HIV (Humane Immundefizienz-Virus)

AIDS (Acquired Immunodefficiency Syndrom)

 

 

Das Humane Immundefizienz-Virus wird zumeist als HIV abgekürzt. HIV gehört zur Familie der Retroviren (große Familie behüllter Viren) und zur Gattung der Lentiviren (viele dieser Viren lösen langsam fortschreitende, chronisch degenerative Krankheiten aus). Als menschliches Immunschwäche-Virus schädigt HIV die körpereigenen Abwehrkräfte, das Immunsystem.

Übertragen wird HIV durch Körperflüssigkeiten wie Blut, Sperma, Vaginalsekret, Liquor und Muttermilch. Übertragungswege sind hauptsächlich frische, noch blutende Wunden in Schleimhäuten, ungeschützter Vaginal- oder Analverkehr, Bluttransfusionen und die Benutzung kontaminierter Spritzen. Da HIV nicht über Speichel, Schweiß, Tränenflüssigkeit, Tröpfcheninfektion, Insektenstiche oder Kontakte bei intakter Haut ansteckend ist, ist ein soziales Miteinander gefahrlos.

1. Stadium: „Primäre“ HIV-Infektion

Eine HIV-Infektion beginnt zunächst unauffällig. Nach einer Inkubationszeit von etwa drei bis sechs Wochen treten Symptome wie Fieber, starker Nachtschweiß, Erschöpfung, Hautausschläge, meist kleine Geschwüre der Mundschleimhaut, Schluckbeschwerden, Mandel- und Lymphknotenschwellungen, Durchfälle oder Gelenkschmerzen auf, die in der Regel von Betroffenen nicht als HIV erkannt, sondern als grippaler Infekt gedeutet werden. Die Beschwerden klingen nach wenigen Tagen oder Wochen restlos ab. Die „primäre“ HIV-Infektion kann aber auch "klinisch stumm", also ohne deutlich erkennbare Symptome ablaufen. In dieser Zeit ist die Viruslast am höchsten. 

2. Stadium: Latenzphase (Zeitraum zwischen dem Einwirken eines den Organismus schädigenden Umweltfaktors und den daraus resultierenden Symptomen)

Das Immunsystem erkennt die sich sehr rasch und massiv vermehrenden Viren. Es setzt ihm körpereigene Abwehrzellen entgegen, z.B. Helferzellen, Suppressorzellen (verhindern, dass eine überreagierende Immunantwort sich gegen den eigenen Körper richtet) und Killerzellen (Immunzellen, die infizierte Zellen zerstören können). Es bilden sich Antikörper (nachweisbar durch den HIV-Test) und die Viruslast (= Zahl der Viren pro Milliliter Blut) sinkt. Nun beginnt eine unterschiedlich lange, oft mehrjährige symptomfreie Latenzphase. Veränderte Blutwerte bleiben zumeist unbemerkt.

3. Stadium: Symptomatisches Stadium

In diesem Stadium steigt die Viruslast und das Gleichgewicht von Abwehrzellen und Antikörpern geht verloren. Es treten wieder Symptome auf wie Nachtschweiß, Erschöpfung, Hautausschläge, Lymphknotenschwellung, etc. Besonders häufig kommt es zu Pilzerkrankungen. Dieses Stadium kann wenige Wochen bis mehrere Jahre dauern. Die Erkrankungen sind aber nicht lebensbedrohlich.

4. Stadium: AIDS

In der vierten Phase treten die AIDS-definierenden Erkrankungen auf. AIDS bedeutet Acquired Immunodefficiency Syndrome, deutsch ein erworbenes Immundefektsyndrom. AIDS ist also das Spätstadium der HIV-Infektion. Der Körper kann eindringende Krankheitserreger wie Bakterien, Pilze oder Viren nicht mehr bekämpfen. Es besteht ein erhöhtes Ansteckungsrisiko vor allem mit Viren der Herpes-Gruppe, Candida, Streptokokken und Pneumokokken. Die daraus resultierenden Infektionskrankheiten verlaufen extrem. Durch die Schwächung des Immunsystems treten außer schweren Infektionen wie beispielsweise Pneumonie auch Symptome wie zum Beispiel Veränderungen in der Struktur des Herzmuskels, Gehirn- oder Krebserkrankungen auf.

Nachgewiesen wird das HIV durch HIV-Tests. Ein HIV-Test darf nur mit ausdrücklicher Zustimmung des Betroffenen durchgeführt werden. In Deutschland ist der Nachweis des HIV nach dem Infektionsschutzgesetz namentlich meldepflichtig.

Bei AIDS spricht man von einer Pandemie, das heißt, diese Krankheit hat sich länder- und kontinentübergreifend ausgebreitet. Weltweit sind in den letzten 30 Jahren etwa 40 Millionen Menschen daran gestorben. Inzwischen hat man allerdings den Verdacht, dass AIDS nicht erst seit den 1980er Jahren auftrat, sondern in Afrika bereits in den 1950er Jahren keine Seltenheit war. 

AIDS ist nach wie vor nicht heilbar, inzwischen aber gut therapierbar. Medikamente können beispielsweise die Latenzphase um Jahre, sogar Jahrzehnte verlängern. Die Lebenserwartung der Betroffenen ist deutlich gestiegen. Momentan scheinen die Neuinfektionen weltweit zurückzugehen, besonders in Afrika, gleichzeitig steigt die Zahl der Infizierten, die mit HIV-Medikamenten behandelt werden. 

 

 

 


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