865 folgte eine vierjährige Haftstrafe wegen verschiedener Gaunereien, auf die weitere Zuchthausstrafen folgten. Nach seiner Entlassung 1874 aus dem Zuchthaus kehrte er in sein Elternhaus zurück und begann zu schreiben. Er wurde Redakteur in Unterhaltungszeitschriften. Ab 1879 schrieb er Reiseerzählungen, die im Orient, Mexiko oder den Vereinigten Staaten im 19. Jahrhundert spielten. Den Durchbruch als Schriftsteller von Abenteuerromanen gelang ihm 1892, als seine Reiseerzählungen gesammelt in Buchform erschienen. Erst später, nun finanziell abgesichert, bereiste  May die Schauplätze seiner Reiseerzählungen.

 

 

Bereits in den 1920er Jahren erschienen erste Verfilmungen von Karl Mays Reiseerzählungen als Stummfilme. 1936 folgte der erste Tonfilm in schwarzweiß „Durch die Wüste“, 1958 der erste Farbfilm „Die Sklavenkarawane“. Am bekanntesten wurden die Verfilmungen von dem deutschen Filmproduzent Horst Wendlandt ab 1962. Für „Der Schatz im Silbersee“ und weitere Karl-May-Verfilmungen schrieb der deutsche Komponist Martin Böttcher die Filmmusik. Die Drehorte waren zumeist in Kroatien. Die Filme von Horst Wendlandt hielten sich wenig an die Romanvorlagen. 

 

 

Der Schatz im Silbersee (1962)

Eine vorher überfallene Postkutsche rettet sich in das kleine Westernstädtchen Tulsa mit dem ermordeten Vater von Fred Engel. Der hatte einen Teil einer Schatzkarte bei sich, die vom Banditen Colonel Brinkley geraubt wurde. Fred Engel macht sich nun auf die Suche nach den Mördern seines Vaters. Er trifft dabei auf Sam Hawkens, Gunstick Uncle, Old Shatterhand und Winnetou. Gemeinsam verfolgen sie die Banditen.

Winnetou gelingt es, die Banditen zu belauschen. Die zweite Hälfte der Schatzkarte soll sich auf der Farm von Mrs. Butler befinden. Die Banditen wollen die Farm überfallen. Gerade noch rechtzeitig treffen die Helden ein, um beim ersten Angriff die Farm zu verteidigen. Doch der Schatzkartenteil befindet sich im Besitz von Mr. Patterson und seiner Tochter Ellen, die auf dem Weg zur Farm sind. Kurz bevor sie die Farm erreichen werden sie von den Banditen gefangen. Die Banditen verlangen für ihr Leben die Herausgabe des Schatzkartenteils von Fred Engel. Doch Old Shatterhand und Fred Engel können die Beiden befreien.

Daraufhin starten die Banditen einen weiteren Angriff auf die Farm. In letzter Sekunde trifft Winnetou mit Verstärkung durch den Stamm der Osagen ein und jagen die Banditen in die Flucht. Auf dem Weg zum Silbersee werden die Helden von Indianern des Stammes der Utahs bedroht, die annehmen, dass sie ihr Dorf niedergebrannt haben, was jedoch die Banditen waren. In dem Durcheinander gelingt es dem Schuft Colonel Brinkley, Ellen Patterson und Fred Engel in seine Gewalt zu bringen. Old Shatterhand kämpft mit dem Häuptling der Utahs, Großer Wolf, auf Leben und Tod, um den Indianern ihre Unschuld zu beweisen. Old Shatterhand gewinnt und verschont den Großen Wolf. Die Utahs lassen die Helden ziehen. Doch der Unterhäuptling der Utahs, Rollender Donner, greift die Truppe um Old Shatterhand dennoch an, wird aber von Häuptling Großer Wolf erschossen. Es kommt zum Rauchen der Friedenspfeife und die Helden machen sich zusammen mit den Indianern auf den Weg zum Silbersee.

Die Banditen sind dort bereits eingetroffen und bauen ein Floß, mit dem Colonel Brinkley zu einer Höhle übersetzen will, in der sich der Schatz befindet. Die zurückgebliebenen Ganoven erhalten den Auftrag, wenn er nicht rechtzeitig zurückkehrt, soll Fred Engel getötet und Ellen vergewaltigt werden.

