Kultursensible Pflege: Übersicht

Kultursensible Pflege Feste aus verschiedenen Regionen und Ländern

 

 

Kultursensible Pflege

 

Der Begriff interkulturelle Pflege wurde durch den Begriff kultursensible Pflege ersetzt, da kultursensible Pflege den Anspruch für die Pflege besser beschreibt. Die Pflegekraft muss die nötige Sensibilität besitzen, auf andere Menschen aus verschiedenen Kulturen eingehen zu können mit dem Ziel, dass sich alle Beteiligten wohl- und akzeptiert fühlen. Grundvoraussetzung für eine kultursensible Pflege ist die sogenannte interkulturelle Kompetenz, also die Fähigkeit zur Interaktion mit Menschen anderer Kulturen.

Kultursensible Pflege beschränkt sich nicht nur auf Migranten, also Menschen, die im Ausland ihre Wurzeln haben. Auch innerhalb Deutschlands existieren unterschiedliche Kulturen, Dialekte und Religionen. Alte Menschen aus der früheren DDR sind mit anderen Werten und Erfahrungen aufgewachsen und geprägt worden wie beispielsweise alte Menschen aus dem Westen. Ohne Hochdeutsch kann sich ein alter Mensch aus dem Norden mit Plattdeutsch kaum mit einem Süddeutschen verständigen. Zum Vergleich: ein Kroate kann sich problemlos mit einem Serben unterhalten. Die serbische und kroatische Sprache weist weniger Unterschiede auf wie das Platt mit dem bayrischen Dialekt. Sprache, Werte und Verhalten sind zwischen den Generationen verschieden und auch die Sozialisierung prägt kulturell. Ein Patient hat das Recht auf kultursensible Pflege, auch dann, wenn er Deutscher und ein Zeuge Jehovas ist. Kultursensible Pflege beginnt also im eigenen Land.

Interkulturelle Kompetenz bedeutet die Bereitschaft, offen mit anderen Kulturen umzugehen. Dazu gehört, dass man auch entsprechende Kenntnisse besitzt über kulturelle Unterschiede, Religionen, fremden Denkmustern oder Wertvorstellungen. Damit ist kultursensible Pflege immer eine Individualpflege, bedeutet aber nicht, die eigene Kultur zu verleugnen.

Über die eigene Kultur muss reflektiert werden. Nur dann ist man in der Lage, bei Interessenkonflikten abzuwägen und Kompromisse schließen zu können. Beispiel: Niemand erwartet von der deutschen Pflegekraft, dass sie mit Kopftuch auf Arbeit herumläuft, weil auf der Station ein moslemischer Patient ist. Aber die Umsetzung der gleichgeschlechtlichen Pflege darf der moslemische Patient sehr wohl erwarten. Die Pflegekraft muss nicht die fremde Sprache des Patienten beherrschen. Aber es tut nicht weh, zumindest sich einige Wörter anzueignen, weil man weiß, dass der Patient sich freut, geborgen und wohler fühlt, wenn man ihn in seiner Landessprache begrüßt. Keine Pflegekraft muss konvertieren, aber es tut nicht weh, sich mit der anderen Religion auseinanderzusetzen. 

Im Mittelpunkt steht immer der einzelne Mensch. Man sollte in der Lage sein, sich in ihn hineinzuversetzen oder einzufühlen. Dieser Mensch ist nicht der Moslem oder Zeuge Jehovas oder türkischstämmig oder Russlanddeutscher oder oder. Er ist der Mensch mit einem eventuellen anderen Glauben oder der Mensch, der möglicherweise aus einer anderen Region stammt. Zuallererst ist dieser Mensch genauso ein Mensch wie man selber. Ist man in der Lage, sich in ihn hineinzuversetzen, kann man auch feststellen, ob es beispielsweise Gemeinsamkeiten gibt oder welche Strategien man mit ihm zusammen entwickeln kann, um eine Handlungsebene zu finden, um miteinander kooperieren zu können, gegenseitigen Respekt und Akzeptanz zu entwickeln.  

Dazu ist ein Grundwissen über andere Religionen, Wertvorstellungen, kulturell beeinflusste Denkformen, Mentalität, Sitten und Rituale nicht nur lästiger zusätzlicher Lernstoff, sondern in der Praxis ausgesprochen hilfreich zum stressfreien Arbeiten und größerer Arbeitszufriedenheit.