In der Höhle schlagen die Banditen den Bewacher des Schatzes, den alten Indianer Nintropan Hauey, nieder. Der Anblick des Schatzes überwältigt die Banditen und sie bringen sich in ihrer Gier gegenseitig um. Colonel Brinkley überlebt als Einziger. Doch dem sterbenden Hüter des Schatzes Nintropan Hauey gelingt es mit letzter Kraft, an einer verborgenen Kette zu ziehen. Der Schatz und der Colonel versinken.

Die restlichen Banditen am Seeufer verlieren die Geduld und wollen Fred Engel töten. Old Shatterhand und seine Gefährten können es in letzter Sekunde verhindern und besiegen die Banditen.

 

ALexander Crichlow Barker Jr., ein US-amerikanischer Schauspieler, wurde am 8.5.1919 in New York geboren und starb bereits mit 54 Jahren am 11.5.1973 in New York City an einem Herzanfall. Eigentlich sollte Barker das Bauunternehmen des Vaters übernehmen und war zunächst an der Elite-Universität in Princeton für ein Studium zum Bauingenieur eingeschrieben. Er brach jedoch das Studium ab und begann eine Schauspielausbildung. Als Nachfolger von Johnny Weissmueller in der Rolle „Tarzan“ wurde er in den USA bekannt. Ab 1957 drehte Barker auch in Europa. Mit der Verkörperung von Old Shatterhand wurde Lex Barker in Deutschland ein umjubelter Star. 

Pierre Louis Baron Le Bris (Brice) wurde am 6.2.1929 in Brest geboren. Der französische Schauspieler begann seine Karriere als Fotomodell und Tänzer. Erst durch seine Rolle des Apachenhäuptlings Winnetou gelang ihm der Durchbruch und er avancierte in Deutschland zum Superstar. Sein Filmtod 1965 löste eine Protestwelle aus, sodass der Produzent sofort mit den Dreharbeiten zu einem anderen Film begann. Bei den Karl-May-Festspielen in Elspe spielte er von 1976 bis 1980 und 1982 bis 1986 die Winnetou-Rolle. Von 1988 bis 1991 spielte er in Bad Segeberg und führte dort 1999 auch Regie. In Frankreich ist Pierre Brice bis heute nahezu unbekannt.

 

 

Spiel mir das Lied vom Tod (C’era una volta il West, englisch: Once Upon a Time in the West) (1968)

 

 

Der Italowestern aus dem Jahr 1968 beginnt mit einer Schießerei auf einem Bahnhof zwischen einem geheimnisvollen Mundharmonikaspieler und drei Banditen, die versuchen, ihn zu erschießen. Der Mundharmonikaspieler ist auf der Suche nach einem Mörder.

Die nächsten Szenen befassen sich mit Morton und McBain. Morton ist ein skrupelloser Eisenbahnunternehmer. Er will entlang einer Eisenbahnstrecke zum Pazifik einen neuen Bahnhof bauen. Der Farmer McBain soll den Bahnhof errichten, falls er es nicht termingerecht schafft, fällt sein gesamter Besitz an Morton. Der verwitwete McBain erwartet seine neue Ehefrau Jill. Einen Tag, bevor sie ankommt, werden McBain und seine drei Kinder ohne jede Vorwarnung von dem Killer Frank ermordet. Jill kann beweisen, dass McBain und sie bereits vor einem Monat in New Orleans geheiratet haben und sie somit Erbin der Farm ist. Jill findet im Haus keine Wertgegenstände, nur Modellhäuser einer Bahnstation und einer Stadt und glaubt zunächst, dass sie dem kleinen Timmy gehörten. Die Melodie des Mundharmonikaspieler schreckt sie auf. Am nächsten Morgen steht Cheyenne, ein Ganove, mit seinen Leuten vor ihrer Tür. Er erklärt Jill, dass er nichts mit dem Mord an McBain und seinen drei Kindern zu tun habe, dass man ihm aber das Verbrechen in die Schuhe schieben will.

Morton stellt inzwischen diesen Frank zur Rede, der anfangs seine Ganoven auf den Mundharmonikaspieler angesetzt und die Farmerfamilie auf dem Gewissen hatte. Morton wirft Frank eine falsche Vorgehensweise zur Landerschließung vor. Der Eisenbahnunternehmer lebt in einem umgebauten Salonwagen und leidet unheilbar an Knochentuberkulose, sodass er sich nur mit Hilfe eines Stützkorsetts und auf Krücken fortbewegen kann und seine Lebenserwartung deutlich begrenzt ist. Morton ist regelrecht davon besessen, die Eisenbahnlinie bis zum Pazifik zu seinen Lebzeiten fertigzustellen und dazu ist ihm jedes Mittel recht.

Jill packt ihre Sachen und will zurück nach New Orleans reisen. Der geheimnisvolle Mundharmonikaspieler lauert ihr im Stall auf und zwingt sie, aus dem Brunnen frisches Wasser für ihn zu holen. Er hatte bereits Franks Killer entdeckt, die die Erbin der Farm beseitigen sollen. Als Jill zum Brunnen geht, folgt ihr der Fremde. Dem Mundharmonikaspieler gelingt es, Franks Leute zu erschießen. Der Bandit Cheyenne hatte die Szene aus einem Versteck beobachtet. Er war zurückgekehrt, um Jill, die ihn beeindruckt hatte, zu beschützen. Cheyenne und der Mundharmonikaspieler werden zu Verbündeten.

Durch Jill erfahren über einen Mittelsmann der Mundharmonikaspieler und Cheyenne den Aufenthaltsort von Frank und Morton, tapsen aber zunächst in eine Falle, da der permanent unter Dampf stehenden Zug mit dem Salonwagen in die Wüste fährt. Der Mundharmonikaspieler wird von Frank zur Rede gestellt und beantwortet die Frage nach seiner Person mit der Aufzählung von Namen, die Frank ermordet hat. Cheyenne bleibt unentdeckt und kann den Mundharmonikaspieler befreien.

Inzwischen erkennt Jill den Plan ihres ermordeten Mannes, nachdem sie einen großen Posten Holz und Baumaterial geliefert bekommt, den McBain bereits bezahlt hatte. Morton macht inzwischen Druck auf Frank, der in seinen Augen versagt hat. Frank dagegen will nun Jill heiraten, um an die Farm zu kommen. Jill geht zum Schein auf sein Angebot ein. Der Mundharmonikaspieler begreift auch McBains Plan und klärt Cheyenne auf. McBain hatte die Ranch gekauft, weil sie das einzige Stück Land im Umkreis von 50 Meilen war, die über eine ausreichend ergiebige Wasserquelle verfügt, die die Dampflokomotiven mit Wasser versorgen kann, sodass die Bahnlinie hier vorbeikommen muss. Er hatte sich vertraglich zusichern lassen, das er das Stück Land behalten kann, wenn er termingemäß den Bahnhof errichtet. Der Bahnhof wäre die Basis für eine Stadt gewesen und als Stadtgründer wäre McBain steinreich geworden. Nun beginnen Cheyennes Leute mit dem Bau des Bahnhofs.

In der Zwischenzeit zwingt Frank Jill, die Ranch zu versteigern. Seine Banditen sollen Mitbieter einschüchtern, um den Preis zu drücken. In letzter Sekunde wird dieses Vorhaben vom Mundharmonikaspieler vereitelt und er ersteigert die Farm mit Hilfe von 5000 Dollar Kopfgeld, die auf Cheyenne ausgesetzt sind. Cheyenne soll mit der Eisenbahn ins Staatsgefängnis von Yuma gebracht werden.

Morton sieht durch Franks Unberechenbarkeit eine Gefahr für sein Projekt und besticht vier von Franks Leuten, um ihn beseitigen zu lassen. Frank versucht unterdessen, dem Mundharmonikaspieler die Farm für 5.001 Dollar abzukaufen, was dieser ablehnt. Der Mundharmonikaspieler hilft jedoch eigenartigerweise Frank gegen die gedungenen Mörder von Morton. Frank will daraufhin Morton zur Rede stellen, findet am Zug jedoch nur zahlreiche Leichen. Cheyennes und Mortons Männern hatten sich gegenseitig umgebracht. Morton selber kriecht außerhalb des Zuges auf eine Wasserpfütze zu, wähnt sich an seinem Ziel, dem Pazifik, und stirbt mit dem Gesicht in der Pfütze.