 

 

Feste aus verschiedenen Regionen und Ländern

Es gibt sehr viele Feste, Traditionen, Bräuche in den unterschiedlichen Regionen und Ländern. Häufig werden diese Feste auch durch die Landschaft vorgegeben. Ein Norddeutscher wird einen Almabtrieb vielleicht originell und interessant finden, wenn er ihn miterlebt, allerdings gehört dieses Fest nicht zu seiner Prägung. Andersherum geht es einem Süddeutschen so mit dem Neptunfest.

Derartige Feste sind aber für den Einzelnen wichtig: er ist damit aufgewachsen und sie gehören zu seiner Identität. Die Individualpflege berücksichtigt auch diese Feste, ganz speziell in der Altenpflege.

Angesichts der zahlreichen und völlig unterschiedlichen Feste kann hier nur ein minimaler Ausschnitt beispielhaft erwähnt werden. Letzten Endes gehört es zur Individualpflege und Biografiearbeit, die wichtigen Feste des Einzelnen herauszufinden.

 

Karneval, Fasching oder Fastnacht

Dieser Brauch stammt bereits aus vorchristlicher Zeit. Der Winter sollte ausgetrieben, böse Geister verscheucht und die guten Frühlingsgeister geweckt werden. Im Rheinland heißt es Karneval, in Süddeutschland, Schweiz und Österreich Fastnacht. Es wird nicht überall in Deutschland gefeiert.

Im Rheinland haben Karnevalsumzüge eine lange Tradition. Bereits im 13. Jahrhundert gab es Umzüge. Dort ist es üblich, sich zu verkleiden und oder Masken anzulegen und so zu Feiern oder Umzüge zu gehen. Allerdings fand der erste Fastnachtszug im Jahre 1397 in Nürnberg statt (urkundlich erwähnt).

1794 verboten die französischen Behörden in Köln alle Karnevalsfeiern. Ab 1801 durfte man wieder feiern, allerdings musste jeder, der sich maskieren wollte, um Erlaubnis bitten. Später wurden dort die oft ungestümen Feiern durch eine Festordnung geregelt. Der erste in Köln wieder stattfindende Rosenmontagszug 1823 wurde ein großer Erfolg.

In Süddeutschland, Schweiz und Österreich heißt es Fastnacht. Es gibt die unterschiedlichsten Bräuche. In manchen Regionen ziehen in der Fastnachtszeit maskierte Menschen durch die Straßen. Oder es sind ganze Gruppen mit Hexen unterwegs. Oft gehören zu den Kostümen Glocken, Schellen, Peitschen oder Trommeln, mit denen viel Lärm gemacht wird.

Am Aschermittwoch endet die Karnevalszeit durch den christlichen Einfluss, da die Fastenzeit als Vorbereitung auf das Osterfest beginnt. In protestantischen Ländern (außer der Schweiz) wird Karneval oder Fasching eher nicht gefeiert.

 

Beispiel Basel, Schweiz

 

Beispiel Venedig, Italien

 

Beispiel Rio de Janeiro, Brasilien

 

Sorbische Vogelhochzeit 

 

 

Almabtrieb, Alpabfahrt, Alpabzug, Viehscheid

 

 

Im Alpenraum ist damit zwischen Mitte September und Mitte Oktober die Überführung des Viehs von den Bergweiden (Almen) ins Tal gemeint. Wenn der Almsommer gut gelaufen ist, wird das Vieh zum Abtrieb kunstvoll geschmückt. Abschluss des Abtriebes sind Musik- und Tanzveranstaltungen.

 

 

Neptunfest

 

 

Das Neptunfest findet hauptsächlich in den Bundesländern an der Ostsee oder an Badeseen in Norddeutschland statt. Es ist der Höhepunkt beispielsweise von Ferienlagern. Durch eine Spaßtaufe, angelehnt an die aus der Seefahrt bekannte Äquatortaufe, werden die Täuflinge in das Reich Neptuns aufgenommen. Der Ablauf des Festes ist fast überall unterschiedlich und kann sogar bei Nachbarorten stark variieren.

Eine andere Variante ist das Neptunrennen. Hier treten unterschiedliche Kleinboote (Kanus, Ruder-, Schlauch- oder selbstgebastelte Boote, Badewannen, etc) gegeneinander an und versuchen sich gegenseitig soviel Wasser ins Boot zu schütten, bis das andere Boot kentert. Das Boot, was zum Schluss noch schwimmt, stellt den neuen Neptun und erhält für das Jahr die Krone des Neptuns.


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