Cheyenne konnte sich erneut befreien, Jill setzt McBains Pläne um. Der Mundharmonikaspieler bleibt unbeteiligt und scheint auf etwas zu warten. Frank kehrt zurück, ihn lässt die Identität des Geheimnisvollen keine Ruhe. Beide stellen sich zum Duell auf. In Rückblenden sehen die Zuschauer den Mundharmonikaspieler als kleinen Jungen, dem die Hände auf dem Rücken gefesselt waren. Sein älterer Bruder stand auf seinen Schultern mit einer Schlinge um den Hals. Frank steckte dem Jungen eine Mundharmonika in den Mund und forderte ihn auf, zu spielen, bis er unter der Last des anderen zusammenbricht und dieser dadurch gehängt wird. Der Bruder stößt den Jungen weg und erhängt sich dadurch selbst. Der Mundharmonikaspieler gewinnt das Duell und steckt Frank die Mundharmonika in den Mund mit den gleichen Worten, die damals Frank benutzt hatte: „Spiel mir das Lied vom Tod.“

Jill macht dem Mundharmonikaspieler das Angebot zu bleiben, doch er reitet mit Cheyenne zusammen in die Wüste hinaus. Cheyenne stirbt an einer Verletzung, die er sich bei der Schießerei in Mortons Zug zugezogen hatte, weil er nicht auf einen Krüppel, Morton, schießen wollte. Der Mundharmonikaspieler reitet mit Cheyennes Leiche alleine weiter. Auf der Farm trifft der erste Zug ein und verspricht Jill finanziell eine goldene Zukunft.

Die deutsche Synchronisation wich teilweise erheblich von der Originalversion ab. Deshalb nahmen deutsche Zuschauer an, dass es sich in der Schlussphase um den Vater des Mundharmonikaspielers handeln würde. In den USA war der Film eher ein Flop. Auch in Europa startete der Film in den Kinos eher verhalten, wurde dann aber schnell zu einem Riesenerfolg und Kultfilm. Besonders in Frankreich und Deutschland wurde der epische Western zu einem der populärsten und bekanntesten Kinofilme.

 

Charles Dennis Buchinsky (Bronson), geboren am 3.11.1921 in Pennsylvania, verstorben am 30.8.2003 in Los Angeles, war ein US-amerikanischer Schauspieler. Ihm gelang mit dem Film „Spiel mir das Lied vom Tod“ als der Mundharmonikaspieler der Durchbruch. Mit großem Erfolg verkörperte er anschließend Rollen als schweigsamer Rächer oder Revolvermann in Western und Actionfilmen. Von Schauspielkollegen wurde Bronson oft als schweigsam und unzugänglich beschrieben, was mit seiner Kindheit zusammen hängen könnte. Er wurde als elftes von insgesamt 15 Kindern einer armen Einwandererfamilie geboren. Seine Familie stammt von den Lipka-Tataren ab, einem muslimischen Turkvolk aus Litauen. Zuhause wurde kein Englisch gesprochen. Bronson schaffte als einziges Kind der Familie einen Schulabschluss. Er sprach fließend Russisch, Litauisch und Griechisch. Als er zehn Jahre alt war, starb der Vater, und so musste er ab 16 Jahren mit seinen Brüdern in einem Kohlebergwerk arbeiten. Er saß zweimal wegen Ladendiebstahls und einer Schlägerei im Gefängnis. Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete er als Boxer und Gelegenheitsarbeiter, studierte aber auch Kunst. Als Bühnenarbeiter kam er an kleinere Rollen. 1951 hatte er eine erste kleine Hollywood-Rolle. Anfangs spielte er unter seinem richtigen Namen, während der McCarthy-Ära änderte er Mitte der 1950er Jahre seinen Nachnamen, um nicht für einen Russen gehalten zu werden. Auch als Filmstar widmete er sich weiter der Malerei und stellte unter seinem Geburtsnamen Buchinsky mit Erfolg Bilder aus. In den späten 1990er Jahren erkrankte Bronson an Alzheimer und beendete seine Schauspielkarriere.

 

Henry Jaynes Fonda, geboren am 16.5.1905 in Nebraska, gestorben am 12.8.1982 in Kalifornien, war ein US-amerikanischer Filmschauspieler. Er stellte in seinen Rollen zumeist „die Guten“ dar, moralisch unfehlbare Männer, die sich stets ehrenhaft verhalten und verantwortungsvoll handeln. Er galt als einer der bedeutendsten US-amerikanischen Charakterdarsteller. Das American Film Institute führt ihn in der Liste der 25 größten männlichen Filmlegenden aller Zeiten auf Rang 6. Der Kinofilm „Spiel mir das Lied vom Tod“ war von daher ungewöhnlich, da Charles Bronson, der bisherige Bösewicht, in die Rolle des positiven Helden schlüpfte, Henry Jaynes Fonda, der bisherige Ehrenhafte, den eiskalten Mörder Frank verkörperte.

 

Claude (Claudia) Joséphine Rose Cardinale wurde am 15.4.1938 in Tunesien geboren. Neben Sophia Loren und Gina Lollobrigida ist sie die bekannteste italienische Schauspielerin. Mit 19 Jahren gewann sie einen Schönheitswettbewerb in Tunis und durfte dadurch zu den Filmfestspielen in Venedig reisen. Bis dahin sprach sie ein tunesisches Arabisch und Französisch. Italienisch beherrschte sie nur in Form des sizilianischen Dialekts ihrer Eltern. Nichtsdestotrotz zog sie anschließend nach Rom und begann ein Studium am Centro Sperimentale di Cinematografia. Im gleichen Jahr entdeckte sie der italienische Filmproduzent Franco Cristaldi. 1962 gelang ihr der filmische Durchbruch. Die Jill in „Spiel mir das Lied vom Tod“bedeutete für sie einen weiteren Erfolg in ihrer Filmkarriere.

 

 

Die Söhne der großen Bärin (1966)

 

 

1874 wird in einer Blockhütte der Indianer Mattotaupa von dem weißen Verbrecher Red Fox ermordet, weil er dem Banditen nicht das Goldversteck der Indianer verrät. Sein Sohn Tokei-ihto wird Zeuge des Verbrechens. Tokei-ihto wird Häuptling der Bärenbande vom Stamme der Oglala. Sie versetzen die Weißen durch Überfälle in Angst und Schrecken. Schließlich sprengt Tokei-ihto das Fort in die Luft, das genau an dem Platz steht, an welchem sein Vater ermordet wurde.

In dem wiederaufgebauten Fort wird Tokei-ihto zu einer Friedenskonferenz eingeladen, durch Verrat aber verhaftet und monatelang in einem Keller gefangengehalten. Nach seiner Freilassung wollen Tokei-ihto und die Bärenbande die Reservation verlassen und nach Kanada zu ziehen.

Sie müssen den Missouri überqueren und feindlichen Indianern trotzten. Obendrein werden sie von Red Fox verfolgt, der Tokei-ihto nach dem Leben trachtet. Schließlich kommt es zum entscheidenden Zweikampf mit Red Fox, den Tokei-ihto für sich entscheiden kann.

Der DEFA-Indianerfilm wurde ein Kult-Western in der DDR. Er basiert auf Motiven der gleichnamigen Buchreihe "Die Söhne der Großen Bärin" der Autorin Liselotte Welskopf-Henrich. Ihre Romane über Indianer gehören zu den Klassikern der DDR-Jugendliteratur.

Gojko Mitic wurde am 13.6.1940 im damaligen Königreich Jugoslawien geboren. In der Schule hatte er Deutsch gelernt und studierte als 20jähriger in Belgrad Sport. In Jugoslawien wurden dazumal viele internationale Filme produziert. Die Komparsen waren hauptsächlich Studenten der Belgrader Sporthochschule. Ab 1961 übernahm Mitic in italienischen und britischen Filmen Rollen als Stuntman. 1963 erhielt er eine kleine Rolle im Karl-May-Film Old Shatterhand. Im nächsten Film „Unter Geiern" verkörperte er den Häuptlingssohn Wokadeh. Als die DEFA in Jugoslawien ihre Indianerfilme drehte, spielte er den Häuptling Tokei-ihto in „Die Söhne der großen Bärin“. Damit begann seine Filmkarriere vor allem in der DDR und er avancierte zum „DDR-Chefindianer“. Bis 1975 drehte er jährlich mindestens einen Film, in denen er fast ausschließlich Indianerhäuptlinge verkörperte. Als Schauspieler führte er alle Stunts selber aus, was ihm als Darsteller der Heldengestalten ein hohes Maß an Glaubwürdigkeit verlieh. Nebenbei spielte er auch Theater, trat als Sänger oder Moderator in Erscheinung, schrieb Drehbücher oder arbeitete als Regisseur. Nach der Wende übernahm er als Nachfolger von Pierre Brice bei den Karl-May-Spielen in Bad Segeberg ab 1992 die Rolle des Winnetous. 2006 trat Mitic letztmalig dort als Winnetou auf. Anschließend spielte der Wahlberliner Theater und übernahm kleinere Filmrollen.

 

 

Django (1966)

 

 

Die Halbmexikanerin Maria wird von einer Handvoll Mexikaner gefesselt und ausgepeitscht, weil sie vor ihnen fliehen wollte. Banditen von Major Jackson, die von der armen Bevölkerung Schutzgelder erpressen, erschießen die Mexikaner. Anschließend wollen sie Maria aus rassistischen Gründen kreuzigen und verbrennen. Der ehemalige Ex-Soldat Django, der auf Seiten der Nordamerikaner kämpfte und ständig einen Sarg hinter sich her zieht, greift ein und erschießt die Amerikaner. Er nimmt Maria mit in die nahe Stadt Nogales, eine heruntergekommene Grenzstadt zu Mexiko.

Django hat eine offene Rechnung mit Major Jackson, der seine Frau ermordete. Major Jackson erfährt Djangos Aufenthaltsort und erscheint im Saloon. Django erschießt Jacksons Männer, lässt ihn allerdings laufen. Am nächsten Tag erscheint Major Jackson mit seiner gesamten Bande.  Django öffnet seinen Sarg, holt ein Maschinengewehr heraus, tötet die Bande, lässt aber wiederum Jackson am Leben.

Jacksons mexikanischer Gegner, General Rodriguez, ist mit Django befreundet. Für ihn sollte er Maria suchen und zu ihm zurückbringen. Außerdem rettete Django ihm zweimal das Leben. Django überredet den General und seine Bande zu einem Überfall auf einen Stützpunkt der mexikanischen Armee hinter der mexikanischen Grenze, die mit den amerikanischen Südstaaten paktiert. Sie erbeuten eine riesige Ladung Gold in Form von Nuggets, mit der General Rodriguez seine Revolution finanzieren will. Doch nach der Rückkehr in die Grenzstadt bringt Django das Gold an sich und flieht mit Maria. General Rodriguez stellt ihn und verstümmelt ihm die Hände, schenkt ihm allerdings das Leben mit der Bemerkung, dass sie jetzt quitt seien. Django kehrt mit der angeschossenen Maria in die Grenzstadt zurück. Die mexikanischen Armee unter Führung Major Jacksons tötet General Rodriguez und seine Bande. Schließlich kommt es zwischen Django und dem Major zum Showdown auf dem Friedhof der Grenzstadt, auf dem auch Djangos Ehefrau begraben liegt, und den Django trotz seiner verstümmelten Hände für sich entscheiden kann.

Der Italo-Western von Regisseur Sergio Corbucci unterschied sich stark vom damaligen amerikanischen Western. Er war ausgesprochen brutal, voller schwarzem Humor, Zynismus, Pessimismus, aber auch gesellschaftskritisch und prangerte die damalige Politik an, zu der es aber ohne weiteres aktuelle Bezüge wie der Ku-Klux-Klan gab. Die Hauptfigur Django war eher ein Anti-Held, ein durch den Tod seiner Frau gebrochener Außenseiter, der nicht in das klassische Gut-, Böseschema passte.

Francesco SparaNero, geboren am 23.11.1941 in Italien, spielte ab 1963 kleine unbedeutende Rollen und wurde als Hauptdarsteller mit „Django“ zum Star. Später entschied er für sich, sich nicht auf das Westerngenre festlegen zu lassen und nahm bewusst andere Rollen an. In den 1970er Jahren drehte er beispielsweise verschiedene Filme über die Mafia oder verkörperte in zahlreichen Polizeifilmen die Rolle des Staatsanwaltes.

 

Western im Fernsehen

Bonanza

 

 

 

Rauchende Colts

 

 

Spielzeug

Indianer und Cowboys, ganze Forts hielten Einzug in die Kinderzimmer. Die Ritterburg oder Räuber und Gendarm waren out. Und zum Fasching verkleidete man sich natürlich als Indianer oder Cowboy. Der Revolver mit Zündblättchen durfte nicht fehlen.

 

Kinderlieder

 

Von den blauen Bergen kommen wir

Von den blauen Bergen kommen wir,
von den Bergen, die so weit von hier.
Reiten, das ist unsre Wonne,
scheint auch noch so heiß die Sonne,
von den blauen Bergen kommen wir.

|: Singen jaja jippi jippi jeh, :|
singen jaja, jippi, jaja jippi,
singen jaja, jippi jippi jeh!

Von den blauen Bergen kommen wir,
und wir fangen selbst den stärksten Stier.
Auf dem Rücken unsrer Pferde
reiten wir wohl um die Erde,
von den blauen Bergen kommen wir.

|: Singen jaja jippi jippi jeh, :|
singen jaja, jippi, jaja jippi,
singen jaja, jippi jippi jeh!

Von den blauen Bergen kommen wir,
von den blauen Bergen, die so weit von hier.

Mag die Welt im Schlaf sich wiegen,
wir sind nicht vom Pferd zu kriegen:
von den blauen Bergen kommen wir.

|: Singen jaja jippi jippi jeh, :|
singen jaja, jippi, jaja jippi,
singen jaja, jippi jippi jeh!

Colt und Whisky liebt ein Cowboy sehr,
Girls und Mustangs und noch vieles mehr;
denn das sind ja scharfe Sachen,
die ihm immer Freude machen,
von den blauen Bergen kommen wir.

|: Singen jaja jippi jippi jeh, :|
singen jaja, jippi, jaja jippi,
singen jaja, jippi jippi jeh!

Wenn des Nachts der Mond am Himmel steht
und der Wind über die Prärien weht,
sitzen wir am Lagerfeuer,
und es ist uns nicht geheuer,
von den blauen Bergen kommen wir.

|: Singen jaja jippi jippi jeh, :|
singen jaja, jippi, jaja jippi,
singen jaja, jippi jippi jeh!

 



Schlager

 

Gus Backus "Da sprach der alte Häuptling der Indianer" (1960)

 

Gitte Haenning "Ich will 'nen Cowboy als Mann" (1963)

 

Tonia  "Texas-Cowboy-Pferde-Sattel-Verkäuferin" (1969)

 

 

 

Gekaufte Spiele

Man kann spezielle Spiele für Senioren kaufen, die sich zum Gedächtnistraining, Biografiearbeit oder Wahrnehmungssteigerung eignen. Logischerweise sind die Spiele für Senioren recht teuer, da es keine Massenartikel sind und somit in der Herstellung entsprechend kosten. Für ein gutes Spiel, wovon die Klienten lange etwas haben, lohnt sich die Investition.

Vermeiden sollte man auf jeden Fall Spiele, die an Kinderspiele erinnern wie beispielsweise bunte Hölzer in irgendwelche Löcher schieben. Welchen Sinn sollen solche Spiele haben? Feinmotorik schulen ist ja ganz schön - aber gleichzeitig die Klienten veräppeln? Bei manchen angebotenen Spielen fragt man sich, was sich die Hersteller eigentlich gedacht haben - oder - haben sie überhaupt gedacht?

Tina Schuster ist eine der angenehmen Ausnahmen. Es lohnt sich, ihre Spiele näher zu betrachten. Nicht nur zum Einkauf, sondern auch, um vielleicht über ihr Angebot Denkanstöße zu bekommen und eigene Ideen zu entwickeln für neue Spiele.

 

 

 

 

 


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